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Tuesday, October 20, 2026

Wie Drohnenattacken Russlands digitalen Alltag treffen

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Angriffe auf Yandex-Datenzentren führen in Russland zu Ausfällen bei Taxi- und Lieferdiensten. Die Reparatur könnte Monate dauern. Ob auch das russische Bot-Netz betroffen ist, bleibt unklar.

16.10.2026 | 2:00 min

Das Statement in der Bezahl-App von Yandex, dem wohl wichtigsten Digitalkonzern Russlands, lässt aufhorchen: "Wir wissen, wie wichtig es ist, jederzeit Zugriff auf das eigene Geld zu haben", heißt es dort tagelang. "Unsere Ingenieure arbeiten daran, dass wieder alles reibungslos funktioniert."

Ihr Geld ist sicher.

Statement in der "Yandex"-App

Wenn sich ein Unternehmen genötigt sieht, zu betonen, dass das Geld von Kunden "sicher" sei, lässt das zumindest erahnen, wie gravierend die Probleme sind. Bei Yandex funktionierten Überweisungen über Tage nicht - teils sind die Dienste noch immer gestört.

Die Ukraine trifft nach eigenen Angaben Russlands größte Öl-Raffinerie und auch ein Rechenzentrum des Tech-Unternehmens Yandex. ZDFheute live dazu, was die Angriffe bewirken.

08.10.2026 | 30:55 min

Ukraine greift vermehrt Rechenzentren an

Die Gründe dafür liegen in den russischen Regionen Kaluga, Rjasan und Wladimir. Die dortigen Rechenzentren des Unternehmens wurden in den vergangenen Tagen von ukrainischen Drohnen getroffen. Brände und massive Störungen im Yandex-Betrieb waren die Folge.

Dabei ist Yandex nicht irgendwer. Der Konzern ist aus Russlands Alltag nicht wegzudenken. Egal ob Taxi-Dienste, Essensbestellungen, Navigation oder eben Bezahlungen: Ein Großteil der alltäglichen Online-Dienste wird in Russland über Yandex abgewickelt. Das milliardenschwere Unternehmen betreibt dementsprechend große Rechenzentren im Land.

1.600 Firmen und Unternehmer wurden beim EU-Außenministertreffen in Luxemburg auf die Sanktionsliste gesetzt. Der "Diesel-Deal" zwischen Trump und Putin traf auf Unverständnis.

12.10.2026 | 2:56 min

Stillstand in Moskau: Taxi-Dienst von Yandex fällt aus

Die Auswirkungen der Angriffe zeigten sich vergangene Woche etwa in Moskau. Dort fielen die Taxi-Dienste des Unternehmens großflächig aus. Weder funktionierten Bestellungen zuverlässig noch die Kommunikation in der Yandex-App.

Bei etlichen Fahrten musste ich die Fahrt schließlich stornieren, weil ich den Fahrgast nicht kontaktieren konnte.

Pawel, Yandex-Taxifahrer

Auch der Sprachassistent von Yandex (genannt: "Alisa") sah sich mit Problemen konfrontiert. Die hauseigene Yandex-Cloud war nur im Notbetrieb erreichbar. Damit stellt sich unweigerlich auch die Frage nach wirtschaftlichen Auswirkungen über Yandex hinaus.

Denn der Konzern betreibt nicht nur eigene Online-Dienste, sondern stellt mit seiner Cloud-Infrastruktur auch digitale Dienstleistungen für andere Unternehmen bereit. Störungen dieser Infrastruktur könnten deshalb weitere Bereiche der russischen Wirtschaft treffen.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf Sankt Petersburg ist russischen Angaben zufolge ein Mensch getötet worden. Ziel war offenbar ein Ölterminal.

18.10.2026 | 0:21 min

Auswirkungen auf russische Wirtschaft schwer zu beziffern

Wohl auch deshalb beeilte sich der Kreml schnell zu versichern, wie "stark und mächtig" Yandex sei. Kremlsprecher Peskow gestand zwar Schwierigkeiten ein, fand es aber "noch zu früh, über finanzielle Verluste zu sprechen".

Die Angriffe dürften viele Russinnen und Russen an die Probleme des Onlinehändlers "Wildberries" erinnern, eine Art russisches Pendant zu Amazon. Im Sommer brannten über Wochen immer wieder Lagerhäuser des Konzerns. Die Schäden lagen im Milliardenbereich.

Ähnliche Summen sind im Fall von Yandex zumindest nicht ausgeschlossen. Yandex hat sich nicht zur Höhe der Schäden geäußert. Bislang kann das Unternehmen auch nicht beziffern, wie lange die Reparaturarbeiten dauern werden. Die in den Rechenzentren teils verbauten Nvidia-Chips unterliegen harten Sanktionen - sie zu ersetzen, dürfte äußerst kompliziert, kostspielig und zeitaufwändig werden.

In Russland belasten die Treibstoffkrise sowie Angriffe auf Logistikzentren den Alltag. Sie bedrohen die Existenz von Landwirten und Kleinunternehmern.

09.09.2026 | 8:38 min

Sondergesandter Dmitriev: Gespräche über US-russische Rechenzentren

Neben den Angriffen auf Yandex wurde zuletzt auch ein Datenzentrum der größten Bank Russlands, der "Sberbank", attackiert - allerdings ohne konkret sichtbare Auswirkungen. Am Sonntag traf es in der Region St. Petersburg dann einen Standort des Unternehmens "VK", welches das russische -Pendant zu Facebook, "VKontakte", betreibt.

Dessen ungeachtet sprach Putins Sondergesandter und Chef des russischen Investmentfonds, Kirill Dmitriev, jüngst von Plänen für mögliche US-russische Rechenzentren. Beide Seiten würden, so Dmitriev, entsprechende Projekte diskutieren.

Allein: Die Suche nach einem Standort für entsprechende Projekte, sollten sie denn tatsächlich Realität werden, dürfte in den vergangenen Tagen kaum einfacher geworden sein.

Felix Klauser leitet das ZDF-Studio Moskau.

Russland greift die Ukraine an

:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.

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