Diese Swissair-Flieger sind noch immer Tag für Tag im Einsatz

25 Jahre nach dem Aus
Diese Swissair-Flieger sind noch immer Tag für Tag im Einsatz
25 Jahre nach dem Grounding ist die Swissair längst Geschichte. Doch einige ihrer Flugzeuge kreuzen nach wie vor über uns den Himmel – eine sogar mit Präsident Macron an Bord. Blick zeigt, wo die letzten Swissair-Jets heute unterwegs sind.
Publiziert: vor 38 Minuten
Nathalie BennPraktikantin
Am Freitag jährt sich das Grounding der Swissair zum 25. Mal. Am 2. Oktober 2001 bleiben die Flugzeuge der einstigen Schweizer Vorzeige-Airline am Boden. Es fehlt Geld, um den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten.
Der Absturz der «Fliegenden Bank», wie die Swissair wegen ihrer einstigen Finanzkraft genannt wurde, hatte sich zwar längst abgezeichnet. Die Airline hatte sich mit ihrer aggressiven Expansion übernommen, Milliarden in Beteiligungen an teils maroden Fluggesellschaften gesteckt. Die Schulden türmten sich, das Management versagte, und nach dem EWR-Nein waren die politischen Rahmenbedingungen schwierig geworden. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 versetzten der bereits schwer angeschlagenen Airline schliesslich den Todesstoss. Der 2. Oktober 2001 wird zu einem der prägendsten Tage der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.
Die Swissair selbst ist zwar längst Geschichte. Einige ihrer Flugzeuge aber sind erstaunlich lebendig. Ein Vierteljahrhundert nach dem Grounding transportieren sie noch immer Passagiere und Päckli durch die Welt – eines sogar den französischen Staatspräsidenten. Blick stellt die 13 Maschinen vor.
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Macrons fliegender Palast
Nur knapp drei Jahre stand der Airbus A330 mit der Registrierung HB-IQB und dem Taufnamen Glarus im Dienst der Swissair. Im November 1998 wurde die fabrikneue Maschine ausgeliefert. Heute fliegt sie den französischen Staatspräsidenten mit edelster Luxusausstattung durch die Welt. Auch Emmanuel Macron (48) reist mit der Air Sarko One regelmässig zu offiziellen Anlässen.
Doch in den Dienst des französischen Militärs kam der Airbus nicht direkt: Nach dem Grounding flog die Glarus zunächst noch für die neu gegründete Swiss. Ende 2003 wechselte sie zur französischen Air Caraïbes und war auf Karibikstrecken unterwegs. 2009 wurde sie aus dem Verkehr gezogen und anschliessend aufwendig zur VIP-Maschine umgebaut – für umgerechnet 240 Millionen Franken.
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Die Oldies der Swiss
Derzeit sind insgesamt acht ehemalige Swissair-Maschinen für die Swiss im Einsatz: zwei Airbus A321 und sechs A320. Die beiden ältesten Kandidaten, die zwei A321, wurden 1995 an die Swissair ausgeliefert und trugen die Taufnamen Kloten und Winterthur. Die damalige Kloten war am Morgen des 25. Grounding-Jahrestags auf der Strecke Zürich–Palermo unterwegs.
Doch die Tage der Swissair-Flieger sind gezählt: Die Zahl der alten A320 und A321 schrumpft kontinuierlich. Swiss ersetzt sie durch die modernen A320neo und A321neo, die laut der Airline rund 20 Prozent weniger Treibstoff benötigen.
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Corinne, Alexandra und Shanita fliegen Päkli durch die Gegend
Sie heissen Corinne, Alexandra und Shanita – und ihre Karriere ist auch nach mehr als drei Jahrzehnten noch nicht vorbei. Die drei ehemaligen Swissair-McDonnell-Douglas MD-11, zwischen 1990 und 1991 gebaut, gehören heute zur Flotte des US-Logistikriesen FedEx.
Eigentlich hätte für die Dreistrahler bald Schluss sein sollen. FedEx wollte seine gesamte MD-11-Flotte bis 2028 ausmustern. Doch 2025 änderte der Konzern seine Pläne und schob die Pensionierung um vier Jahre nach hinten: Bis Ende 2032 fliegen sie damit weiter Päckli für den US-Transportriesen durch ganz Nordamerika. Corinne – die frühere HB-IWA Obwalden – ist die prominenteste der Schwestern: Sie durfte 1991 als erste MD-11 in Kloten ZH landen und flog am 1. April 2002 den allerletzten Swissair-Linienflug von São Paulo zurück in die Schweiz.
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Das kultige «McPlane» gehört heute dem Iran
Er war einmal der bunteste Vogel am Schweizer Aviatik-Himmel: Die MD-83 mit der McDonald's-Lackierung kurvte von 1996 bis 2000 als «McPlane» für die damalige Schweizer Regionalfluggesellschaft Crossair durch Europa. Ihre Karriere begann aber bei der Swissair: Die Maschine wurde 1991 an die Fluggesellschaft ausgeliefert und kam später in die Crossair-Flotte.
Der Name war im «McPlane» Programm: An Bord wurden tatsächlich Big Macs und Chicken Nuggets serviert – nur Pommes blieben tabu. Eine Fritteuse mit heissem Öl wäre in der Bordküche zu gefährlich gewesen.
Heute trägt die Maschine keine Burger-Werbung mehr, sondern das Logo der iranischen Kish Air. Als EP-LCO ist sie immer noch unterwegs, zuletzt gesichtet im Anflug auf Jerewan in Armenien.
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