ESPNFollow live: Simpson's two-run triple puts Rays aheadThe Jerusalem PostCanadian authorities arrest two suspects of anti-Israel incidents, assaults in Edmonton, TorontoDaily MaverickCHILD NUTRITION: New tool shows the true cost of nutritious meals for children at ECD centresESPN DeportesMateo Chávez y el AZ trabajan a fondo su segundo partido de Europa LeagueRTP DesportoPortugal - AngolaZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioVilaWebAra Més, Sumar i Esquerra Unida acorden una candidatura unitària sense Podem per al congrés espanyolRai NewsSera 24 - Puntata del 15/10/2026Guardian SportLyon v Crystal Palace, Torreense v Sunderland, and more: Europa League – liveE! OnlineWhere You Can Still Buy the Lululemon X GANNI CollabBusiness AMArmenië streeft ernaar het vredesverdrag met Azerbeidzjan tegen 2031 af te rondenANSA SportEuropa League, in campo Salisburgo-Milan LIVE
The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, October 15, 2026

«Er schrieb überbordend» – Der Schweizer Autor Gerold Späth ist gestorben

Translate

«Mit Gerold Späth verlieren wir einen grossen Erzähler» schrieb der Lenos Verlag am Donnerstag zum Tod des Autors. Gestorben ist Späth am 14. Oktober.

Schwarzweissbild eines älteren Mannes mit Bart in einem Hemd.
Legende: Gerold Späths umfangreiches Werk umfasst Romane, Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke. Er lebte in Italien, Irland und in Rapperswil. SRF/Lukas Maeder

Bereits mit seinem Debüt «Unschlecht» legte Späth 1970 ein literarisches Glanzstück vor. Die Geschichte eines kauzigen Erben, dessen Vermögen samt Insel im See die Begehrlichkeiten seiner Mitbürger weckt, knüpfte an den barocken Schelmenroman an.

Mit dem Buch gewann er den renommierten Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis. «Das Buch zeichnet sich durch burleske Episoden aus, die Sprache ist von Helvetismen und Wortneuschöpfungen durchzogen», meint SRF-Literaturexperte Michael Luisier. Man spüre eine grosse Lust an der Sprache und am Fabulieren.

Späth stellte sich als Autor vor, dessen Bücher «von barocker Fülle, Sprachlust, derber Komik und abgründiger Melancholie» geprägt sind. So formulierte es der Lenos Verlag. Michael Luisier bekräftigt: «Er war ein Autor, der überbordend schreibt.»

Späth habe die Extreme des Lebens thematisiert: «auf der einen Seite sehr derbe Komik, pure Lebenslust – auf der anderen Seite das Bewusstsein von Vergänglichkeit und Tod», so Luisier.

Schweizer Enge und Doppelmoral

An dem Monumentalwerk «Commedia» von 1980, mit dem Gerold Späth bekannt wurde, sehe man dieses Zusammenspiel aus Komik und Melancholie: «Späth lässt die Bewohner einer fiktiven Schweizer Kleinstadt zu Wort kommen, die ungefiltert sagen, was ihnen gerade durch den Kopf geht.» Dabei entstehe ein Mosaik aus Sehnsüchten, Obsessionen, Lebenslügen und Triumphen, das Einsamkeit, soziale Enge und unerfüllte Träume sichtbar macht.

Geboren wurde Gerold Späth 1939 in eine Orgelbauerdynastie in Rapperswil am oberen Zürichsee. Rapperswil sei der Ort, in dem seine Geschichten wohnten, habe Späth einmal gesagt, so Michael Luisier. In seinen Werken prangerte Gerold Späth wiederholt die Enge, die Selbstgerechtigkeit und die Doppelmoral der «heilen» Schweizer Welt an. Man nannte ihn einen «neuen Rabelais», «modernen Grimmelshausen» oder «Schweizer Boccaccio».

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 15.10.2026, 17:10 Uhr. ;  sda/gert/wids

View the original on SRF News →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.