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Wednesday, October 14, 2026

Affäre um Claudio Zali – Die tot aufgefundene Frau wandte sich schon 2021 an die Polizei

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  • Die Frau, die den Tessiner Ex-Regierungsrat Claudio Zali belastet hat, hatte sich schon 2021 an die Polizei gewandt und berichtet, sie sei bedroht worden.
  • Die Frau ist im August im Luganersee tot aufgefunden worden.
  • Im Juli hatte sie eine Aufnahme publiziert, in der Zali sagte, er habe eine Frau «verprügelt».

«Es ist weder Rache noch Hass. Es ist Gerechtigkeit.» Dies sagte Sabrina (Pseudonym), bevor sie am 18. August tot im Luganersee gefunden wurde.

Es ist dieselbe Frau, die Mitte Juli die Audioaufnahmen des damaligen Tessiner Regierungspräsidenten Claudio Zali auf Instagram veröffentlichte. Darin sagte dieser, er habe eine Frau «verprügelt».

Vier Personen halten lila Schilder bei einer Versammlung.
Legende: Demonstrierende forderten am 3. September vor dem Gebäude der Stadtverwaltung in Lugano Gerechtigkeit im Fall der Frau, die am 18. August tot im Luganersee gefunden wurde. KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta

Die Worte von Sabrina sind in einer der Sprachnachrichten zu hören, die dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI) von ihr zur Verfügung gestellt wurden, zusammen mit Chats, E-Mails und weiteren Aufnahmen. Die 52-Jährige stand mit RSI in den letzten Monaten ihres Lebens in Kontakt, bis zum Tag ihres Todes im August.

Unter den Dokumenten befinden sich bisher unveröffentlichte Telefonate. In einem berichtete Sabrina Ende Mai 2021 der Kantonspolizei, sie sei in einem Auto festgehalten und bedroht worden. Sie nannte aber keine Namen.

In einem anderen Telefonat, das am Abend nach ihrer ersten Befragung aufgezeichnet wurde, erzählte sie, dass sie dem Generalstaatsanwalt die Chats mit Zali gezeigt habe. Staatsanwalt Andrea Pagani bestätigt, dass er eine summarische Einsicht hatte. Er habe aber keine Elemente eines Offizialdelikts festgestellt.

Der Tessiner Generalstaatsanwalt Andrea Pagani verteidigt gegenüber RSI sein Vorgehen im Jahr 2021. Zali sei am 7. September 2021 vorgeladen worden. Er habe sich aber entschieden, zu den Vorfällen nicht auszusagen. Deshalb gebe es kein Protokoll, sondern eine Aktennotiz, wie er es seit 2019 regelmässig mache, wenn er eine Partei treffe, ohne sie zu befragen. Hätte Zali ausgesagt, «hätte ich ihn befragt».

Zudem hätten damals ausreichende Hinweise für eine Untersuchung gefehlt.

Sabrina zeigte diese Vorfälle dann an, zog die Klage jedoch später zurück. Der Fall wurde dann geschlossen.

Von diesem Moment an erstattete sie keine weiteren Anzeigen mehr, begann aber, Material zu sammeln, «um sich zu schützen», wie eine Freundin von Sabrina gegenüber RSI sagt. Dann, im November 2025, nach einem weiteren mutmasslichen Gewaltereignis, machte es «Klick», und Sabrina beschloss, alles zu erzählen, zuerst in den sozialen Medien, dann der Justiz.

USB-Stick für die Staatsanwaltschaft

Im Mai dieses Jahres gerät Sabrina erneut ins Visier der Staatsanwaltschaft. Sie wird in einem anderen Verfahren angehört, diesmal als Beschuldigte: wegen Missbrauchs eines Kommunikationsgeräts, über das sie von einem anonymen Profil Nachrichten verschickt haben soll.

Der Chef von «La Regione» über die Vorgänge um Zali von 2021:

In diesem Moment übergibt sie der Staatsanwaltschaft einen USB-Stick voller Material. In der Folge wird eine neue Untersuchung gegen Zali eröffnet, wegen mutmasslicher Delikte gegen die sexuelle Integrität. Sabrina wird als Zeugin für den 23. Juli vorgeladen, wenige Tage nach der Veröffentlichung der berühmten Audioaufnahmen von Zali, in denen dieser erklärt, eine Frau «verprügelt» zu haben.

Zali äussert sich nicht

Am 2. September bezeichnet Zali die Untersuchung als «unbegründetes Verfahren», das aus einer «verlogenen Anzeige» der Frau entstanden sei, die «von tiefem Groll beseelt» sei.

Zali weist alle Vorwürfe zurück. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Er wollte gegenüber RSI keine Stellung nehmen.

Die Staatsanwaltschaft untersucht auch den mutmasslichen Übergriff, den Sabrina in der Nacht vom 7. auf den 8. August erlitten haben soll.

Ihr Tod am 18. August ist gemäss Autopsie auf Ersticken durch Ertrinken infolge einer Mischung aus Alkohol und Medikamenten zurückzuführen. Das schreiben die Behörden. Sie haben von Anfang an das Einwirken Dritter augeschlossen.

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