Eltern lassen Söhne (13 und 16) allein am Berg zurück

- Zwei deutsche Brüder (13 und 16) standen in Südtirol nachts allein vor der geschlossenen Bonnerhütte.
- Die Eltern waren zuvor ins Tal zurückgekehrt, die Hütte war seit dem 11. Oktober nicht mehr bewirtschaftet.
- Die stark unterkühlten Jungen wurden gerettet und im Spital San Candido behandelt, inzwischen sind sie entlassen.
Eine Bergtour endete für zwei deutsche Brüder im Alter von 13 und 16 beinahe tragisch: Sie standen in der Nacht auf Samstag nach einer langen Wanderung zur Bonnerhütte in Südtirol vor verschlossener Tür – ganz allein, ohne ihre Eltern. Die Kinder mussten von der Bergwacht gerettet und ins Spital gebracht werden.
Die Eltern waren laut dem Portal «Il Dolomiti» zwar von Toblach aus mit ihren Kindern zur Wanderung aufgebrochen, kehrten jedoch aus unklaren Gründen später wieder zurück ins Tal. Sie hielten das Bruderpaar offenbar für erfahren genug, um allein in der Hütte zu übernachten.
Saison war bereits vorbei
Was die Eltern jedoch offenbar nicht überprüft hatten: die Öffnungszeiten der Hütte. Das 1897 erbaute Schutzhaus Bonnerhütte beendete seine Bewirtschaftung für die Sommersaison bereits am 11. Oktober – also rund eine Woche vor dem Vorfall.
Die Teenager entschieden sich dazu, die Nacht bei kalten Temperaturen im Freien zu verbringen, wie die italienische Nachrichtenagentur «Ansa» schreibt. Als einer der Brüder sich über starke Beschwerden beklagte und sich übergeben musste, kontaktierten sie um 1 Uhr nachts ihre Eltern. Diese wählten dann den Notruf.
«Grosser Leichtsinn»
Die zwei Brüder wurden erheblich unterkühlt von den Rettungskräften aufgefunden und ins nahegelegene Spital San Candido gebracht. Inzwischen konnten sie dieses wieder verlassen.
Offenbar sollen die Kinder zwar Bergschuhe, jedoch keine geeignete Kleidung getragen haben. Der Sprecher der Bergrettung sprach gegenüber der Nachrichtenagentur DPA von grossem Leichtsinn. Er fügte hinzu: «Glücklicherweise kommt so etwas nur selten vor.»
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Alessia Rambaldi (ram), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin am Newsdesk.
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