«Er ist kein Mörder» – Partnerin von Real-Star verteidigt Goalie

- Der spanische Stürmer Jesús de Miguel (30) von CD Teneriffa ist nach einem Zusammenprall mit Goalie Jesús Owono gestorben.
- Er erlitt im Spiel gegen den FC Andorra einen Herzstillstand und wurde ins Spital gebracht, wo er starb.
- Mina Bonino, Partnerin von Federico Valverde, fordert, die Verurteilung von Owono in den sozialen Medien zu stoppen.
Die Anteilnahme nach dem Tod von Jesús de Miguel ist gross. So hat sich nun auch Mina Bonino, die Partnerin von Real-Madrid-Star Federico Valverde, zur Tragödie auf Teneriffa geäussert.
De Miguel war am Montag im Spiel von CD Teneriffa gegen den FC Andorra nach einem heftigen Zusammenprall mit Goalie Jesús Owono zusammengebrochen. Der Stürmer erlitt einen Herzstillstand, wurde auf dem Platz behandelt und ins Spital gebracht. Später verschlechterte sich sein neurologischer Zustand, der 30-Jährige starb.
Grosse Gedenkfeier für gestorbenen Fussballer Jesús de Miguel
Wir sind nicht diejenigen, die über einen Menschen urteilen dürfen
Owono steht nach dem Zusammenprall im Mittelpunkt massiver Kritik und Anfeindungen auf Social Media. 20 Minuten sprach bereits mit Topanwalt Fabian Teichmann über eine mögliche Strafe. Die anfangs erwähnte Bonino forderte nun derweil, die Verurteilung des Goalies zu stoppen.
«Was gestern im Spiel passiert ist, war eine Tragödie. Ich möchte nicht einmal an die Familie des jungen Mannes denken, an seine Tochter, seine Eltern, seine Frau. Es gibt keinen Trost und keine Worte für diesen Moment», schrieb sie. Und weiter: «Leider konnte sein Tod nicht verhindert werden, aber als Gesellschaft können wir Verantwortung dafür übernehmen, eine weitere Tragödie zu verhindern.»
Dann sprach sie Owono an. Der Goalie werde sein Leben lang sein eigenes Kreuz dafür tragen, dass er einen Fehler begangen habe, so Bonino, die von einem «unvorsichtigen Herauslaufen, das seinen Mitspieler das Leben kostete» redete und meinte: «Er ist kein Mörder. Wir sind nicht diejenigen, die über einen Menschen urteilen dürfen, der nicht die Absicht hatte zu töten.»
«Wir leben in einer Gesellschaft voller Hass»
Er werde seine Strafe absitzen und eine gesellschaftliche Verurteilung mit sich tragen, die ihn sein Leben lang prägen werde, so die Spielerfrau. «Aber wir können noch rechtzeitig aufhören und einen weiteren Tod verhindern.»
Auf Insta schrieb sie: «Wir leben in einer Gesellschaft voller Hass. Die sozialen Netzwerke wurden, anstatt ein Fenster zu sein, um Menschen kennenzulernen, zum schlimmsten Ort der Welt, an dem alle Richter sind, die dich für immer verurteilen.» Und: «Später weinen wir, wenn sich jemand das Leben nimmt, aber es liegt in unserer Hand, das zu ändern.»
Derweil nahm Andorras Lautaro Spatz seinen Teamkollegen Owono in Schutz. Dieser hatte am Dienstag seinen Instagram-Account deaktiviert, nachdem er massiv beschimpft worden war, unter anderem als Mörder.
«Ihn hat das Geschehene zutiefst getroffen. Wer ihn kennt, weiss, was für ein Mensch er ist, wie sehr er in diesem Moment leidet, und dass er niemals absichtlich jemandem wehtun würde», schrieb Spatz in einer Instagram-Story. Auch der Fussballverband von Äquatorialguinea stellte sich hinter Owono. Der 25-Jährige befinde sich in einer Situation tiefer Trauer und Verzweiflung, hiess es.
Fans wollen Nummer 9 bewahren
Auf Teneriffa trauern derweil Fans, frühere Mitspieler und der Club um De Miguel. Vor dem Fussballstadion Heliodoro Rodríguez López entstand ein improvisierter Gedenkort. Fans fordern zudem, dass die Rückennummer 9 des Angreifers künftig nicht mehr vergeben wird.
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Darum wurde das Kommentarfeld deaktiviert
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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