Wahlbarometer 2026 – Die Mächtigste, der Beliebteste und das Schlusslicht im Bundesrat

Welchem Mitglied der Regierung traut die Schweizer Bevölkerung besonders viel Einfluss zu? Und wer kommt am besten an? Das SRG-Wahlbarometer, durchgeführt vom Forschungsinstitut Sotomo, liefert die Antworten.
- Karin Keller-Sutter
- Albert Rösti
- Guy Parmelin
- Beat Jans
- Martin Pfister
- Ignazio Cassis
- Elisabeth Baume-Schneider
Karin Keller-Sutter
Finanzministerin Karin Keller-Sutter bleibt aus Sicht der Bevölkerung das einflussreichste Mitglied des Bundesrats. Fast zwei Drittel zählen sie zu den Mitgliedern mit dem grössten Einfluss. Zwar verliert sie gegenüber dem Vorjahr etwas an Boden (-13 Prozentpunkte), der Vorsprung auf die Konkurrenz bleibt aber.
Zuletzt konnte sie einen wichtigen Erfolg verbuchen: Der Ständerat stellte sich bei den neuen Eigenkapitalvorschriften für die UBS hinter die Finanzministerin.
Auch bei der Sympathie legt die FDP-Bundesrätin zu. Neu belegt sie den dritten Platz.
Albert Rösti
Auf Platz zwei des Einfluss-Rankings folgt Albert Rösti. Der Umwelt-, Verkehrs- und Energieminister stand in den vergangenen Monaten häufig im Fokus der Öffentlichkeit, etwa wegen Energie- und Umweltfragen während des aussergewöhnlich heissen Sommers.
Bei der Sympathie verliert der SVP-Bundesrat. Er gehört zwar nicht zu den unbeliebtesten Regierungsmitgliedern, doch mittlerweile halten ihn ähnlich viele Befragte für sympathisch wie für unsympathisch.
Guy Parmelin
Der grösste Gewinner im Einfluss-Ranking ist Guy Parmelin. Der SVP-Wirtschaftsminister legt gegenüber dem Vorjahr deutlich zu (+25 Prozentpunkte).
Bei der Sympathie führt er das Ranking erstmals an. Mehr als 60 Prozent der Befragten bezeichnen ihn als sympathisch. Die Datenerhebung fand noch vor der Bekanntgabe seines Rücktritts auf Ende 2026 statt.
Zu den Gründen für seine hohen Beliebtheitswerte dürften seine bodenständige Art und seine hohe Sichtbarkeit als Bundespräsident gehören.
Beat Jans
Justizminister Beat Jans gehört trotz hoher Medienpräsenz weiterhin zu den Bundesratsmitgliedern, denen wenig Einfluss zugeschrieben wird.
Ein gewisses Grundvertrauen der Bevölkerung in die Institutionen eines Landes ist ein wichtiger Pfeiler für das Funktionieren der Demokratie. In der Schweiz bringen etwas über die Hälfte der Bevölkerung den wichtigsten politischen Institutionen grundsätzlich Vertrauen entgegen.
Von den politischen Institutionen am meisten Vertrauen erhält dabei der Ständerat. 58 Prozent der Befragten äussern ein (eher) hohes Vertrauen in die Kantonskammer, während ihr 38 Prozent ein (eher) tiefes Vertrauen entgegenbringen.
Bei den Gemeindeexekutiven geben 55 Prozent an, ihnen (eher) hohes Vertrauen entgegenzubringen und auch der Bundesrat geniesst bei über der Hälfte der Bevölkerung ein (eher) hohes Vertrauen (54 Prozent). Den Kantonsregierungen (51 Prozent) sowie dem Nationalrat (49 Prozent) wird etwas weniger vertraut.
Bei der Sympathie verliert der SP-Bundesrat gegenüber dem Vorjahr. Er fiel vom zweiten auf den vierten Rang und weist sehr ähnliche Werte auf wie Albert Rösti. Jans stand zuletzt wegen der Asylpolitik im Fokus politischer Debatten.
Martin Pfister
Verteidigungsminister Martin Pfister wird von vielen noch nicht als besonders einflussreich wahrgenommen. Der Anteil, der ihm wenig Einfluss zuschreibt, ist etwas höher als jener, der ihn zu den einflussreichen Bundesratsmitgliedern zählen. Dennoch verbessert sich Pfister leicht (+4 Prozentpunkte).
Gleichzeitig bleibt der Mitte-Bundesrat eines der beliebtesten Mitglieder der Regierung. Im Sympathie-Ranking landet er auf dem zweiten Platz.
Ignazio Cassis
Für Aussenminister Ignazio Cassis bleibt es ein schwieriges Ranking. Beim Einfluss liegt er im hinteren Feld, und auch bei der Sympathie belegt er den letzten Platz.
Zwar verbessert sich der FDP-Bundesrat leicht. Gleichzeitig bleibt der Anteil jener hoch, die ihn als eher nicht sympathisch wahrnehmen. Dazu dürfte beitragen, dass die Bevölkerung die Aussenpolitik des Bundesrats gegenüber mehreren Staaten kritisch beurteilt.
Elisabeth Baume-Schneider
Die Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider bildet erneut das Schlusslicht beim wahrgenommenen Einfluss. Kein anderes Mitglied des Bundesrats wird von so vielen als wenig einflussreich eingestuft.
Ihre Sympathiewerte haben sich stabilisiert. Nachdem die Bewertung nach 2023 zurückgegangen war, bewegt sie sich seit mehreren Jahren auf ähnlichem Niveau und liegt im Mittelfeld der Landesregierung.
Im Dezember wählt das Parlament ein neues Bundesratsmitglied. Und bereits im Oktober 2027 wählt die Bevölkerung ein neues Parlament. Wie gut stehen die Parteien ein Jahr vor den eidgenössischen Wahlen da? Die Parteispitzen nehmen Stellung – in der «Arena» um 22:25 Uhr auf SRF 1.
Die Datenerhebung des SRG SSR Wahlbarometers fand zwischen dem 10. und dem 23. September 2026 statt. Die Befragung erfolgte online, die Teilnehmenden wurden einerseits über die Webportale der SRG SSR, andererseits via Online-Panel von Sotomo rekrutiert.
Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 25‘092 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden (Deutschschweiz: 21‘240, französischsprachige Schweiz: 3‘201, italienischsprachige Schweiz: 651).
Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selbst rekrutieren (opt-in), können Verzerrungen in der Zusammensetzung der Stichprobe auftreten. Es werden deshalb statistische Gewichtungsverfahren angewendet, damit die Stichprobe hinsichtlich zentraler soziodemographischer Merkmale der Bevölkerung entspricht. Neben räumlichen (Wohnort) und soziodemographischen (Alter, Geschlecht, Bildung) Gewichtungskriterien werden dabei auch politische Gewichtungskriterien beigezogen (Stimm- und Wahlverhalten, regionale Parteienstruktur usw.). Dieses Vorgehen gewährleistet eine hohe Repräsentativität der Stimmbevölkerung der Schweiz.
Für die vorliegende Gesamtstichprobe beträgt das 95-Prozent-Konfidenzintervall für einen 50-Prozent-Anteil +/-1.2 Prozentpunkte (Fehlerbereich).
Projektteam des Forschungsinstituts Sotomo: Michael Hermann, Sarah Bütikofer, Elia Heer, Simon Stückelberger
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