Klarer Trend: Götterdämmerung in Kansas City zeigt sich auch bei den Zebras

Die Kansas City Chiefs dominieren die Liga seit der Ankunft von Quarterback Patrick Mahomes fast nach Belieben. Doch seit ein paar Jahren geht es merklich bergab mit dieser Star-Truppe. Das zeigt sich nun auch an engen Schiedsrichterentscheidungen.
Nach fünf Siegen zum Start der Saison haben die Kansas City Chiefs ihre vergangenen zwei Partien in Folge verloren. Nach einem demütigenden 3:20 in Seattle folgte eine dramatische Last-Minute-Niederlage bei den Denver Broncos (24:28), bei der eine Schiedsrichter-Entscheidung ein entscheidender Faktor am Ende war. Die Entscheidung war korrekt, zeigt jedoch einen klaren Trend, der für den einstigen Dominator der NFL ein deutliches Zeichen ist.
Die Chiefs, die gerade erste eine 24:13-Führung mit zwei Broncos-Touchdowns im vierten Viertel verspielt hatten, bekamen den Ball mit rund zwei Minuten auf der Uhr nochmal zurück. Mehr als genug Zeit für Superstar-Quarterback Mahomes, um die Partie erneut zu drehen. So jedenfalls lief es seit 2018 fast immer in den großen Spielen. Nicht so dieses Mal.
Mahomes führte sein Team zwar in Windeseile übers Feld und bis kurz vor die Endzone. Doch dann passierte etwas, was bis vor kurzem noch undenkbar war. Die Chiefs erzielen scheinbar einen Touchdown, doch es fliegt eine Flagge und das Spiel ist unterbrochen: "False Start!" Also ein Fehlstart von Right Tackle Jaylon Moore negierte den Touchdown und ließ die Chiefs fünf Yards nach hinten rücken - von der 1- zur 6-Yard-Linie. Mit vier Sekunden zu spielen hatte KC dann noch eine Chance, doch Mahomes wurde zu Boden gebracht und das Spiel war vorbei.
Korrekter Call sorgt für Unmut
Nun haben die Chiefs auch in der Hochphase von Mahomes und Co. gelegentlich mal ein Spiel verloren. Doch auf diese Art und Weise kam das selten vor. Selbst Mahomes' Frau Brittany war so aufgebracht, dass sie sich in ihrer Instagram-Story beschwerte. Schiedsrichter, die plötzlich Strafen gegen die Chiefs verteilen, die es so sonst eigentlich nicht gegeben hätte? Unglaublich.
Zeitlupen zeigen eindeutig, dass sich Moores rechtes Bein vor dem Snap bewegte, was regeltechnisch ein False Start ist. Und dennoch ist es durchaus denkbar, dass diese gelbe Flagge in früheren Jahren nicht geflogen wäre. Ein X-User brachte es treffend auf den Punkt: Wenn man das Gesicht der Liga ist, bekommt man eher mal eine enge Entscheidung zu seinen Gunsten als gegen sich. Doch Mahomes ist nicht mehr das Gesicht der Liga. Dazu ging seine Formkurve spätestens nach 2022 zu deutlich bergab.
Wie sich herausstellt, lässt sich dieser Trend tatsächlich auch an den Strafen ablesen, die gegen die Chiefs ausgesprochen werden. Nach sieben Spielen dieser Saison kassieren die Chiefs 7,43 Strafen pro Spiel gegen sich. Das ist der höchste Wert seit 2018, Mahomes' erster Saison als Starter. Damals waren es sogar 8,17 und damit die meisten in der NFL. Sie bekommen aber auch 6,14 Strafen zu ihren Gunsten ausgesprochen, was aber immer noch zu einem negativen Gesamtverhältnis von -1,29 führt. Das ist aktuell der siebtschlechteste Wert der Liga.
Schaut man sich diese Zahlen nun über die vergangenen paar Jahre an, dann erkennt man durchaus einen Trend. Seit 2022 standen die Chiefs bekanntermaßen dreimal in Serie im Super Bowl und gewannen die ersten beiden. Es war unzweifelhaft die Hochphase der Chiefs-Dynasty, wie man im US-Sport so gerne sagt. In dieser Zeit sahen sie im Schnitt nie mehr als 5,5 Strafen gegen sich, 2022 waren es sogar nur 4,85. Seit der Super-Bowl-Klatsche gegen die Eagles nach der Saison 2024 jedoch geht diese Zahl deutlich hoch. Schon 2025 waren es sieben Strafen im Schnitt.

Mahomes nicht mehr das Gesicht der Liga
Was die Strafen zugunsten der Chiefs betrifft, ist derweil kein klarer Trend zu erkennen. Hier ist die Fluktuation relativ hoch, wobei sie nur 2023 im Schnitt weniger als fünf pro Spiel zugesprochen bekamen (4,76). Und man muss für 2026 bedenken, dass in der NFL so viele Strafen wie seit 2019 nicht mehr generell pro Spiel ausgesprochen werden. Derzeit sind es 8,39 Flaggen pro Spiel, 2019 waren zuvor letztmals überhaupt mehr als acht (8,01).
Der Chiefs-Trend - ihr Gesamt-Stafenverhältnis von -1,29 ist ihr niedrigster Wert seit 2018 (-1,33) - soll derweil nicht heißen, dass dies die Ursache für die sportlichen Probleme. Sie stehen immer noch bei 5-2 und werden sehr wahrscheinlich die Playoffs erreichen. Es ist viel mehr ein Indikator dafür, dass das generelle Ansehen des Franchise abgenommen hat. Dies ist nicht mehr der Gold-Standard der Liga. Andere Teams - und andere Quarterbacks - haben Mahomes überholt.
Seine und die Offensivleistungen der Chiefs gehen seit 2022 stetig bergab. Und nach ein paar Jahren der Verklärung sieht man das nun auch bei den Zebras - sie haben weniger Ehrfurcht vor dem großen Namen und entscheiden im Zweifel nicht mehr zwangsläufig zugunsten von KC. Ein Umstand, der gewöhnungsbedürftig ist für alle, die es mit den Chiefs halten.
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