+++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: Saudische Ölexporte massiv unter Druck

Die jemenitische Huthi-Miliz bedroht zunehmend die Meerenge Bab al-Mandab. Nach Drohnenangriffen muss Saudi-Arabien auch noch eine wichtige Pipeline abschalten.
Foto: European Union/Copernicus Sentin
US-Schutz für Tanker in Hormus nur noch zu bestimmten Zeiten
Die USA schränken einem Medienbericht zufolge den militärischen Schutz für Tanker in der Straße von Hormus auf bestimmte Zeitfenster ein. Die Schiffe seien aufgefordert worden, die Meerenge nur noch zu festgelegten Zeiten zu passieren, berichtet die Zeitung „Financial Times“ unter Berufung auf E-Mails des US-Marinekoordinationszentrums. Der Schutz aus der Luft sei seit Anfang September auf zwei tägliche Zeitfenster begrenzt. Hintergrund sind verstärkte iranische Angriffe auf Schiffe in der Nacht. Die Regierung in Washington bietet die Unterstützung seit Mai für Schiffe an, die eine Route entlang der omanischen Küste nutzen. (rtr)
Pipeline stillgelegt: Saudische Ölexporte massiv unter Druck
Der sich ausweitende Konflikt im Nahen Osten setzt den weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien massiv unter Druck. Nach der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen, muss das Königreich nach Drohnenangriffen auch noch eine wichtige Pipeline abschalten. Eine daraus folgende zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte den Ölpreis und damit die Benzinpreise auch in Deutschland noch weiter ansteigen lassen.
Die Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus große Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, wurde nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich stillgelegt. Das saudische Außenministerium teilte in der Nacht auf der Plattform X mit, bei dem Drohnenangriff, der aus dem Irak gestartet worden sei, seien Schäden verursacht und mehrere Menschen verletzt worden.
Wer hinter dem Angriff steckt, wurde nicht mitgeteilt. Im Irak operieren einige vom Iran unterstützte Milizen. Das saudische Außenministerium erklärte, auf Bitten des Nachbarlands werde man aktuell im Irak keine Schritte gegen die Angreifer unternehmen. Zunächst bekämen die irakischen Behörden die Chance, selbst Maßnahmen zu ergreifen, um künftige Angriffe zu vermeiden. (dpa)
Israel-Libanon-Gespräche auf Oktober verschoben
Die für kommende Woche in Rom geplanten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon sollen einem Medienbericht zufolge auf Oktober verschoben werden. Das berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Vertreter. Als Grund würden Terminüberschneidungen mit jüdischen Feiertagen, einer Konferenz in Paris und den Vorbereitungen für die UN-Vollversammlung genannt, heißt es bei Axios unter Berufung auf Insider weiter. Einem Beitrag auf der Plattform X zufolge sollen sich die Botschafter beider Länder in Washington treffen. (rtr)
Irak setzt Militärkommandeur ab
Der Irak setzt nach Angaben des Büros des Ministerpräsidenten einen Militärkommandeur ab. Untersuchungen hätten ergeben, dass die jüngsten Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien von irakischem Gebiet ausgegangen seien. Der Kommandeur war der Mitteilung zufolge bislang für Einsätze in der südirakischen Provinz Maysan zuständig. (rtr)
Huthi-Rebellen greifen nach wichtiger Meerenge
Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben jemenitischen Regierungsquellen zufolge die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen und strategisch wichtige Inseln eingenommen. Damit haben die Huthi ihren Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab, durch die eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt führt, deutlich erhöht.
Der Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Beide sind Teil einer Schifffahrtsroute, die vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean führt und somit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien darstellt.
Die infolge des Iran-Kriegs stark beeinträchtigte Straße von Hormus ist insbesondere für den Handel mit Öl und Flüssigerdgas wichtig, da sie den rohstoffreichen Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet. Der Bab al-Mandab hingegen ist für den gesamten Waren- und Rohstoffverkehr zwischen Europa und Asien von großer Bedeutung.
Der Ölpreis legte in der Nacht auf Freitag bereits deutlich zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November erreichte zeitweise fast 110 US-Dollar. (dpa)
Iran plant Treffen mit Golfstaaten zu Schifffahrt in Straße von Hormus
Der Iran plant für Montag im Oman ein Treffen der Außenminister des Irak und weiterer arabischer Golfstaaten. Dabei soll es um sichere Routen für die Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus gehen, wie ein Sprecher des iranischen Außenministeriums mitteilt. (rtr)
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Krieg in Jemen Die Huthi-Rebellen übernehmen den Jemen
Im Jemen hat die Huthi-Miliz die Hafenstadt Mokka eingenommen – und blockiert zudem die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige Meerenge Bab al-Mandab.
Von Najm Aldain Qasem und Lisa Schneider
Krieg im Libanon Israel gibt Zerstörung von Hisbollah-Tunneln bekannt
Die israelische Armee sprengt die kürzlich eroberte unterirdische Infrastruktur der Hisbollah. Die Explosionen sind im gesamten Süden des Libanon zu spüren.
Chaos im Jemen Die blutige Rückkehr der Huthis
Seit Jahren schwelt ein gewaltsamer Konflikt im Jemen. Regierungstruppen und Huthi-Miliz liefern sich erbitterte Kämpfe. Eine Lösung ist nicht in Sicht.
Von Lisa Schneider und Najm Aldain Qasem
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