Tausende Notzelte unbewohnbar, Hunderte Familien obdachlos
Zehntausende Zelte von geflüchteten Palästinensern sind in Gaza überschwemmt worden.
07.11.2026 | 0:40 minIm Gazastreifen sind durch heftigen Regen zehntausende Zelte von geflüchteten Palästinensern überschwemmt worden. Am Samstag seien "etwa 70.000 Zelte, in denen Zehntausende Vertriebene untergebracht waren, überflutet worden", teilte ein von der radikalislamischen Hamas geführtes Pressebüro mit.
Unbewohnbare Zelte: Hunderte Familien auf der Flucht
Zudem seien dutzende rissige Wände oder Dächer eingestürzt. Dabei habe es in mehreren Gebieten des vom Krieg verwüsteten Palästinensergebiets Verletzte gegeben. Einige von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Seit Samstagmorgen flüchteten Hunderte Familien aus Lagern in der Stadt Gaza und im Zentrum und Norden des Küstenstreifens, nachdem große Wassermassen die Camps überflutet hatten. Sie sind nun obdachlos.
Das Leben der Menschen im Gazastreifen hat sich dramatisch verändert. Trümmer und mangelnde medizinische Versorgung sind dort zum schweren Alltag geworden.
08.10.2026 | 2:36 minDer Sprecher des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes, Mahmud Bassal, teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, seine Teams hätten in der Nacht mehr als 1.500 Anrufe von Menschen erhalten, die nach der Überflutung ihrer Zelte um Hilfe gebeten hätten. Die Behörden hätten dafür jedoch keine Ausrüstung und keine Kapazitäten.
Wir haben einen dringenden Notruf an die internationale Gemeinschaft und humanitäre Organisationen gerichtet. Wir können die Folgen dieses Sturms nicht alleine bewältigen.
Mahmud Bassal, Sprecher Zivilschutz Gaza
Vereinte Nationen fordern Mittel für Notunterkünfte
Hilfsorganisationen im Gazastreifen fehlen jetzt in der Regenzeit Mittel für Notunterkünfte. Knapp 295.000 Familien bräuchten Hilfe bei ihren Unterkünften, teilte das Nothilfebüro der Vereinten Nationen mit. Die vorhandenen Hilfsgüter reichten aber nur, um 18 Prozent der Bedürftigen zu versorgen; auch dies nur teilweise.
Wegen Finanzierungslücken kürzt das Welternährungsprogramm der UN seine Hilfen in Gaza. Rund eine halbe Million Menschen geht nun leer aus.
19.10.2026 | 0:29 minWegen fehlender Mittel, langsamer Beschaffungsverfahren und verzögerter Genehmigungen durch die israelischen Behörden könnten weitere Hilfsgüter die Palästinenser womöglich erst erreichen, wenn der Winter schon größtenteils verstrichen sei.
Warnung vor Krankheiten und Epidemien
Ein Zusammenschluss palästinensischer zivilgesellschaftlicher Organisationen warnte daher in einer Erklärung vor der Gefahr der "Ausbreitung von Krankheiten und Epidemien", die das Leben von Hunderttausenden von Einwohnern bedrohe.
Die Organisationen forderten, Druck auf Israel auszuüben, "damit humanitäre Hilfe uneingeschränkt ins Land gelassen wird". Trotz der unter Vermittlung von Ägypten, Katar und den USA zustande gekommenen Waffenruhe vom Oktober 2025 setzt die israelische Armee ihre Angriffe im Gazastreifen fast täglich fort.
Quelle: AFP, AP
Über die Überschwemmungen in Gaza berichtet die ZDFheute am 07.11.2026 um 19:30 Uhr.
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