Autobiografie – «The Steps»: Die Geschichte hinter Sylvester Stallones Aufstieg

Was fällt einem bei Sylvester Stallone als Erstes ein? Klar, dass er einer der muskelbepackten Actionstars der 1980er und 1990er war. Aber darum geht es nicht in Sylvester Stallones Autobiografie «The Steps».
Das Buch konzentriert sich auf seine Anfänge in New York, den Umzug nach Los Angeles bis zum Durchbruch mit «Rocky» (1976). Nicht die Schauspielerei steht im Vordergrund, sondern seine Entwicklung als Drehbuchautor. In Stallones Erinnerung: ein Kampf mit jeder Menge Niederlagen.
Die Karriere von Sylvester Stallone
Box aufklappen Box zuklappen
Seine Karriere startete mit einem Handicap. Er kam durch eine Zangengeburt zur Welt. Dabei wurde ein Nerv abgequetscht, weshalb die linke Seite seines Gesichts teilweise gelähmt ist. Das hatte später frustrierende Gespräche mit Schauspiel-Agenten zur Folge, die erklärten, dass er keine Chance habe, weil er nuschele und nicht das richtige Erscheinungsbild habe.
Seit Ende der 1970er-Jahre hält Sylvester Stallone seine Karriere am Laufen. Er hat es geschafft, mehrere erfolgreiche Filmreihen zu starten.
Mit dem Boxerdrama «Rocky» hatte er 1976 seinen Durchbruch. Den Boxer verkörperte er zuletzt 2018 in «Creed 2».
Die andere grosse Figur ist der Vietnamveteran Rambo. Ihn spielte er das erste Mal 1982, das letzte Mal 2019 im fünften Teil «Last Blood».
Ausser diesen beiden Kultfiguren war er Teil der vierteiligen Kinofilmreihe «The Expendables» (2010 bis 2023) über eine Gruppe Söldner und spielte in den drei «Escape Plan»-Filmen, in der es um einen Typen ging, der Gefängnisse auf ihre Sicherheit testete.
Pausen legte er so gut wie nie ein.
2026 hat Sylvester Stallone die vierte Staffel seiner Gangster-Serie «Tulsa King» abgedreht.
Sylvester Stallone macht Machokino. Er verkörperte die Kämpfer und Krieger nicht nur, sondern schrieb oft die Drehbücher der Spektakel und führte mehrfach Regie, unter anderem bei «Rocky» II bis IV, «Rocky Balboa», «Rambo» und «The Expendables».
Geschrieben hat er schon an der Uni, wo er Kultautoren wie Edward Albee oder Harold Pinter nachahmte. Der New-Hollywood-Film «Easy Rider» (1969) brachte ihn auf die Idee, Drehbücher zu verfassen: «Ich will nicht nur in einem Film wie diesem mitspielen, ich will Filme wie diesen machen.»
Weil die Schauspielerei kaum Geld brachte, nahm Stallone Gelegenheitsjobs an, unter anderem als Putzkraft im Löwengehege eines Zoos und später als Platzanweiser in einem New Yorker Kino. Das war seine Filmschule. Ob gute oder schlechte, er analysierte die Filme, versuchte, sie zu verbessern, und fing selbst an zu schreiben.
Gelegentliche Erfolge hatte er mit Fernsehdrehbüchern. Das erste, das er verkaufte, war für die Horror-Anthologie-Serie «The Evil Touch» (1973).
Im Laufe der Zeit entwickelt er seinen Stil: die Vorliebe für das Thema «Erlösung» und für den Helden, der immer den Sieg davonträgt. Die Überzeugung, dass weniger Worte mehr Wirkung erzielen. Dass man eine mythische Figur erschafft, indem «alle über sie reden, während sie selbst schweigt».
Seinen Durchbruch als Autor feierte er 1976. Fürs Drehbuch von «Rocky» wurde er für den Oscar nominiert.
«Rocky» – Phänomen der Popkultur
Box aufklappen Box zuklappen
«Rocky» ist ein Phänomen der Popkultur, das 1976 begann und sich bis heute fortsetzt. Sechs Filme gibt es, plus drei Spin-Offs mit der «Creed»-Reihe, in der es um einen anderen Boxer geht, der anfangs von Rocky trainiert wird.
Die Philosophie dieser Filme, dass nichts härter zuschlägt als das Leben und man nach jeder Niederlage wieder aufstehen muss, ist sicher einer der Gründe für den Erfolg dieses cineastischen Pep-Talks, weil sie viele Menschen anspricht.
Für Sylvester Stallone war der Erfolg ein Glücksfall, den er in der Autobiografie ausführlich beschreibt und auch Inhalt des neuen, amüsanten Films «I play Rocky» ist, der im November in die Kinos kommt.
Buch und Film erzählen nahezu deckungsgleich vom jungen Stallone, als er ein erfolgloser No-Name war, der so wenig Geld hat, dass er sogar seinen Hund verkaufen muss.
Aber schliesslich interessiert sich jemand fürs Drehbuch zu «Rocky», das Stallone aber nur verkaufen will, wenn er die Hauptrolle spielt.
Obwohl die Produzenten Stars wie James Caan oder Ryan O’Neal im Kopf haben, kann sich der No-Name durchsetzen.
Am Ende gab es neun Oscarnominierungen. Darunter Stallone als Schauspieler und Drehbuchautor. «Rocky» gewann am Ende «Bester Film», «Beste Regie» und «Bester Schnitt».
Stallones Eltern akzeptierten lange nicht, was er tat. Highlights von «The Steps» sind schräge Telefongespräche mit der schwierigen Mutter, einer Möchtegernschauspielerin und Astrologin, für die er nie gut genug sein konnte, auch als er an «Rocky» arbeitete: «Wie geht’s dir, Liebling?» «Ganz gut.» «Was heisst das?», fragte sie. «Ach, weisst du, ich arbeite an meinem Durchbruch.» «Du kannst immer noch Haare schneiden.» «Ich mache einen Film», erzählte ich ihr schliesslich. «Was soll das heissen: ‹Ich mache einen Film›? Verschwendest du immer noch deine Zeit?»
Und an einer anderen Stelle: «Was soll das denn für ein Film sein?», fragte sie. «Ein Film, den ich geschrieben habe.» «Den du geschrieben hast? Du? Deine Noten waren immer unterirdisch – du hast nie etwas Vernünftiges geschrieben!»
«The Steps» ist ein kurzweiliges Buch für Menschen, die sich fürs Drehbuchschreiben interessieren – und für Fans von Sylvester Stallone. Die bekommen jede Menge Anekdoten und Privates. Über den gewalttätigen Vater, über seine ersten Rollen unter anderem an der Seite von Woody Allen oder Starkomiker Jack Lemmon.
Stimmungsvoll sind seine Beschreibungen der miesen Unterkünfte, wie das Sutton Hotel, ein «baufälliges altes Gebäude voller verdorbener und verlorener Seelen, die in den Aufzügen urinierten, in den Fluren ihre Notdurft verrichteten».
Sylvester Stallone schildert sich als harten Kerl, der Kunst und Literatur liebt und der sich alles selbst erarbeitet hat.
Das Motto des Buches könnte Rockys berühmte Rede in «Rocky Balboa» (2006) sein. Drehbuchautor Stallone liess seinen Boxer damals sagen: «Der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann. Es zählt bloss, wie viele Schläge er einstecken kann und ob er trotzdem weitermacht.»
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.