Aarau-Profi schiesst FCZ aus dem Cup und entschuldigt sich dafür

Darum gehts
- Der FC Aarau schlägt den FC Zürich in der zweiten Cup-Runde mit 2:0.
- Doppeltorschütze ist Daniel Afriyie, der früher selbst beim FCZ stürmte.
- Der 25-Jährige verzichtete auf Jubel und hob vor den Zürcher Fans entschuldigend die Hände.
Der FC Aarau, Cup und Super-League-Clubs als Gegner: Das passt. Schon das dritte Jahr in Folge kegeln die Aargauer einen oberklassigen Verein aus dem Schweizer Cup – und das immer in der zweiten Runde. 2024 schlug man den FC Luzern, letztes Jahr gab es den grossen Sieg gegen YB und nun musste der FC Zürich mit einem 0:2 dran glauben.
Dies ausgerechnet in einer Phase, in der es beim FCA überhaupt nicht rundläuft. Der Verein, der seit Jahren Aufstiegsambitionen hegt, kommt in der Challenge League derzeit nicht vom Fleck. Rang sechs in der Tabelle, zuletzt gab es eine 1:2-Niederlage gegen Schlusslicht Nyon. Umso schöner sei nun der Sieg gegen den grossen FCZ, sagte Trainer Brunello Iacopetta.
«Das wünscht man sich jedes Wochenende»
«Das beweist, dass unsere Qualität vorhanden ist. Die Leistung heute ist der Weg, den wir gehen wollen und auch weiterhin gehen werden», so der Ostschweizer. «Die Messlatte haben wir nun gesetzt. Diese gilt es nun weiter zu erreichen oder gar noch weiter nach oben zu setzen», sagte der FCA-Coach, als wäre es das Normalste der Welt, den FC Zürich aus dem Cup gekegelt zu haben.
Dann liess er sich doch noch ein Lachen entlocken, als ihn 20 Minuten auf die grandiose Stimmung im Brügglifeld an diesem Nachmittag ansprach. «Die Atmosphäre war sehr speziell! Wir wussten genau, was wir auf den Tribünen mit einer guten Leistung entzünden können. Das haben wir vor dem Match natürlich auch angesprochen. Dass es dann gleich so gut geklappt hat, ist umso schöner. Das wünscht man sich natürlich jedes Wochenende.»
Ex-FCZler schiesst Stadtclub ab
Matchwinner wurde Aarau-Stürmer Daniel Afriyie. Ausgerechnet der Ghanaer, der eine sportlich eher unglückliche Vergangenheit beim FC Zürich hat. In 50 Partien gelangen ihm lediglich zwei Tore für den Stadtclub. Nun schoss Afriyie seinen Ex-Club mit einem Doppelpack im Alleingang ab. Eigentlich traf er sogar dreimal, ein Tor wurde aber wegen Abseits aberkannt.
Bei beiden Toren verzichtete er auf einen überschwänglichen Jubel und hob entschuldigend die Hände vor den mitgereisten Zürcher Fans. «Ich habe grossen Respekt vor dem Verein und der Südkurve», erklärte der 25-Jährige nach dem Spiel. «Sie alle haben mich sehr gut behandelt, als ich dort war.» Dass er bei einem allfälligen Tor nicht jubeln werde, habe er schon vor dem Spiel gewusst. «Ja, ich wusste immer, dass ich nicht respektlos gegenüber meinem Ex-Club auftreten werde. Ich hatte eine schöne Zeit in Zürich», so der Stürmer.
Seine Zeit in Aarau verläuft aus sportlicher Sicht jedoch wesentlich schöner als jene beim FCZ. Seit Juli 2025 trägt er das Shirt des FCA und schoss in bisher 51 Spielen 13 Tore und lieferte neun Assists.
Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.
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