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Friday, November 6, 2026

Akte Markle: Was das FBI gegen Meghans Vater in der Hand hat

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  • Meghans Vater Thomas Markle (82) ist in Florida wegen mutmasslichen Besitzes von Kinderpornografie festgenommen worden.
  • Das FBI fand in zwei Lagerräumen bei Los Angeles 78 Gegenstände, darunter Fotonegative und Bücher.
  • Markle nannte die Vorwürfe «kranke Lügen». Noch heute soll er in Tampa vor Gericht erscheinen.

Der Vater von Herzogin Meghan, Thomas Markle, ist im US-Bundesstaat Florida festgenommen worden. Der 82-Jährige wurde wegen des mutmasslichen Besitzes kinderpornografischen Materials angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft des Zentralbezirks von Kalifornien mitteilte.

Zuvor seien zwei Lagerräume in der Gegend von Los Angeles durchsucht worden, die Markle seit fast zwei Jahrzehnten gemietet habe, hiess es. Bei der Durchsuchung dieser Lagerräume seien 78 Gegenstände entdeckt und in Gewahrsam genommen worden, darunter Bildmaterial und Bücher im Zusammenhang mit mutmasslich missbrauchten Minderjährigen. Noch heute solle Markle in Tampa im Bundesstaat Florida vor Gericht erscheinen.

Wie es in der Klage heisst, die 20 Minuten vorliegt, gehören zu den sichergestellten Gegenständen auch Kodak-Fotonegative. Das FBI hat diese gescannt und ausgewertet. Auf mehreren Bildern ist ein Mann zu sehen, den das FBI als Thomas Markle im Alter von 30 oder 40 Jahren identifiziert hat. In einer Aufnahme sitzt ein nacktes Mädchen auf ihm, er berührt es im Intimbereich. Andere Fotos zeigen Markle mit Mädchen, die ihre Beine spreizen. Die Aufnahmen dürften auf den Philippinen gemacht worden sein, so das FBI.

Sogar der FBI-Direktor schaltet sich ein

Auch der FBI-Direktor Kash Patel äusserte sich zum Fall: «Herr Markle soll unschuldige Kinder ins Visier genommen und versucht haben, ihnen durch seine kriminellen Handlungen ihre Unschuld zu rauben», so Patel in einem Communiqué. «Kein Täter, der Kinder ins Visier nimmt, wird in diesem Land oder irgendwo sonst, wo er sich zu verstecken versucht, einen sicheren Zufluchtsort finden.»

«Die Anschuldigungen sind extrem ernst und wir werden Herrn Markle mit allen rechtlichen Mitteln strafrechtlich verfolgen», teilte der stellvertretende Bundesstaatsanwalt in Kalifornien, Bill Essayli, mit. Herzogin Meghan äusserte sich zunächst nicht zu der Festnahme.

Thomas Markle wies Vorwürfe bislang zurück

Im Oktober war bekannt geworden, dass der Vater von Meghan Markle in seinem früheren Haus in der Provinz Cebu auf den Philippinen eine grosse Menge kinderpornografischen Materials zurückgelassen haben soll. Das hatten verschiedene Medien unter Berufung auf Meghans Halbbruder, Thomas Markle Jr. (60), berichtet.

Er gibt an, Kontakt zur Polizei auf den Philippinen aufgenommen zu haben, nachdem er in dem Haus entsprechende Bilder und Videos gefunden habe. Zudem habe er seine Funde im Juli den Behörden in den USA gemeldet. Markle Sr., der mittlerweile wieder in den USA lebt, wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als «kranke Lügen».

Inzwischen geriet auch der Sohn ins Visier der Ermittler auf den Philippinen. Er könnte ebenfalls in die mutmasslichen Straftaten verwickelt sein, sagte Innenminister Juanito Victor Remulla in Manila zuletzt und verwies auf Zeugenaussagen. Er werde bislang aber lediglich als «Person von Interesse» betrachtet und nicht als Verdächtiger.

7500 Fotos und ein Video

Bei den Ermittlungen seien bisher etwa 7500 Fotos sowie ein Video mit Aufnahmen von mutmasslich missbrauchten minderjährigen Jungen und Mädchen sichergestellt worden, erklärte der Minister. Die abgebildeten Kinder stammten demnach aus Asien, Lateinamerika und Europa. Remulla bezeichnete das Material als «besonders verstörend».

Markle Jr. hat den Behörden insgesamt vier Kisten mit Beweismaterial übergeben, darunter Computer, Mobiltelefone, Festplatten und alte Videokassetten, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Polizei in Cebu erhielt demnach in der vergangenen Woche einen richterlichen Beschluss, um die Datenträger und Unterlagen zu untersuchen. Genaue Details, weshalb Markle Jr. nun ins Visier der Ermittler geraten ist, wurden nicht mitgeteilt.

Funkstille zwischen Meghan und Vater

Meghan (45) hatte sich nach Bekanntwerden der Berichte «zutiefst bestürzt» gezeigt. Sie sei bereits 2018 von britischen Sicherheitsbehörden über «beunruhigende und verstörende Vorwürfe» gegen ihren Vater informiert worden, hatte die Frau von Prinz Harry Ende Oktober mitgeteilt. Sie fügte hinzu: «Ich hoffe, dass nun verständlich wird, dass – trotz der Verzerrungen durch einige Medienberichte im Laufe der Jahre – jede Distanz zu meinem Vater und meine Entscheidung, ihm den Kontakt zu unseren Kindern zu verweigern, nur einem Grund diente: sie zu schützen.»

Die beiden haben seit Langem ein schwieriges Verhältnis. Thomas Markle war 2018 nicht zur Hochzeit seiner Tochter in Grossbritannien gereist. Stattdessen hatte ihr Schwiegervater, der damalige Thronfolger Charles, Meghan zum Altar geführt.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Clickandstop.ch, Online-Meldestelle der Stiftung Kinderschutz Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio, Beforemore und bei den UPK Basel.

Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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