US-Präsident auf Kremlkurs: Trump: "Haben der Ukraine viel gegeben - sie hat uns nichts gegeben"

US-Präsident auf KremlkursTrump: "Haben der Ukraine viel gegeben - sie hat uns nichts gegeben"
20.10.2026, 07:41 Uhr

Den Kreml wird's freuen: Das Verhältnis zwischen Washington und Kiew ist wieder auf einem Tiefpunkt angelangt. Selenskyj beklagt eine fehlende Unterstützung der Ukraine, Trump beschimpft seinerseits den ukrainischen Präsidenten.
US-Präsident Donald Trump hat der Ukraine fehlende Gegenleistungen für die Unterstützung der USA vorgeworfen. "Wir haben der Ukraine viel gegeben - sie hat uns nichts gegeben. Vergessen Sie das nicht", sagte er in Washington. Den Vorwurf soll er bei einem virtuellen Treffen mit US-Senatoren beider Parteien geäußert haben.
Trump reagierte auch auf Selenskyjs Andeutung, dass er mit seinem kremlfreundlichen Kurs auf der falschen Seite der Geschichte stehe. Trump sagte dazu: "Selenskyj weiß nicht, wovon er spricht." Der ukrainische Präsident sei bei den Friedensbemühungen "keine echte Hilfe", sagte Trump.
Das Verhältnis zwischen Washington und Kiew hat sich in diesem Monat erneut dramatisch verschlechtert. Selenskyj zufolge genehmige Verteidigungsminister Pete Hegseth die Lieferung von Patriot- und weiterer Luftabwehr-Raketen nicht, obwohl Nato-Staaten diese bereits bezahlt hätten, berichtete "Axios" unter Verweis auf ein Transkript der Besprechung. "All das deutet darauf hin, dass eine politische Entscheidung getroffen wurde, die Unterstützung für uns zurückzufahren", sagte Selenskyj demnach. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, betrifft der Stopp auch Lieferungen anderer Partner der Ukraine, deren Lieferung von einer Zustimmung aus Washington abhängt.
Ein hochrangiger Beamter aus dem Verteidigungsministerium trat den Darstellungen entgegen. Bei dem Programm, mit dem Nato-Staaten US-Waffen für die Ukraine kaufen, habe es keine Änderungen gegeben, sagte er. Dasselbe gelte für den Austausch von Geheimdienstinformationen.
Erst kürzlich hatte Trump mit Kremlchef Wladimir Putin einen Deal verabredet, der die Lieferung von russischem Diesel an die USA vorsieht. Der US-Präsident hatte am Freitag zudem bereits beschlossene Sanktionen gegen Russland kurz vor deren Inkrafttreten ausgesetzt.
Selenskyj beklagte außerdem, die ukrainische Armee habe "drei Tage lang" während russischer Angriffe mit ballistischen Raketen keinen Zugriff auf US-Geheimdienstinformationen gehabt, was sein Land geschwächt habe. US-Außenminister Marco Rubio wies die Vorwürfe zurück. Zudem sagte Selenskyj am Montag, der für die Armee wichtige Satelliten-Kommunikationsdienst Starlink funktioniere an mehreren Frontabschnitten nur mit gedrosselter Geschwindigkeit. In der vergangenen Woche hatte die Ukraine den USA vorgeworfen, die Geschwindigkeit des Dienstes des Tech-Unternehmers Elon Musk absichtlich gedrosselt zu haben, nachdem sich Trump verärgert über ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien gezeigt hatte. Die US-Regierung bestritt, dass der Präsident die Drosselung angeordnet habe. Musk hatte allerdings die Trump-Regierung verantwortlich gemacht.
An diesem Dienstag hat Selenskyj die Möglichkeit, mit Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, und dem Nahost-Gesandten Steve Witkoff zu sprechen. Insidern zufolge reisen die beiden zu einer neuen Verhandlungsrunde über ein Ende des Krieges in der Ukraine nach Norwegen. Witkoff werde in Oslo mit Selenskyj und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Störe sprechen, berichtet "Axios". Auch Vertreter Deutschlands, des Vereinigten Königreichs, Frankreichs, Polens und der Nato sowie weitere europäische Spitzenvertreter würden teilnehmen. Anschließend wolle Witkoff nach Moskau reisen, "wo er hofft, Präsident Wladimir Putin zu treffen und Ideen zu präsentieren", zitierte Axios einen US-Beamten.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.