The Jerusalem PostIsrael, US elections demand accountability, not blind loyalty - opinionRTP DesportoFamalicão - AlvercaDaily MaverickAFTER THE BELL: Whether Boxer or the ANC, succession planning separates strong institutions from fragile onesESPNJets' 'Cleveland Brown' troll leads top NFL jabs of Week 5ESPN DeportesHurgando en la pelea del dueño de una terraza en Wrigleyville con los CubsVilaWebEl consum familiar empeny amb força l’economiaAnime News NetworkTexas' Kawacon Anime, Gaming Convention Ends After 5 YearsVarietyWhat Paramount-Warner Bros. Merger Reveals About Media’s Future (Guest Column)DeadlineCatherine Laga’aia & Deacon Phillippe To Lead Disney+ Pilot ‘Spaceship Earth’ZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioBillboardDistroKid Removes Songs in Response to UMG’s Streaming ‘Slop’ LawsuitNOS SportBaansprinter Richardson, rivaal van Lavreysen, vlak voor WK uit Britse selectie gezet
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 12, 2026

Ministerin Bärbel Bas tritt ab – Die Trauer, der Streit und die Zerrüttung der Regierung Merz

Translate

Dann kaufte sich Frau Bas eine Harley. Eine «Lowrider S», perfekt für den Wahlkampf. Frau Bas gab offen zu, dass sie im Stau auch mal zwischen den Autoreihen nach vorne drängle – dafür sei ein Motorrad ja auch da. Bärbel Bas, die Kämpferin, auf der Autobahn und im Leben. Aus ärmsten Verhältnissen kämpfte sie sich an die Spitze der Republik – das perfekte Beispiel für das Funktionieren des Aufstiegsversprechens der SPD.

Doch jetzt wurde es zu viel. Sechs Jahre nach dem Tod ihres Ehemannes, eines SPD-Urgesteins und 27 Jahre älter als Bas, starb Ende September auch dessen Tochter, Bas' Stieftochter. Die Frau war nur wenige Jahre jünger als Bas, aber die Verbindung blieb eng. Via Instagram schrieb Bas, sie brauche jetzt Zeit zur Trauer. Gebe Ministeramt und Co-Parteivorsitz ab.

«Unmenschlich und rücksichtslos»

Der innenpolitisch relevante Teil der Nachricht folgte im zweiten Absatz: Darüber hinaus, schrieb Bas, müsse sie feststellen, «dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden». Nur wenig später legte die SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, nach: «Unmenschlich und rücksichtslos» habe man Bas behandelt, im Wissen um ihre Trauer, ihren Schmerz.

Es geht um die wichtigen Reformpakete der Regierung Merz, die Rente vor allem. Wann und wie viel? Darüber wird seit Monaten leidenschaftlich gestritten, zum Leidwesen einer konsternierten Bevölkerung und zur Freude der AfD, der Alternative für Deutschland. So weit so normal. Doch mit ihrem emotionalen Post verknüpft Bas das Private mit dem Politischen.

Bärbel Bas' Trauer und Merz' Rücksicht

Für Kanzler Merz eine heikle Situation. Er beteuert, die Angriffe hätte nicht der Person, sondern der Politik von Bärbel Bas gegolten. Aber der Anstand verbietet es ihm, richtig zurückzugeben, die eigene Position glasklar zu formulieren. Und gerade das wäre heute Merz' Plan gewesen.

Die CDU traf sich zu einer zweitägigen Klausur – und an deren Ende stand das Papier «Was jetzt passieren muss». Gedacht als Neustart. Durchaus selbstkritisch steht hier: «Deutschland erwartet von uns, dass wir etwas ändern». Und: «Die Stärke einer Volkspartei ist das Schmieden von Kompromissen zum besten unseres Landes». Dabei wolle man sich «nicht verbiegen lassen».

Alles wackelt

Vorwürfe, Beschuldigungen, Misstrauen. Das ist die Arbeitsgrundlage der Koalition im Oktober 2026. Alles wackelt. Schon vor einer Woche musste Bundespräsident Steinmeier zum Telefon greifen und die Koalitionäre ermahnen, sich jetzt zusammenzureissen.

Und die Perspektive? Zum Jahreswechsel will die SPD entscheiden, wer neben Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil neue Co-Chefin der SPD werden wird. Es könnte auf die erfolgreichste Sozialdemokratin dieser Tage hinauslaufen: Manuela Schwesig. Sie holte in Mecklenburg-Vorpommern ein ausgezeichnetes Ergebnis für ihre Partei, wird Ministerpräsidentin bleiben können.

Manuela Schwesig und die Wut des Kanzlers

Ausgerechnet Schwesig, die kürzlich den Kanzler stehen liess. Merz beschuldigte sie, in Mecklenburg-Vorpommern zu wenig Rücksicht auf die CDU genommen zu haben. Sie habe «die demokratische Mitte zerstört». Schwesig liess den Kanzler mit den Worten stehen, er könne sich «einen Termin ausmachen, wenn er Gesprächsbedarf habe». Der Kanzler schäumte.

Die Zeichen stehen also auf Sturm. Donnergrollen, lauter als jede Harley.

Leiter der Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten

Stefan Reinhart ist Leiter der Auslandkorrespondentinnen und ‑korrespondenten und Chef vom Dienst im Newsroom Zürich. Zuvor war er Deutschlandkorrespondent für SRF.

View the original on SRF News →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.