Stimmen aus der Community – Trotz Trockenheit: «dialog»-Community gegen mehr Hilfe für Bauern

Wegen der enormen Hitze und Trockenheit haben Bund und Kantone den Schweizer Bauernbetrieben kürzlich erste Unterstützungsmassnahmen zugesichert.
Braucht es künftig noch stärkere staatliche Entschädigungen für Ernteausfälle? Nein, finden rund 61 Prozent der «dialog»-Community in einer nicht repräsentativen Umfrage.
«Andere Berufe leiden ebenfalls unter der Klimaerwärmung. Und die Schweizer Bauern sind bereits hypersubventioniert», argumentiert etwa der User mit dem Pseudonym «Tribun démocratique». «Wie andere Sektoren muss sich auch die Landwirtschaft neu erfinden, um sowohl widerstandsfähig als auch klimaschonend zu werden.»
Diese notwendige Neuerfindung könnte durch zu grosszügige Entschädigungen gelähmt werden, so viele Debattierende.
Gerade die Landwirtschaft und die Politik haben sich immer wieder gegen Massnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz ausgesprochen.
«Der Bund sollte deshalb lieber jene unterstützen, die sich von der Monokultur abwenden und mehr auf Qualität als auf Ertrag setzen», fordert die Userin «Denkst du Mit?». «Deshalb bitte dort anfangen, wo das Übel beginnt: bei der Ursache.»
Was für viele Debattierende ebenso gegen mehr Entschädigungen spricht: Ausgerechnet bäuerlich-konservative Kreise hätten den Klimawandel lange relativiert oder bestritten.
«Gerade die Landwirtschaft und die Politik haben sich immer und immer wieder gegen Massnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz ausgesprochen», schreibt beispielsweise «Arthur Egli».
Vor dem Hintergrund, «dass die Lieblingspartei der Landwirte genau diese Ereignisse jahrelang bagatellisierte und sogar für unwahr taxierte», schreibt ein User mit dem Pseudonym «Tja Gedanken», er sei erstaunt gewesen über die von der Landwirtschaft gestellten Forderungen.
Für den Bauer ist es eine Frage des Überlebens seiner Familie (…) Geld ist stets genug da.
So zu argumentieren, finden viele Debattierende jedoch zynisch: «Es sind die Politiker, die die Folgen der Klimaveränderungen nicht antizipieren, und folglich gibt es keine angemessenen Lösungen», schreibt «Emhat Thaad».
«Ich unterstütze deshalb die Entschädigung der Landwirte für Ernteausfälle oder andere Schäden, die durch die wiederkehrende Hitzewelle verursacht wurden. Die Situation ist so besorgniserregend, dass selbst ein geringer Beitrag willkommen sein kann.»
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Das sieht auch «Daniel Hostettler» so: «Für den Bauer ist es eine Frage des Überlebens seiner Familie. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass wir im Notfall immer unserem Schweizervolk helfen. Geld ist stets genug da.»
Zudem sei es nicht realistisch, dass sich die Landwirtschaft so schnell an die neuen Temperaturextreme anpasse, wie es gefordert werde, mahnt «Oli Logograf». «Wie sollen sich die Bauern so schnell anpassen können? Der Bund muss ein Interesse daran haben, dass möglichst viele Bauern überleben, auch wenn diese nun Ernteausfälle und Mehrkosten wegen zusätzlichem Wasser haben», schreibt er.
Und derselbe User lässt das Argument nicht gelten, dass andere Branchen ebenso durch die Hitze gefordert seien: «Es geht hier um Nahrungsmittel, also nebst Luft und Wasser eines der drei wichtigsten Dinge in unserem Leben. Das vergessen hier viele.»
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