Vivo X500 Pro Max: Das beste Kamera-Smartphone überzeugt im Test
Das Smartphone Vivo X500 Pro Max bietet eine Zeiss-Kamera mit 200-MP-Tele, 4K-Zeitlupe mit 240 FPS und einen großen Akku. Ist es der neue Kamera-König?
Das Vivo X500 Pro Max ist der Nachfolger des Vivo X300 Pro (Testbericht). Das Smartphone ist das Topmodell der neuen Serie über dem X500 und dem X500 Pro. Nur das Pro Max bekommt eine Hauptkamera mit 3-Grad-Gimbal-Stabilisierung und das 200-Megapixel-Tele, dessen Sensor aus dem Vivo X300 Ultra (Testbericht) stammt. Das X500 Pro ist mit 6,36 Zoll etwas kompakter und muss mit einem 64-Megapixel-Tele auskommen.
Beim X300 Pro störten uns Software-Bugs und der kleinere Akku der EU-Version, beim X300 Ultra das teure und sperrige Zubehör sowie die träge Helligkeitsautomatik. Wir testen die Global-Version mit 12 GB RAM, 1 TB Speicher und 6750-mAh-Akku, die uns Vivo zur Verfügung gestellt hat.
Der Verkaufsstart der EU-Version ist am 31. Oktober, erfahrungsgemäß in neuen Farben und mit kleinerem Akku. Sobald sie uns vorliegt, aktualisieren wir diesen Test. Die China-Version gibt es bereits ab 1255 Euro zu kaufen. Ob Vivo die Schwächen des Vorgängers ausgeräumt hat und wie gut die Kamera wirklich ist, zeigt unser Test.
Design
Das Vivo X500 Pro Max misst 163,3 × 76,8 × 8,1 mm und wiegt mit Glasrückseite 229 g, mit Glasfaserrücken 225 g. Damit fällt es eine Spur größer aus als das Vivo X300 Pro (Testbericht) mit 161,2 × 75,5 × 8 mm. Der Rahmen besteht aus Aluminium, nach IP68 und IP69 ist das Gehäuse gegen Staub und Wasser geschützt.
Das Smartphone ist spürbar kopflastig. Bequem einhändig bedienen lässt es sich nur mit riesigen Händen, allen anderen fällt das eher schwer. Wegen des großen Kamerabuckels liegt es nicht ganz eben auf dem Tisch, wackelt aber kaum. Die zweifarbige Rückseite schimmert im Sonnenlicht reizvoll, die Tasten haben einen guten Druckpunkt.
Eine zusätzliche Taste lässt sich frei belegen, etwa mit der Kamera, dem KI-Assistenten oder der Taschenlampe. In China gibt es das Smartphone in Schwarz, Grau, Weiß und Orange. Welche Farben nach Europa kommen, steht bisher nicht fest. Im Karton liegen ein Kabel und eine Hülle, ein Schnellladenetzteil fehlt.
Vivo X500 Pro Max Bilder
Vivo X500 Pro Max
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Display
Das 6,85 Zoll große LTPO-AMOLED-Display löst mit 3168 × 1440 Pixeln auf, das ergibt 507 PPI. Es regelt die Bildwiederholrate zwischen 1 und 144 Hz, beim Vivo X300 Pro (Testbericht) war bei 120 Hz Schluss. Vivo nennt eine Spitzenhelligkeit von 4400 cd/m² und 2000 cd/m² im Helligkeitsmodus. Das Panel unterstützt HDR10+ und Dolby Vision, Vivo hat es gemeinsam mit Zeiss als „Zeiss Master Color Display“ kalibriert. Armor Glass schützt die Oberfläche, ab Werk klebt zusätzlich eine dünne Schutzfolie darauf.
