Umgebautes Bahnhofbuffet Olten – Deshalb ist das Bahnhofbuffet Olten legendär

Es liegt ungefähr in der Mitte des Schweizer Zugnetzes: das Bahnhofbuffet Olten. Es wurde 1856 gegründet und gilt aufgrund seiner zentralen Lage als das Bahnhofbuffet der Schweiz schlechthin. Nun wurde es länger saniert und öffnet bald wieder. Zeit, zurückzublicken auf die bewegte Geschichte des Oltner Treffpunkts im Bahnhof.
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Bild 1 von 3. Das Bahnhofbuffet Olten im Jahr 1962. Bildquelle: SBB Historic.
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Bild 2 von 3. Damals waren Bahnhofbuffets in der Schweiz gang und gäbe. Olten war bekannt wegen der zentralen Lage. Bildquelle: SBB Historic.
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Bild 3 von 3. Wenn Sitzungsteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Basel, Zürich, Bern oder Luzern sich an einem Tisch treffen mussten, war das Bahnhofbuffet Olten der perfekte Ort. Nach 170 Jahren wurde es nun saniert. Bildquelle: SBB Historic.
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Im Bahnhofbuffet Olten ist Historisches passiert: Unzählige Vereine, Parteien und Unternehmen wurden hier gegründet, darunter der Schweizer Alpen-Club (1863), der Schweizerische Gewerkschaftsbund (1880), die Freisinnig-Demokratische Partei (1894) oder der Schweizerische Fussballverband (1895). Schriftsteller wie Peter Bichsel, Adolf Muschg und Max Frisch trafen sich hier.
Die Zeit der Buffets ist vorbei, ausser in Olten
«Im Bahnhofbuffet Olten wurde politisiert, gebechert, geliebt – und die Schweiz erfunden», titelte die NZZ 2024. Früher war das Buffet eingeteilt in 1. Klasse, 2. Klasse und Expressbuffet. In der ersten Klasse traf sich die High Society, im Expressbuffet die Arbeiterklasse oder die Durchreisenden mit knappem Zeitbudget. Das Bahnhofbuffet Olten liegt zwischen Gleis 4 und 7, mitten im Bahnhof.
Viele Bahnhofbuffets sind heute verschwunden. Ihren Höhepunkt hatten sie in den 1920er- bis 1970er-Jahren. Danach breiteten sich zusehends Fast-Food-Ketten und Kioske an Bahnhöfen aus. Das Bahnhofbuffet Olten aber blieb – Zeitung lesen, einen Kaffee trinken, eine Sitzung abhalten, Durchreisende und Wartende beobachten.
Bis Ende 2024 war das möglich, seither wird das Buffet in Olten saniert. Nach fast 170 Jahren Betriebszeit ging es zu.
Am 6. November öffnet es wieder, nach fast zwei Jahren Planungs- und Bauzeit. Neu gehört das Lokal nicht mehr zur italienischen Kette Autogrill, sondern die Great Moments Gastro GmbH übernimmt. Zu dieser Gruppe gehören Restaurants wie das Tre Farine im Bahnhof Olten, der Pavillon im Park in Basel, der Gryffe Olten.
Beat Thommen ist zusammen mit Tom Scheidegger Mitinhaber der Great Moments Gastro GmbH und Pächter des Bahnhofbuffets.
Die Motivation, das Bahnhofbuffet aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, hatte für ihn auch mit einem Kochbuch zu tun. Dabei geht es um das «Lehrbuch der Küche» (1981), das in der Branche einfach der «Pauli» genannt wird. Herausgeber Eugen Pauli galt als Schweizer Koch-Papst, und er führte unter anderem auch das Bahnhofbuffet in Olten.
«Den Pauli kenne ich als gelernter Koch in- und auswendig», sagt Thommen. «Darum war es für uns eine grosse Motivation, das Bahnhofbuffet Olten neu zum Leben zu erwecken.»
Bahnhofbuffet muss eine Seele haben
Doch braucht es in Olten überhaupt noch ein Bahnhofbuffet, in einer Zeit, in der die Züge im Minutentakt ein- und ausfahren und die Leute kaum mehr auf einen Zug warten müssen? «Das Bahnhofbuffet muss eine Seele haben, das ist das Wichtigste», betont Beat Thommen. «Die Menschen sollen gerne hierherkommen und vielleicht einen späteren Zug nehmen, um ein wenig zu verweilen.»
Weiter hofft Thommen, dass sich das Bahnhofbuffet nicht nur bei den Bahngästen, sondern auch in der Region Olten als Restaurant etabliert. Neben dem Restaurantbetrieb bietet das Bahnhofbuffet sechs verschiedene Seminarräume an mit Platz für bis zu hundert Personen.
Wie das Bahnhofbuffet 2.0 aussehen soll, möchte Thommen noch nicht verraten. Dieses Geheimnis soll erst an der Wiedereröffnung am 7. November gelüftet werden.
Regionaljournal Aargau Solothurn, 12.10.2026, 17:30 Uhr ; buec;hubf;lanr;brus
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