Laufschuhe im Test – Die fünf goldenen Regeln für die Wahl des richtigen Laufschuhs

Bei der Wahl des richtigen Laufschuhs gilt es, Innovationen, die primär dem Marketing dienen, und echte Bedürfnisse auseinanderzuhalten. Diese fünf goldenen Regeln helfen, den richtigen Entscheid zu treffen.
1. Die Laufschuhe ans Gelände anpassen
Je nach Untergrund oder Geschwindigkeit braucht es ein anderes Paar Schuhe. Strassenschuhe sind leicht und flexibel. Sie federn sehr gut ab, sind aber weniger stabil. Ihre Sohlen sind glatt.
Trailschuhe sind fürs freie Gelände konzipiert. Sie sind steifer und stabiler, federn aber weniger ab. Ihre Sohlen haben mehr Profil als die der Strassenschuhe.
«Wenn Sie mit einem Strassenschuh in den Wald gehen, rutscht es», warnt Gilles Roux, Fachverkäufer bei einem Sportgeschäft, im Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Wenn Sie aber mit Trailschuhen zehn Kilometer auf Asphalt laufen, nutzen sich diese extrem schnell ab.»
Vor kurzem ist eine dritte Kategorie aufgetaucht: Gravel-Schuhe. Diese werden als vielseitig präsentiert. Aber sie sind weder für Trail noch für Asphalt wirklich geeignet.
2. Vorsicht vor Marketing-Innovationen
In der Welt der Laufschuhe bringen die Marken alle sieben bis zehn Jahre eine Innovation heraus, um die Verkäufe anzukurbeln.
Die neueste: Carbonsohlen. Die Hersteller haben eine Carbonplatte in die Sohle eingefügt, um die Federung zu erhöhen. Das Problem: Wenn man unter 17 km/h läuft, bringt die Carbonsohle nichts, weil man nicht genug Geschwindigkeit hat, um vom Vortrieb zu profitieren.
3. Den Stack verstehen
Die Schaumstoffe sind das Schlüsselelement des Schuhs. Dort ruht der Fuss wie auf kleinen Kissen. Sie haben zwei Funktionen: Stösse absorbieren und dem Sportler beim Abfedern helfen. Die Dicke des Schaumstoffs zwischen der Sohle und dem Fuss nennt man Stack. Dieser beträgt durchschnittlich 3 cm.
Sehen Sie, welche Schuhe beim Test am besten abgeschnitten haben:
Neu in Mode sind grosse Schaumstoffe, zwischen 4 und 5 cm dick. Das Problem: Diese dämpfen nicht unbedingt besser als die anderen. Die Dämpfung hängt vor allem von der Qualität und der Dichte des verwendeten Schaumstoffs ab. Man muss sich also vor optischen Täuschungen und Modeerscheinungen hüten.
4. Auch den Drop verstehen
Ob für Asphalt oder Pfade, Laufschuhe sind selten flach. Die Hersteller erhöhen die Rückseite des Schuhs, um die Waden und Füsse zu stützen. Das nennt man Drop.
So halten Ihre Laufschuhe länger
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Mit der Einführung neuer ultraleichter Materialien ist die durchschnittliche Lebensdauer von Laufschuhen in den letzten Jahren drastisch gesunken. Laut dem Podologen Arnaud Goutorbe hält ein aktueller Schuh maximal zwischen 500 und 600 Kilometer. Früher seien es 800 bis 900 Kilometer gewesen.
So optimieren Sie die Lebensdauer Ihrer Schuhe:
- Zwischen zwei Paaren abwechseln: Ein Laufschuh ist wie ein Läufer: Er braucht Erholung. Die Fachleute empfehlen, ihn nicht zweimal hintereinander zu benutzen, damit der Schaumstoff seine Form wiedererlangen kann. Durch das Abwechseln verlängert man die Lebensdauer der Schuhe und reduziert das Verletzungsrisiko.
- Sie nicht zu lange lagern: Den Schuh zu lange schonen, ist auch keine gute Idee. «Die Lebensdauer eines Schuhs beträgt maximal zwei Jahre», sagt der Podologe. Selbst wenn man den Schuh im Schrank aufbewahre, sei der Schaumstoff nach zwei Jahren hart und habe keine dämpfende Wirkung mehr.
«Der Drop ist der Unterschied in Millimetern zwischen hinten und vorne», erklärt der Fachverkäufer Gilles Roux. Ein niedriger Drop (weniger als 5 Millimeter) eignet sich für erfahrene Läufer, die bereits gut trainierte Waden und Füsse haben. Ein hoher Drop (mehr als 8 mm) wird für Anfänger oder solche empfohlen, die mit der Ferse aufsetzen.
5. Sich über die Art des Schaumstoffs informieren
Sowohl bei Strassen- als auch bei Trailschuhen kann die Qualität der Innensohlen erheblich variieren. Manche Sohlen sind wahre Blätterteige mit mehreren Schaumstoffdichten, während andere nur eine einzige, weniger leistungsfähige Dichte haben.
Der Preis des Schuhs ist kein Qualitätsgarant. Entscheidend ist die Art des Schaumstoffs, der für die Innensohle verwendet wird. Es gibt drei Haupttypen: EVA ist wirtschaftlich, nutzt sich aber schnell ab. PEBA ist leicht und dynamisch, aber fragil. TPU ist am robustesten, aber auch am schwersten.
Die Hersteller mischen diese Schaumstoffe, um ihre Eigenschaften zu kombinieren und die Kosten zu senken. Dem Schuh sieht man das nicht an. Entsprechende Informationen findet man nur auf den Webseiten der Hersteller und in den technischen Datenblättern der Schuhe.
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