Im Alltag wirkt der Bildschirm schnell und scharf, auch in praller Sonne bleibt er gut ablesbar. Wie schon beim Vivo X300 Ultra (Testbericht) reagiert die Helligkeitsautomatik etwas träge. In völliger Dunkelheit regelt sie zudem nicht auf die minimale Helligkeit herunter, hier muss man von Hand nachhelfen.
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Kamera
Die Kamera war schon beim Vorgänger das wichtigste Verkaufsargument. Das soll sie auch beim X500 Pro Max sein. Tatsächlich ist die Gesamtkombination noch einmal etwas besser als beim Vivo X300 Pro (Testbericht) und beim Vivo X300 Ultra (Testbericht). In unseren Augen ist sie die Beste, die man derzeit kaufen kann.
Das Besondere an diesem Setup ist, dass die höchste Auflösung nicht in der Hauptkamera steckt, sondern im Tele. Das Periskop-Teleobjektiv nutzt einen 200-Megapixel-Sensor von Samsung (HP0, 1/1,4 Zoll) mit f/2,67, 85 mm Brennweite und optischer Stabilisierung, was einem 3,5-fachen optischen Zoom entspricht. Digital geht es bis 100-fach. Ab 3,5-fach übernimmt das Tele, 2-fach (50 mm) und Zwischenstufen schneidet die App aus dem Bild der Hauptkamera aus.
Das Tele ist überragend, seine Fotos erinnern an eine Systemkamera. Für Porträts eignet es sich hervorragend, weil die Brennweite von 85 mm bei typischem Porträtabstand schmeichelhafte Proportionen liefert. Hauttöne geraten warm, Gesichter wirken leicht weichgezeichnet. Auch bei 10-fach (240 mm) bleiben Aufnahmen knackig scharf, zugleich taugt das Tele dann zum Makro: Eichel, Münze oder die Rillen einer Fingerkuppe füllen aus kurzer Distanz das Bild. Darüber wird es zur Spielerei. Bei 40-fach sind Details noch zu erkennen, die Oberfläche wirkt aber glitzerig und sichtbar per KI bearbeitet, bei rund 93-fach entsteht ein Ölgemälde-Look mit künstlichen Lichtsternchen. Bei nahen Objekten fokussiert das Tele gelegentlich nicht, dann hilft der Wechsel auf die Hauptkamera und zurück.
Die Hauptkamera spielt ebenfalls auf Top-Niveau. Sie setzt auf den neuen Sony Lytia L910 mit 50 Megapixeln (1/1,28 Zoll, f/1,57, 24 mm), einen LOFIC-Sensor wie im Xiaomi 17 Ultra (Testbericht), der dort allerdings 1 Zoll misst. Die Stabilisierung der Hauptkamera wurde gegenüber dem X300 Pro verbessert: Eine 3-Grad-Gimbal-Stabilisierung nach CIPA 7 hält sie ruhig. Im Porträtmodus simuliert die App eine Blende, etwa f/4 bei 50 mm.
Vivo X500 Pro Max Fotos
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Der Ultraweitwinkel mit 50 Megapixeln (1/2,75 Zoll, f/2,0, 15 mm) entspricht weitgehend dem des X300 Pro. Es ist gut, fällt gegenüber Haupt- und Telekamera aber etwas ab: In der 100-Prozent-Ansicht verschwimmt Laub aquarellartig, während der Himmel sauber bleibt. Farben und Details passen über alle drei Kameras gut zusammen.
Bei Nacht gelingen statische Motive gut, bewegte werden zu Geisterbildern. Im fast dunklen Raum arbeitet die Kamera mit bis zu ISO 52.000 und einer halben Sekunde Belichtungszeit, Haupt- und Telekamera liefern dabei helle, rauscharme Bilder mit erhaltenen Details. Bei 3,5-fach greift die App im Dunkeln teils auf einen Ausschnitt der Hauptkamera statt aufs Tele zurück. Der Ultraweitwinkel gerät nachts weich.
