«Es reicht! Keine Frau soll in Angst leben müssen»

- Rapper EAZ äussert sich auf Instagram zum Femizid an Arlinda Zekaj (49) in Peja im Kosovo.
- Er kritisiert den fehlenden Schutz durch die Institutionen: «Schande für einen Staat, der es nicht schafft, seine Frauen zu beschützen!»
- Zekaj hatte neun Tage vor der Tat eine sechsmonatige Schutzanordnung gegen ihren getrennt lebenden Ehemann erhalten.
- Ihr Schwager A. S. wird als Tatverdächtiger genannt und wurde festgenommen, es gilt die Unschuldsvermutung.
In Peja, einer Gemeinde im Kosovo, wurde am Abend vom 25. Oktober Arlinda Zekaj (49), nur wenige Augenblicke, nachdem sie von der Polizei in die Wohnung zurückgebracht worden war, getötet. Unter dem Hashtag #JusticeForArlinda fordern Schweizerinnen mit kosovarischen Wurzeln Aufklärung und Konsequenzen. Auch der Schweizer Rapper EAZ äussert sich zum Vorfall und postete einen Aufruf in seiner Instagram-Story.
«Als ich diese Nachrichten gelesen habe, musste ich zuerst schlucken und dachte ‹what the f***‹», sagt der Musiker zu 20 Minuten. «Schlimm einfach, richtig schlimm.»
«Wie lange noch so?»
In seinem emotionalen Text auf Social Media sorgt sich EAZ nicht nur um seine Schwestern, sondern kritisiert den Staat scharf. «Es reicht! Keine Frau sollte in Angst leben müssen», fordert er. «Ich habe drei Schwestern, und nur der Gedanke, dass eine von ihnen so etwas erleben könnte, lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Eine Schande, dass eine Frau um Schutz betteln muss, anstatt sich in ihrem eigenen Land sicher zu fühlen!»
Vor allem kritisiert der Rapper Institutionen, die keinen Schutz für Frauen bereitstellen. «Schande für einen Staat, der es nicht schafft, seine eigenen Frauen zu beschützen!» Der Musiker habe den Text gepostet, um mehr Aufmerksamkeit auf den Fall zu lenken. «Es ist ein wichtiges, weltweites Thema», sagt er.
«Muss er mich erst töten, damit ihr ihn festnehmt?»
In der darauffolgenden Instagram-Story postete er einen Brief, der vom Opfer selbst verfasst worden sein sollte. Darin bittet sie um eine dringende Ergreifung von Massnahmen gegen alle Beamten, die bei der Erfüllung ihrer Pflichten «versagt» haben. «Ich fordere die sofortige Vollstreckung des gerichtlichen Befehls und die Einleitung von Ermittlungen gegen alle involvierten Beamten.»
Zum Schluss schrieb Arlinda eine Anmerkung: «Jetzt verstehe ich, warum es so viele Morde gibt. Die Frau mit dem Gesetz in der Hand tötet die Frau. Schmerzhaft bis auf die Knochen.»
Der Fall Arlinda: Was ist passiert?
Was sollte sich aus solchen Fällen bei Schutzmassnahmen für bedrohte Frauen ändern?
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?
Hier findest du Hilfe:
Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Stella Regenscheit (str), arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im People-Ressort.
Gina Sergi (gis), Jahrgang 1997, arbeitet seit März 2024 bei 20 Minuten. Sie ist seit September 2025 Ressortleiterin People.
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