Invasive Art – Tapinoma-Ameise: So erkennen Sie den Schädling

Wie gross ist das Problem im Zürcher Oberland? Das grösste bekannte Gebiet, das im Kanton Zürich befallen ist, befindet sich zwischen Volketswil und Schwerzenbach. Dort hat sich die Tapinoma-Ameise auf rund 400 000 Quadratmetern ausgebreitet, was etwa 56 Fussballfeldern entspricht. Die beiden Gemeinden planen deshalb eine koordinierte Bekämpfung ab Frühling 2027.
Steckbrief: Die Tapinoma-Ameise
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Die Tapinoma-Ameise stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und hat sich in den vergangenen Jahren auch nördlich der Alpen ausgebreitet. Inzwischen kommt sie in mehreren Schweizer Kantonen vor.
Erkennen lässt sich der Schädling an seiner schwarzen Färbung und seiner Grösse von zwei bis fünf Millimetern. Typisch sind zudem grosse Ansammlungen von Tieren, die oft in auffallenden Ameisenstrassen unterwegs sind. Innerhalb derselben Kolonie können die Ameisen unterschiedlich gross sein.
In die Schweiz gelangt die Ameise vor allem über Topf- und Gartenpflanzen. Die Tiere leben in der Erde und werden beim Transport unbemerkt mitgeschleppt. Begünstigt wurde ihre Ausbreitung insbesondere durch den Handel mit mediterranen Pflanzen wie Olivenbäumen oder Palmen. Deshalb sensibilisiert der Kanton Zürich unter anderem Gartencenter für das Problem.
Doch das Problem beschränkt sich nicht auf das Zürcher Oberland. Im Kanton Zürich gibt es mittlerweile mehr als ein Dutzend bekannte Gebiete, die befallen sind, unter anderem auch Kloten. Nach Angaben der kantonalen Baudirektion wurden in den vergangenen Monaten zwar mehrere betroffene Gebiete erfolgreich getilgt, aber die Ameise breitet sich weiterhin aus.
Warum ist die Ameise problematisch? Tapinoma-Ameisen bilden sogenannte Superkolonien mit Millionen von Tieren und hunderten Königinnen. Dadurch können sie sich besonders schnell ausbreiten und sind nur schwer zu bekämpfen.
Für die Menschen sind die Tiere zwar nicht gefährlich, aber sie können unseren Alltag erheblich beeinträchtigen. In befallenen Gebieten laufen sie in grosser Zahl durch Gärten, Terrassen oder Spielplätze. Betroffene berichten, dass die aggressiven Tiere beissen und Kinder teilweise nicht mehr im Sandkasten spielen können.
Hinzu kommen mögliche Sachschäden: Die Ameisen können Fassaden, Isolationen und elektrische Anlagen beschädigen sowie Wege, Spielplätze und andere Infrastrukturen unterhöhlen. Aus Deutschland sind bereits Fälle bekannt, in denen sie Leitungen beschädigten und Spielplätze untertunnelten.
Bringt man die Tapinoma-Ameise überhaupt wieder weg? Ja. Im Kanton Zürich konnten sie bereits in mehreren befallenen Gebieten erfolgreich getilgt werden. Es gilt aber: Je früher ein Befall erkannt wird, desto grösser sind die Erfolgschancen.
Grossflächige Kolonien sind sehr schwierig zu bekämpfen, weil sämtliche Nester und möglichst alle Königinnen erfasst werden müssen. Deshalb setzen zum Beispiel die Gemeinden in Volketswil und Schwerzenbach auf eine gemeinsame Strategie statt auf einzelne Massnahmen der Eigentümer.
Wie man die Ameisen bekämpft, sei noch nicht ganz klar, heisst es in einer Mitteilung der beiden Gemeinden. Man wolle zuerst alle Ein- und Ausgänge finden, um dann alle Nester der Ameisen und deren Königinnen eliminieren zu können.
Was tun bei Verdacht auf einen Befall? Wer einzelne Ameisen in seiner Küche oder seinem Garten entdeckt, hat nicht automatisch ein Tapinoma-Problem. Aufmerksam sollte man werden, wenn sehr viele Tiere auftreten.
Wer einen Befall vermutet, sollte die Gemeinde oder zuständige Stellen informieren. Die Bekämpfung erfolgt in der Regel koordiniert und durch Fachleute.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 11.09.2026, 12:03 Uhr ; schp;kelk;liea
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