Die Frontkamera mit 50 Megapixeln (f/2,0, 20 mm, Autofokus) fotografiert mit 20 mm oder im Porträtmodus mit 50 mm. Ihre Farben wirken etwas blass und weniger stimmig als bei den Rückkameras. Laser-Autofokus, Multispektralsensor und Zeiss-T*-Vergütung runden das Setup ab.
Videos nimmt das X500 Pro Max in 8K mit 30 FPS auf, mit der Hauptkamera in 4K mit bis zu 240 FPS. Das AF-Tracking hält das Motiv auch bei 4K mit 60 FPS im Fokus. Vier Mikrofone zeichnen den Ton auf, die übrigen X500-Modelle haben drei. Die Videostabilisierung arbeitet stark und ohne Verzerrung an den Ecken.
Als Zubehör bietet Vivo den Zeiss Telephoto Extender Gen 2 Ultra an. Er verlängert die Brennweite auf 400 mm, digital sind damit bis zu 3200 mm möglich, sinnvoll nutzbar bis etwa 1600 mm. Der Konverter lässt sich einfach anbringen und sitzt fester als beim Vivo X300 Pro (Testbericht).
Ausstattung
Im X500 Pro Max arbeitet der Mediatek Dimensity 9600 Pro, gefertigt in 2 nm. Seine acht Kerne takten mit 2 × 4,55 GHz, 3 × 4,35 GHz und 3 × 3,1 GHz, als GPU dient eine Mali-G2-Ultra-NX. Dazu kommen 12 GB LPDDR5X-RAM, das X300 Pro hatte noch 16 GB. Der Speicher fasst 1 TB nach UFS 4.1, einen Kartenslot gibt es nicht.
Im Alltag arbeitet das Smartphone schnell, Apps starten flott. Unter Dauerlast drosselt die GPU allerdings deutlich. Im Stresstest von 3DMark Wild Life Extreme erreicht es im ersten Durchlauf 7449 Punkte, das Vivo X300 Pro (Testbericht) kam auf 6690 Punkte. Schon im vierten Durchlauf sind es nur noch 4641 Punkte, im zwanzigsten 3764 Punkte. Die Leistungsstabilität liegt damit bei 50,5 Prozent, das Smartphone erwärmt sich dabei von 27 auf 42 Grad.
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An Bord sind Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 mit den Codecs SBC, AAC, aptX, aptX HD, LDAC und LHDC 5, NFC, ein Infrarot-Port und USB-C 3.2 mit Displayport-Ausgabe. Das Smartphone nimmt zwei SIM-Karten auf. Die Ortung nutzt Mehrband-GNSS mit GPS (L1 und L5), Galileo, Beidou, Glonass, QZSS und Navic. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor im Display reagiert hervorragend schnell und zuverlässig. Die Stereolautsprecher klingen gut und auf dem Niveau des X300 Pro, eine Klinke fehlt.
Software
Auf dem X500 Pro Max läuft Origin OS 7 auf Basis von Android 17, zum Testzeitpunkt auf aktuellem Stand. Vivo verspricht bis zu fünf neue Android-Versionen. Unsere Global-Version bringt die Google-Dienste mit, die gesamte Google-Suite inklusive Gemini ist vorinstalliert. Hinzu kommen Vivo-Apps wie Notizen, Diktiergerät, Easyshare, Origin-Gesundheit und Smart Remote. Mit Vivo-Alben und Google Fotos gibt es zwei Galerien.
Optisch und inhaltlich gleicht das System weitgehend Origin OS 6 auf dem Vivo X300 Pro (Testbericht), das Origin OS 7 voraussichtlich im November erhält. Origin OS 7 bringt Animationen, die sich an echter Physik orientieren, sowie Elemente im Liquid-Glass-Stil. Das System läuft flüssig und ohne Ruckeln. In einem Arbeitsbereich lassen sich bis zu fünf Apps gleichzeitig aktiv halten.
