Abstimmung Kanton Luzern – Gegenvorschlag zur Fan-Gewalt-Initiative macht das Rennen

Massnahmen gegen Fan-Gewalt
Kanton Luzern: Volksinitiative «Gegen Fan-Gewalt»
-
JA
52.8%
70'114 Stimmen
-
NEIN
47.2%
62'627 Stimmen
Gegenvorschlag Massnahmen gegen Fan-Gewalt
Kanton Luzern: Gegenentwurf zur Volksinitiative «Gegen Fan-Gewalt»
-
JA
74.8%
94'407 Stimmen
-
NEIN
25.2%
31'873 Stimmen
Das Stimmvolk des Kantons Luzern begrüsst weitere Massnahmen gegen Ausschreitungen an Sportveranstaltungen. Die Fan-Gewalt-Initiative der Mitte wird angenommen. Aber auch beim Gegenvorschlag gibt es eine breite Zustimmung. Da bei der Stichfrage der Gegenvorschlag obsiegt, macht dieser das Rennen.
Für die Initiative «Gegen Fan-Gewalt» der Mitte stimmten 70'114 Personen (52.8 Prozent), 62'627 Personen (47.2 Prozent) lehnten sie ab. 94'407 Stimmberechtigte (74.8 Prozent) stimmten für den Gegenvorschlag, 31'873 (25.2 Prozent) dagegen.
Bei der Stichfrage stimmten 73'592 (58.9 Prozent) für den Gegenvorschlag, 51'485 (41.1 Prozent) dagegen. Damit setzte sich der Gegenentwurf in der Endabrechnung durch.
Mitte forderte unter anderem ID-Pflicht
Die Mitte-Partei lancierte 2023 die Initiative «Gegen Fan-Gewalt». Die Mitte forderte darin verschiedene Massnahmen. So wird etwa eine ID-Pflicht für den Besuch eines Fussballspiels verlangt.
Weiter sollte es ein verbindliches An- und Rückreisekonzept geben. Und: Wenn es zu Ausschreitungen kommt, sollen die Behörden die Vorschriften für die Durchführung eines Fussballspiels stufenweise verschärfen können.
«Resultate aus Luzern haben Signalwirkung»
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Die Bevölkerung des Kantons Luzern hat heute ein deutliches Zeichen gesetzt: Sie hat genug von Randale, Ausschreitungen und Gewalt rund um Sportveranstaltungen. Trotzdem: Das schärfste Hooligan-Gesetz der Schweiz – mit einer ID-Pflicht im Stadion – kommt nicht. Grund ist die Taktik der Gegnerschaft der Initiative. Sie hat gespürt, dass die Initiative Chancen hat bei der Bevölkerung und hat deshalb der Initiative einen Gegenvorschlag gegenübergestellt – mit weniger scharfen Massnahmen. Und so kommt es nun zur paradoxen Situation, dass die Mitte-Initiative zwar angenommen wurde, diese aber trotzdem nicht umgesetzt werden muss. Denn auch der Gegenvorschlag erhielt ein deutliches Ja, und dieser setzte sich denn auch in der Stichfrage deutlich durch. Das heisst: Auch wenn die Bevölkerung sogar Ja sagte zur ID-Pflicht in den Stadien, wird diese nicht eingeführt. Aber: Das deutliche Zeichen aus Luzern gegen Fangewalt dürfte auch nationale Beachtung finden.
Analyse von Redaktor Sämi Studer
Aus Sicht der Luzerner Regierung waren diese Massnahmen nicht geeignet. Sie enthalte Forderungen, die nicht mit nationalen Massnahmen abgestimmt seien. Die Regierung hatte deshalb einen Gegenentwurf ausgearbeitet.
Der Gegenentwurf nimmt den FC Luzern stärker in die Pflicht, etwa bei Prävention, Dialog und Videoüberwachung, bei Fan-Märschen und beim Stadioneingang. Und: Risikospiele benötigen künftig eine Einzelbewilligung.
Über diese Vorlagen wurde ebenfalls abgestimmt
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Nebst der Initiative «Gegen Fan-Gewalt» kamen am 27. September 2026 im Kanton Luzern drei weitere Vorlagen an die Urne:
- Erweiterung und Umnutzung der Kantonsschule Reussbühl: Die 1970 erbaute Schule kann für 81.4 Millionen Franken ausgebaut werden. Der Ja-Stimmenanteil betrug rund 68 Prozent.
- Ausbau der Standortförderung: Diese kann mit 250 Millionen Franken jährlich aus den Einnahmen der OECD-Mindestbesteuerung finanziert werden. Der Ja-Stimmenanteil betrug rund 65 Prozent.
- Die Luzerner Stimmbevölkerung lockert das Ladenöffnungsgesetz. Damit dürfen unbediente Läden und Hofläden künftig länger geöffnet sein. Der Ja-Stimmenanteil betrug 55.2 Prozent.
Abstimmungsdossier
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Hier finden Sie News und Hintergründe zu den Abstimmungen vom 27. September 2026.
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Regionaljournal Zentralschweiz, 27.9.2026, 12:10 Uhr ; oecc/stat;noes
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