US-Regierung schließt Microsoft und Adobe von Visa-Programm aus
Die US-Regierung schließt die Tech-Konzerne Microsoft und Adobe sowie weitere Unternehmen von der Möglichkeit aus, befristete Arbeitserlaubnisse für ausländische Fachkräfte in dauerhafte Green Cards umzuwandeln. Damit wolle die Regierung dem Missbrauch des Programms vorbeugen und sich für amerikanische Arbeitskräfte einsetzen, teilten das US-Arbeitsministerium und Vizepräsident J.D. Vance am Donnerstag mit.
Von den befristeten Arbeitserlaubnissen für ausländische Fachkräfte haben in der Vergangenheit insbesondere große Tech-Unternehmen wie Microsoft, Meta oder Google profitiert. Diese „H-1B“-Visa werden auf Antrag der Arbeitgeber für ausgebildete Fachkräfte für drei Jahre ausgestellt und können maximal um drei weitere Jahre verlängert werden. Die Anzahl der H-1B-Visa ist auf jährlich 65.000 beschränkt.
H-1B als Weg zur Green Card
Im Rahmen des Programms H-1B-PERM können Unternehmen eine permanente Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung („Green Card“) für ausländische Mitarbeiter beantragen, die bereits ein H-1B-Visum haben. Dafür müssen sie unter anderem nachweisen, dass sie die Stelle ausgeschrieben haben und nicht mit einer US-amerikanischen Arbeitskraft besetzen konnten.
„Unglücklicherweise gibt es in den Vereinigten Staaten kein Unternehmen, dass dieses System so missbraucht wie Microsoft“, sagte US-Vizepräsident J.D. Vance am Donnerstag in Washington. Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr 6000 amerikanische Arbeitnehmer entlassen und zugleich 6300 H-1B-Visa sowie 3000 Green Cards beantragt.
„Unsere Botschaft für Microsoft ist: Ihr seid ein großartiges amerikanisches Unternehmen, aber ihr müsst auch großartige amerikanische Arbeiter anstellen“, sagte Vance. Microsoft und Adobe haben zur Stunde noch nicht auf die Vorwürfe reagiert.
„Jahrzehntelanger Missbrauch“
Neben den zwei Tech-Größen Microsoft und Adobe werden auch „einige der größten IT-Outsourcing-Firmen der Welt“ von dem Programm ausgeschlossen, sagte US-Arbeitsminister Keith Sonderling: „Cognizant, Infosys, Tata, Wipro, HCL und Cap Gemini.“ Der Entscheidung seien Ermittlungen einer Task Force des Ministeriums vorausgegangen. Sonderling spricht von einem „jahrzehnte währenden Missbrauch“.
Nicht nur die US-Regierung vermutet, dass die großen Tech-Unternehmen systematisch gegen Regeln für Visa und Green Cards verstoßen, um billige Arbeitskräfte ins Land zu holen. Nach den jüngsten Massenentlassungen bei Big Tech finden die Betroffenen nicht mehr so schnell neue Jobs, wie es in früheren Jahren noch der Fall war. Ehemalige Angestellte bilden Initiativen und fordern mehr Transparenz auf dem Arbeitsmarkt.
Die US-Regierung hat sich für die zweite Amtszeit von Präsident Donald Trump deutlich strengere Regeln bei der Visa-Vergabe zum Ziel gesetzt. Dabei sind insbesondere die in der Tech-Branche beliebten H-1B-Visa ins Visier der Regierung geraten. Trump wirft den Unternehmen vor, die Visa zum Lohndumping zu nutzen und ausländische Mitarbeiter gut ausgebildeten amerikanischen Fachkräften vorzuziehen.
Trumps restriktive Visa-Politik
Den Versuch, die H-1B-Visa mit einer Gebühr von 100.000 US-Dollar zu belegen und damit unattraktiv zu machen, hat ein Gericht zunächst gestoppt. Die USA stellen jährlich 65.000 H-1B-Visa aus sowie weitere 20.000 für Fachkräfte, die in den USA berufsbegleitend einen höheren Bildungsabschluss machen wollen. Je nach Herkunftsland und anderen Faktoren lagen die Kosten für ein solches Visum bisher bei 2000 bis 5000 US-Dollar.
In den Jahren 2023 und 2024 wurden nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums über 70 Prozent der genehmigten H1B-Visa für indische Staatsbürger ausgestellt. Auf die zweitgrößte Gruppe der chinesischen Staatsbürger entfielen nur gut 11 Prozent der ausgestellten Visa.
Unter den am Donnerstag von der US-Regierung sanktionierten Unternehmen sind neben Microsoft und Adobe vor allem indischen Konzerne wie Tata, Wipro, HCL und Infosys betroffen. Cognizant ist zwar ein US-Konzern, wurde aber in Indien gegründet und unterhält dort große Niederlassungen. Während die USA die Visa-Vergabe einschränkt, entstehen in Indien zahlreiche Arbeitsplätze in der Tech-Branche.
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