Der Startbildschirm lässt sich wahlweise mit App-Drawer und einem Raster bis 4 × 6 einrichten, links davon kann man Google Discover zuschalten. Klon-Apps ermöglichen ein zweites Konto, ein Assistent zieht Daten vom alten Gerät um. Für Spieler gibt es einen Ultra-Spielmodus mit Super-Auflösung, Zwischenbildberechnung und eSport-Modus. Die „Virtuelle Grafikkarte" zeigt Temperatur und Auslastung von CPU, GPU und RAM und bietet Rendering-Optionen. Neben den Energiemodi Sparen, Ausgewogen und Leistung steht ein Super-Energiesparmodus bereit.
Vivo X500 Pro Max Screenshots
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Die Software ist nicht perfekt. Die Kamera-App ist im Test zweimal abgestürzt, die Menüs sind teils unübersichtlich und überladen. Zudem holpert die deutsche Übersetzung stellenweise, etwa bei Begriffen wie „Architektur mit dynamischen Effekten“ oder dem falsch umbrochenen „Vibrationsmodu s“. Das Sicherheitscenter mahnt zudem die Anmeldung beim Vivo-Konto an. Das System selbst belegt rund 25 GB des Speichers.
Akku
Der Akku fasst 6750 mAh, deutlich mehr als die 5440 mAh des Vivo X300 Pro (Testbericht). Die China-Version des X500 Pro Max kommt sogar auf 8000 mAh. Im Alltag hält das Smartphone auch mit viel Kameranutzung einen vollen Tag durch, an normalen Tagen sind zwei Tage drin.
Das X500 Pro Max lädt mit bis zu 90 W, allerdings nur mit dem Vivo-Netzteil, das nicht im Karton liegt. Kabellos sind 40 W möglich, ebenfalls nur mit Vivo-Ladern. Per Kabel und kabellos lädt das Smartphone auch andere Geräte.
Preis
Bis zum Verkaufsstart der EU-Version gibt es das Vivo X500 Pro Max nur als China-Version von Importhändlern. Bei eBay verkauft sie ein gewerblicher Händler aus den USA mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher für umgerechnet 1255 Euro, mit 512 GB für 1434 Euro. Dazu kommen 36 Euro Versand und eventuell Einfuhrgebühren. Die China-Version hat mit 8000 mAh einen größeren Akku als unser Testgerät mit 6750 mAh.
Die China-Version haben wir nicht getestet. Auch sie bringt die Google-Dienste mit, den Play Store spielen die Importhändler vorab auf. Gemini lässt sich dort aber nur über Umwege als Standard-Assistent einrichten, eSIM und Wear-OS-Uhren funktionieren laut Berichten nicht.
Fazit
Das Vivo X500 Pro Max ist ein herausragendes Kamera-Smartphone. Das 200-Megapixel-Tele liefert Fotos auf dem Niveau einer Systemkamera, die Hauptkamera spielt ebenfalls ganz vorn mit. Es filmt bis 4K mit 240 FPS. Dazu kommen ein schnelles, helles Display, viel Leistung im Alltag und ein Akku, der problemlos zwei Tage durchhält.
Die Kompromisse liegen vor allem bei der Software. Die Kamera-App ist im Test abgestürzt, die Menüs sind überladen und die Übersetzung holpert. Zudem ist das Smartphone schwer und kopflastig, die GPU drosselt unter Dauerlast deutlich, der Ultraweitwinkel fällt gegen die anderen Kameras ab und ein Schnellladenetzteil liegt nicht bei.
Uns ist eine perfekte Kamera aber wichtiger als eine perfekte Software. Für 1255 Euro würden wir uns deshalb immer für das Vivo und gegen etwa ein Pixel- oder Samsung-Smartphone entscheiden. Wer eine ähnlich starke Kamera anderer Marken sucht, findet sie aktuell nur bei Oppo.
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