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Friday, September 11, 2026

Meerenge am Roten Meer – Was der Vormarsch der Huthi bedeutet

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Im Jemen hat die Huthi-Miliz nach Angaben aus jemenitischen Militärkreisen und Berichten von Augenzeugen die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka angegriffen und eingenommen. Mehrere Videos, die von unabhängigen Medien verifiziert wurden, bestätigen dies. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben die Huthi-Rebellen in der Meerenge auch eine Insel erobert und eine weitere Stadt im Süden erreicht. SRF-Nahostkorrespondent Thomas Gutersohn sagt, was die Absichten dahinter sind.

Thomas Gutersohn

Nahost-Korrespondent

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Thomas Gutersohn lebt seit 2023 in Amman und berichtet für SRF aus dem Nahen Osten. Von 2016 bis 2022 war er als Südasien-Korrespondent tätig, zuvor hatte er aus der Westschweiz berichtet. Gutersohn arbeitet seit 2008 bei SRF und hat in Genf internationale Beziehungen studiert.

Was macht die Einnahme der Hafenstadt Mokka für die Huthi so interessant?

Die Huthi haben Anfang Woche eine Offensive in Richtung Rotes Meer gestartet. Sie agieren eigentlich von Sanaa aus im Norden. Sie haben zwar einen grossen Teil der Bevölkerung unter ihrer Kontrolle, aber nur einen relativ kleinen Teil der Fläche. Einnahmequellen, Häfen, Ölanlagen und Pipelines, die liegen alle im Süden. Dort wollen die Huthi nun im innerjemenitischen Konflikt gegen die Truppen der Regierungskoalition Boden gutmachen. Allerdings: Allein seit der Offensive Anfang Monat sollen laut jüngsten Angaben rund 46'000 Menschen im Süden des Jemens auf der Flucht vor Kampfhandlungen sein.

Was sind die konkreten Absichten der Huthi?

Die Rebellen sind von Mokka aus weiter vorgerückt in Richtung der Meerenge Bab al‑Mandab. Sie haben auch eine Insel in der Meerenge unter ihre Kontrolle gebracht. Das ist strategisch wichtig für die Huthi. So haben sie einerseits besseren Zugang zu ihren Schmugglernetzwerken auf der anderen Seite des Roten Meers in Somalia, vor allem zur Terrormiliz Al‑Shabab. Andererseits wollen sie aber auch Saudi-Arabien unter Druck setzen, denn Saudi-Arabien unterstützt im Jemen-Krieg die Regierungskoalition, die Gegenseite der Huthi. Saudi-Arabien ist seit der Blockade der Strasse von Hormus im Osten gezwungen, sein Öl quer durchs Land ans Rote Meer zu pumpen. Von dort aus muss es – um an die lukrativen Märkte in Asien zu gelangen – durch das Rote Meer, an den Huthi vorbei.

Ist es nicht unbedingt die Absicht der Huthi, diese Meerenge zu blockieren oder den Welthandel zu stören?

Jedenfalls nicht die primäre. Ihr Ziel ist es, den Jemen zu kontrollieren. Um dies zu erreichen, versuchen sie, Saudi-Arabien unter Druck zu setzen. Mit der Kontrolle von Bab al-Mandab haben sie ein geeignetes Werkzeug dafür. Die Huthi selber haben kommuniziert, dass keine Gefahr für die internationale Schifffahrt bestehe. Sie hätten es lediglich auf die saudischen Transporte abgesehen. Viele Reedereien werden aber das Rote Meer wahrscheinlich künftig meiden.

Ist der Iran, der die Huthi unterstützt, sozusagen der Nutzniesser dieser Offensive?

Der Nutzniesser ist Iran auf jeden Fall, aber auch Drahtzieher im Hintergrund. Der Iran unterstützt die Rebellen finanziell und militärisch. Viele Länder suchen nach Umfahrungsrouten zur Strasse von Hormus, die die Iraner ja als Druckmittel gegen die USA nutzen. Vor allem Saudi-Arabien hat mit dem Roten Meer eine effiziente Umgehung gefunden. Diesen Weg versucht der Iran nun wieder zu versperren, um sein Druckmittel gegen die USA aufrechtzuerhalten. Der Iran hat die Huthi bewusst jetzt aktiviert. Die Milizen und die iranische Führung haben überlappende Interessen. Für den Iran geht es hauptsächlich darum, sein Druckmittel gegen die USA aufrechtzuerhalten, für die Huthi darum, Saudi‑Arabien unter Druck zu setzen.

Gruppe von Personen in Militäruniformen, die auf einer Strasse marschieren.
Legende: Eine Huthi-Miliz marschiert durch Sanaa, um neue Kämpfer zu mobilisieren. Keystone/Yahya Arhab
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