Migros-Umbau: Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten

Darum gehts
- Bis zu 3000 Stellen könnten bei der Migros wegfallen, vor allem in der Verwaltung.
- Grund ist die geplante Fusion der zehn regionalen Genossenschaften, die Effizienz bringen soll.
- Bis Mitte 2028 gibt es keine Entlassungen, danach soll der Abbau über Fluktuationen erfolgen.
- Die Basis entscheidet: Nötig sind 25 Prozent Beteiligung und eine Zweidrittelmehrheit pro Genossenschaft.
Die Migros plant den grossen Schritt: Die Genossenschaft will ihre zehn regionalen Genossenschaften fusionieren. Das gaben CEO Mario Irminger und Präsidentin Ursula Nold am Montagmorgen bekannt.
Dafür traten sie zum ersten Mal gemeinsam mit allen neun Chefs und einer Chefin der regionalen Genossenschaften vor die Medien. Ihre Botschaft: Den Entscheid haben sie gemeinsam gefällt. Irminger betonte: Hinter dem Entscheid stecke keine US-Consulting-Firma wie McKinsey, die bei der Restrukturierung und dem Ende von Melectronics, SportX etc. noch mit an Bord war.
Warum will die Migros nur noch eine Genossenschaft?
Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler wandelte die Migros AG vor 85 Jahren in verschiedene regionale Genossenschaften um und orientierte sich dabei am Föderalismus des schweizerischen Bundesstaates. So begründete die Migros jeweils auch ihre Struktur, nachdem Coop schon vor einem Vierteljahrhundert die Genossenschaften fusionierte.
Doch jetzt drängt die Migros-Spitze auf die Neuausrichtung. Sie verspricht sich davon mehr Effizienz. Die Konkurrenz vor allem der deutschen Discounter Aldi und Lidl macht der Genossenschaft das Leben schwer. Präsidentin Ursula Nold sagte: «Die Veränderungen kommen immer schneller.»
Wer entscheidet in Zukunft?
Die Migros betont, dass sie weiterhin regional bleiben will. Dafür sorgen sollen sechs Regionalchefs. Dazu will Migros-CEO Mario Irminger zur Urabstimmung im nächsten Sommer zurücktreten. Mit ihm will auch Supermarkt-Chef Peter Diethelm das Unternehmen verlassen. Ob ihre Nachfolger von der Migros oder von ausserhalb kommen, ist noch völlig offen. Die Suche nach ihren Nachfolgern habe begonnen, sagte Nold.
Ist der Beschluss schon definitiv?
Nein, die Migros ist dafür auf ihre Genossenschafterinnen und Genossenschafter angewiesen. Sie braucht in jeder einzelnen Genossenschaft eine Mindestbeteiligung von 25 Prozent und eine Zweidrittelmehrheit. Falls das in einer Genossenschaft nicht gelingt, soll die Abstimmung zeitnah wiederholt werden. Einen Plan B gibt es nicht, sagte Irminger im Gespräch mit 20 Minuten. Er zeigte sich überzeugt, eine Mehrheit für die Fusion gewinnen zu können; am Ende entscheiden aber nicht die Migros-Chefs, sondern die Basis.
Mega-Umbau bei der Migros
Die Migros plant einen der grössten Umbauten ihrer Geschichte. Die zehn regionalen Genossenschaften und der Migros-Genossenschafts-Bund sollen zu einer einzigen Gruppengenossenschaft verschmelzen. Von einem Abbau wären vor allem Stellen aus Führungs- und Verwaltungsstrukturen betroffen. Über den Zusammenschluss entscheiden Mitte 2027 die rund 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter.
Das ist zum Migros-Umbau bekannt:
- Die Medienkonferenz im Live-Ticker: «Regional erhalten bleiben»
- Erste Berichte zum Stellenabbau: Sind bis zu 3000 Jobs betroffen?
- Doppelter Abgang an der Migros-Spitze: Irminger und Diethelm gehen 2027
Die Reaktionen:
- Was sagt die Community? Über «Lob» und «Unfähige Manager»
- Was sagt der Experte? Marcel Stoffel sieht Chance auf günstigere Preise
Kommt es zum grossen Stellenabbau?
Die Migros ist auch nach ihrem grössten Abbau vor zwei Jahren mit der Trennung zahlreicher Tochterfirmen noch eine der grössten Schweizer Arbeitgeberinnen. 80’000 Mitarbeitende beschäftigt sie über alle Geschäftsbereiche hinweg. Vor dem Abbau waren es noch fast 100’000.
Diesmal spricht Irminger von 3000 Stellen, die wegen des Abbaus von Doppelspurigkeiten wegfallen könnten, vor allem in der Verwaltung. Bis Mitte 2028 soll es aber noch keine Entlassungen oder Stellenstreichungen geben. Danach soll der Abbau vor allem über Fluktuationen wie Pensionierungen erfolgen. Genau festlegen, welche Bereiche es trifft, wollte sich Irminger aber nicht.
Wie viel will die Migros dadurch einsparen?
Auch dazu machte Irminger keine konkreten Angaben. Guido Rast, Verwaltungsratspräsident der Migros Supermarkt AG, sagte: «Es ist nicht eine bestimmte Zahl. Wir wollen über die Zeit besser werden und über die Marktleistung mehr investieren können. Das ist kein Programm, das wir über eine Excel-Tabelle eingegeben haben und bei dem eine Zahl herauskommt.»
Worauf sollte die Migros bei dieser Umstrukturierung am meisten achten?
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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