Wegen Staatsanwältin James: Trump sorgt sich um die «Cornell 7»

- Sieben Cornell-Studenten werden beschuldigt, eine Frau stundenlang vergewaltigt zu haben – der Fall sorgt in den USA für Empörung.
- New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James soll den Fall nun neu untersuchen.
- US-Präsident Trump äusserte sich besorgt um die Beschuldigten und bezeichnete James als «völlig korrupt».
Sieben Studenten an der Cornell-Universität haben wohl eine Frau stundenlang vergewaltigt. Der sogenannte Fall «Cornell 7» sorgt derzeit in den USA für Empörung. Zur Empörung trägt auch der Umgang der Uni und der Behörden mit den Beschuldigten bei. Diesen sehen viele als zu nachsichtig an.
Deshalb soll nun die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, den Fall als Sonderermittlerin neu untersuchen. Das gefällt US-Präsident Donald Trump gar nicht. Er äusserte sich besorgt um die Beschuldigten: «Mir tun diejenigen leid, die von ihr untersucht werden, denn sie werden keine faire Chance bekommen», sagte Trump gegenüber Reportern, wie die «New York Post» berichtet.
Trumps Vergangenheit mit Letitia James
«Sie ist völlig korrupt», sagte Trump über James vor den Reportern. Die Aussage kommt nicht von ungefähr. Die beiden haben eine Geschichte, die kurz nach Trumps erster Amtszeit begann.
James wurde damals damit beauftragt, Trump und seine Organisation – darunter seine zwei ältesten Söhne – wegen fraglicher Geschäftspraktiken zu untersuchen. Sie warf der «Trump Organization» vor, den Wert ihres Immobiliengeschäfts künstlich in die Höhe getrieben zu haben.
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In erster Instanz gewann sie vor Gericht und erwirkte eine Strafe in Höhe von 454 Millionen Dollar gegen das Unternehmen. 2025 wurde das Urteil von einem Berufungsgericht des Bundesstaates New York jedoch aufgehoben, wie die «New York Post» weiss.
Im selben Jahr erhob das US-Justizministerium Anklage gegen James. Es warf ihr Bankbetrug und die Abgabe einer falschen Erklärung gegenüber einem Finanzinstitut im Zusammenhang mit dem Kauf einer Zweitwohnung vor. Ein Bundesrichter wies die Anklage aufgrund technischer Fehler zurück.
«Kommt darauf an, ob man der Frau glaubt oder nicht»
Auch das Thema sexueller Übergriffe ist Trump nicht fremd. Der US-Präsident wurde von der Schriftstellerin E. Jean Carroll beschuldigt, sie sexuell missbraucht zu haben. Er wurde schuldig gesprochen und musste ihr fünf Millionen Dollar zahlen. Erst letzte Woche sah er vom Weiterziehen des Entscheids ab.
Zudem sorgt seine Nähe zu Jeffrey Epstein für Kritik. In diesem Zusammenhang gibt es mehrere Anschuldigungen gegen Trump. Allerdings konnte keine davon bisher nachgewiesen werden.
Im Sommer sorgten die Vorwahlen im Bundesstaat Maine für Aufsehen, als der demokratische Kandidat Graham Platner gewonnen hat. Nur zwei Wochen nach seinem Sieg wurde er von einer Ex-Freundin beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben, und musste zurücktreten. Als Trump von Reportern zu seiner Meinung zum Fall gefragt wurde, schien er seinen politischen Gegenspieler zu verteidigen: «Es kommt darauf an, ob man der Frau glaubt oder nicht», sagte der US-Präsident damals.
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?
Hier findest du Hilfe:
Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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