Nach Bergsturz – Bodenbesitzer stoppen Umsiedlung von Brienz GR nach Vazerol

Nach Bergsturz Bodenbesitzer stoppen Umsiedlung von Brienz GR nach Vazerol
Der Weiler Vazerol galt als beliebtester Umsiedlungsort für Brienzerinnen und Brienzer. Daraus wird vorderhand nichts.
Sonne und Aussicht wie im alten Dorf: So haben sich viele Brienzerinnen und Brienzer ihre neue Heimat im nahegelegenen Weiler Vazerol vorgestellt.
In einer früheren Umfrage gaben 80 Prozent der Bevölkerung an, am liebsten nach Vazerol ziehen zu wollen. Aber: Es bleibt voraussichtlich ein Wunsch. Die Pläne für die Umsiedlung nach Vazerol wurden nämlich vorderhand gestoppt.
Verträge aus den 1980er-Jahren
Die Ausgangslage ist komplex. Grund ist eine Landumlegung in den 1980er-Jahren. Aus einzelnen Parzellen entstand eine grössere Fläche, die später bebaut werden sollte. Den Landeigentümern wurden Rechte zugesichert.
Sollte es zu einer Umzonung in Bauland kommen, hätten sie Anspruch auf einen Teil dieses Landes. Noch zählt die Fläche zur Landwirtschaftszone.
Für den Bau neuer Wohnungen und Häuser ist die Ausscheidung als Bauland zwingend notwendig. Für ihr Vorhaben wäre die Gemeinde auf die Zustimmung aller Landbesitzer angewiesen. Einige von ihnen wollen aber nicht an die Gemeinde verkaufen.
Die Gemeinde schreibt, sie respektiere diese Entscheidung. Mehr konnten die Verantwortlichen heute nicht dazu sagen.
Zukunft weiter unten im Tal
Jetzt, wo Vazerol aus dem Rennen ist, kann die Gemeinde noch zwei alternative Standorte für die Umsiedlung anbieten: Tiefencastel und Alvaneu. Beide Orte liegen jedoch eher im schattigen Tal.
Diese beiden Umsiedlungszonen sollen realisiert werden, heisst es im Bulletin der Gemeinde. Dafür ist eine Abstimmung an der Gemeindeversammlung notwendig. Sie findet am 25. August statt. Dann wird unter anderem über Landumlegung und Zonenpläne entschieden.
Viele Brienzerinnen und Brienzer wollen weg
Insgesamt sind bei der Gemeinde 42 Gesuche für eine Umsiedlung eingereicht worden. Die Existenz an einem neuen Ort kostet. Mehr als 82 Millionen Franken genehmigte die Gemeindeversammlung von Albula im Juli.
Der Kredit ist die Grundlage, damit sich Brienzerinnen und Brienzer ein neues Zuhause suchen können. Den Löwenanteil tragen der Bund und der Kanton Graubünden. Die Gemeinde Albula beteiligt sich mit rund 360'000 Franken. Den Rest müssen die Umzugswilligen selbst berappen.
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