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Sunday, September 6, 2026

Fit für den nächsten Sommer – Können wir unseren Körper an Hitze gewöhnen?

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«Das Kalte per se ist nicht unbedingt die beste Lösung, wenn wir uns besser an die Hitze anpassen möchten», ist Kay Hanusch, Experte für Thermoregulation an der Berner Fachhochschule, überzeugt.

Kühlen wir zu extrem, schaltet sich die körpereigene Heizung ein und bringt uns noch mehr ins Schwitzen – und der Temperaturstress steigt.

Der Grund liegt in der Physik des Wärmehaushalts. Der menschliche Körper versucht ständig, seine Körperkerntemperatur von 37 Grad Celsius aufrechtzuerhalten. Bei dieser Temperatur funktioniert er am besten.

«Beim Abkühlen, egal ob beim Baden und Duschen oder mit kalten Getränken, müssen wir aufpassen, nicht zu stark runterzukühlen», sagt der Wissenschaftler und begründet: «Kühlen wir zu extrem, schaltet sich die körpereigene Heizung ein und bringt uns noch mehr ins Schwitzen – und der Temperaturstress steigt.»

Kay Hanusch empfiehlt deshalb auch in den Sommermonaten, thermoneutral, sprich handwarm, abzukühlen – egal ob beim Bad, in der Dusche, mit Getränken oder feuchten Tüchern.

Als kontraproduktiv sieht Kay Hanusch auch das komplette Vermeiden der Hitze. Für eine bessere Gewöhnung an die sommerlichen Temperaturen sei es wichtig, sich diesen regelmässig auszusetzen.

Konfrontation anstatt Vermeidung

«Natürlich langsam und schrittweise», erklärt er, «das heisst, rausgehen und sich der Hitze aussetzen, um nach 10, 15 Minuten wieder an die Kühle zu gehen und die Zeit der Exposition dann sukzessive immer mehr zu steigern.» So lerne der Körper, sich zu akklimatisieren.

Gartenarbeiten würden sich dazu zum Beispiel gut eignen. Oder kürzere Spaziergänge – zum Einkaufen oder mit dem Hund. Ein weiterer Vorteil: Mehr Freiheit im Bewegungsraum, da man wieder mehr Möglichkeiten habe, als nur aus den heruntergekühlten vier Wänden ins klimatisierte Auto und in die kalte Turnhalle zu gehen.

Allgemeine Verhaltensempfehlungen

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Wer während einer laufenden Hitzewelle leidet, kann sich an folgenden Verhaltensempfehlungen orientieren:

  • Hitzewarnungen der meteorologischen Dienste beachten
  • Ausreichend trinken (mindestens 1.5 Liter täglich), wasserreiche und salzhaltige Lebensmittel konsumieren
  • Mittagssonne vermeiden
  • Anstrengende Tätigkeiten auf die Morgen- und Abendstunden legen
  • Handwarm abkühlen (mit Fussbädern, Tüchern, Getränken)
  • Helle, leichte Kleidung tragen, die die Haut möglichst bedeckt
  • Nachts lüften und Aussenstoren leicht schräg mit einem Lüftungsschlitz stellen und so die Sonnenstrahlung aussperren
  • Vorsicht bei Medikamenten, die die Thermoregulation beeinflussen können, wie Entwässerungsmittel, Blutdrucksenker, Psychopharmaka
  • Personen im Umfeld beobachten und Hilfe anbieten

Wer gesund und sportlich sei, könne auch ein Hitzetraining ins Auge fassen. «Im Leistungssport ist es bereits weit verbreitet, Sportlerinnen und Sportler auf heisse Wettkampfsituationen vorzubereiten», sagt Kay Hanusch.

Fit mit Hitzetrainings

Triathletinnen und Triathleten, die sich in den gemässigten Zonen zum Beispiel auf den Ironman in Hawaii vorbereiten, würden versuchen, den Körper mit Saunagängen oder heissen Bädern zu akklimatisieren.

Im Frühling, wenn es langsam wärmer wird, wäre ein solches Training zur Akklimatisation in abgeschwächter Form durchaus denkbar.

Nach der Trainingseinheit folgt ein Gang in die finnische Sauna bei 90 Grad oder ein halbstündiges Bad bei mindestens 40 Grad – und dies mehrmals pro Woche während rund eines Monats. «Bei Personen, die in tropischen Klimazonen leben, hat man einerseits beobachtet, dass sie von Grund auf eine leicht erhöhte Körperkerntemperatur haben», erklärt Kay Hanusch, «andererseits haben sie eine leicht abgesenkte Hauttemperatur.»

Diese Menschen könnten mit Hitze besser umgehen, da sie einen grösseren Temperaturspielraum hätten. Und mit einem gezielten Training, könne dies auch in unseren Breitengraden erreicht werden.

Mit einem solchen Training müsste natürlich vor der Hitzewelle begonnen werden. Kay Hanusch sieht dabei Möglichkeiten auch für den «Normalo»: «Im Frühling, wenn es langsam wärmer wird, wäre ein solches Training zur Akklimatisation in abgeschwächter Form denkbar.»

Wichtig wäre allerdings, die Hitzeexposition regelmässig in den Tagesablauf einzuplanen, da der Effekt der Anpassung andernfalls schnell wieder verpuffen würde. «Solange es heiss ist, muss man nichts mehr machen», erklärt Kay Hanusch, «aber immer dann, wenn es Phasen mit kühlerem Wetter gibt, muss man das Training und zum Beispiel die heissen Bäder wieder aufnehmen.»

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