«Schwer zu akzeptieren»: Suche nach Bergläuferin eingestellt

- Die Suche nach der vermissten Bergläuferin Kalie McCrystal am Matterhorn bleibt erfolglos.
- Die Kanadierin wird seit dem 1. September 2026 vermisst; ein Selfie oberhalb der Jean-Antoine-Carrel-Hütte ist ihr letztes Lebenszeichen.
- Ihre Familie geht davon aus, dass McCrystal beim Abstieg auf der italienischen Seite abgestürzt ist.
Seit über zwei Wochen fehlt von der kanadischen Trailrunnerin Kalie McCrystal jede Spur. Ihr letztes Lebenszeichen ist ein Selfie vom Dienstag, 1. September 2026. Sie schoss es oberhalb der Jean-Antoine-Carrel-Hütte auf der italienischen Seite des Matterhorns. Jetzt teilt die Familie auf Instagram mit, dass die aktive Suche eingestellt wurde.
Kalies Schwester und ihre Mutter schreiben: «Das Matterhorn ist ebenso majestätisch wie unerbittlich. Trotz Kalies aussergewöhnlicher Fähigkeiten und ihrer Erfahrung in technisch anspruchsvollem alpinem Gelände – einschliesslich ihrer Erfahrung am Matterhorn selbst – deutet alles, was wir heute wissen, darauf hin, dass sie beim Abstieg abgestürzt ist.»
«Alles Menschenmögliche getan»
Die Familie bedankt sich im Post für die zahlreiche Unterstützung in den vergangenen Wochen sowie den «unermüdlichen Einsatz» der Bergretter der Guardia di Finanza. Das Team habe «jede ihm zur Verfügung stehende Möglichkeit» ausgeschöpft. «Für uns als Familie bedeutete es sehr viel, während der Suche zu wissen, dass alles Menschenmögliche getan wurde. Wir sind ihnen auf ewig dankbar.» Menschen aus aller Welt hätten die Suche unterstützt.
«Trotz der Anstrengungen so vieler Menschen in den vergangenen Wochen hat die Suche uns nicht zu Kalie geführt. Das ist nicht der Ausgang, den sich irgendjemand von uns erhofft hatte, und es ist sehr schwer, dies zu akzeptieren.» Kalie sei ein «unglaublich besonderer» Mensch gewesen. «Ihr Fehlen wird zweifellos eine riesige Lücke hinterlassen.» Für die Familie bedeute der Verlust, dass «nichts mehr so sein wird wie zuvor».
Zweite SIM-Karte schürte Hoffnung
«So verzweifelt wir uns auch wünschen, wir hätten sie finden können, finden wir Trost in dem Gedanken, dass sie bis zu ihren allerletzten Momenten das tat, wobei sie sich am lebendigsten fühlte, und dass sie nun inmitten jener Berge bleibt, in denen sie sich am meisten zu Hause fühlte.»
Zuvor gab eine neue Spur Hoffnung, berichteten italienische Medien. McCrystal hatte offenbar eine zweite SIM-Karte dabei. Retter versuchten daraufhin herauszufinden, bis wann diese aktiv war. Die Suche nach der Bergläuferin wurde durch ihre weisse Kleidung erschwert, wodurch sie am Berg schwieriger auszumachen ist.
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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