Crew von Gastro-König «hatte Angst» bei Okafor-Party

- Das Personal des bekannten Zürcher Restaurants Fischer’s Fritz soll nach Okafors Geburtstagsparty Angst gehabt haben.
- Fünf Männer aus der Entourage des Fussballers bedrängten laut Gastronom Michel Péclard den Geschäftsführer, weil der zuvor eine Bitte von Okafors Schwester abgelehnt hatte.
- Dem SFV ist diese Geschichte bekannt. Da es sich um eine private Angelegenheit handelt, kommentiert der Verband diese aber nicht.
- Okafors Management gibt an, dass der Ex-Nati-Star nichts von den angeblichen Auseinandersetzungen wisse.
Es wird nicht ruhig um Noah Okafor: Kürzlich trat der Leeds-Profi aus der Nationalmannschaft zurück. Als Grund nannte er Nati-Trainer Murat Yakin: Vertrauen sei verletzt und Zusagen nicht eingehalten worden. Zuvor sorgten auch schon lustlose Trainings bei der EM 2024 oder Protz-Auftritte für Schlagzeilen. Nun kommt die nächste dazu.
Es geht um seine Geburtstagsparty am Pfingstmontag, berichtet Nau.ch. Sein Fest zum 26. Geburtstag feierte Okafor im bekannten Lokal am Zürichsee Fischer’s Fritz.
Fünf Muskelprotze wollen «Reue» vom Geschäftsführer
Gastro-König Michel Péclard erzählt, was passiert sein soll: Okafors Schwester habe im Vorfeld angefragt, ob sie vor dem Fest die Dekoration im Restaurant deponieren könne. «Statt nur zu deponieren, wollte sie aber den Tisch bereits am Nachmittag dekorieren. Dabei kann man sich doch vorstellen, wie viel bei uns an einem solchen Tag los ist», so Péclard.
Er habe ihr dann erklärt, dass das nicht möglich sei, da sie den Tisch erst für 17 Uhr reserviert habe. Darauf sei sie ausgerastet und es sei zu einer hitzigen Diskussion gekommen. Als sie danach Luftballone im Kühler deponieren will, muss der Geschäftsführer ebenfalls ablehnen: «Wenn wir volles Haus haben, sind unsere Kühlschränke logischerweise prall gefüllt», sagt Péclard.

Trotz des unschönen Starts habe sich das Restaurant alle Mühe gegeben, dass es den Okafors bei ihnen gefällt und sogar die Band zur Verfügung gestellt, so Péclard weiter.
Das schien die Fussballerfamilie allerdings laut Péclard nicht gross gekümmert zu haben. «Als es nach 22.30 Uhr nicht mehr so viele Leute hatte, haben sich fünf durchtrainierte Mitglieder von Okafors Entourage vor meinem Geschäftsführer aufgebaut. Sie fragten ihn, was er sich am Nachmittag zuvor erlaubt habe», erzählt Péclard.
Trotz Entschuldigung des Geschäftsführers hätten die «durchtrainierten Männer» nicht lockergelassen. «Das reichte ihnen nicht, sie wollten Reue sehen. So etwas habe ich in 25 Jahren im Gastrogeschäft noch nicht erlebt.»

Seine Assistentin sei zum Glück vor Ort gewesen und habe schlichten können. «Obwohl sie auch Angst hatte, gelang es ihr, eine Eskalation zu verhindern», beschreibt Péclard weiter.
«Kurz vor der WM wollte ich kein grosses Tam-Tam machen»
Sowohl die Assistentin als auch sein Geschäftsführer seien am Tag darauf zu ihm gekommen und hätten ihm von den Vorfällen rund um die Okafor-Party erzählt. «Zudem hat die Schwester danach sogar noch eine Reduktion auf den Preis verlangt – darauf habe ich dann aber telefonisch interveniert», erklärt Péclard weiter.
Der bekannte Gastronom erklärt, warum er das Thema damals nicht an die grosse Glocke hing. «Es war kurz vor der WM, da fiebert das ganze Land mit – darum wollte ich kein grosses Tam-Tam machen. Trotzdem, wie sich diese Gruppe aufgeführt hat, das geht gar nicht. Ich verstehe Murat Yakin, dass er so einen Spieler nicht mehr aufbieten will», sagt der Gastro-König abschliessend.
Noah Okafor will Antwort auf dem Platz geben
20 Minuten fragt beim Schweizerischen Fussballverband nach. Dem SFV ist diese Geschichte bekannt. Da es sich um eine private Angelegenheit handelt, kommentiert der Verband diese aber nicht.
Das Management von Noah Okafor gibt gegenüber 20 Minuten an, dass die Party für Okafor eine Überraschung gewesen sei und er nichts mit der Organisation zu tun gehabt habe. «Auch weiss Noah weder von einer angeblichen Auseinandersetzung zwischen dem Geschäftsführer und seiner Schwester, noch von einer Konfrontation zwischen mehreren Personen seiner Entourage und dem Geschäftsführer.»

Und weiter: «Stattdessen hat sich der Geschäftsführer nach der Feier bei Noahs Schwester gemeldet und um Entschuldigung für die Umstände gebeten.» Okafor wolle sich derzeit voll und ganz auf seine Leistungen auf dem Platz konzentrieren, hält das Management weiter fest.
Und das funktioniert. Am Montagabend traf er beim 4:1-Erfolg von Leeds gegen Newcastle zum zwischenzeitlichen 4:0. Besonders: Leeds United blieb in den letzten 14 Spielen, in denen Okafor startete, ungeschlagen. Das ist die beste Serie seit Mark Viduka. Dieser blieb zwischen Mai und Dezember 2001 17 Spiele lang ungeschlagen.
Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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