Zwei Kindersitze versagen bei Frontalcrash-Test

Darum gehts
- Zwei Kindersitze sind nach TCS-Tests so gefährlich, dass vom Kauf dringend abgeraten wird.
- Der TCS hat bei laufenden Frontalaufprallversuchen bei der Babyschale «Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z» und beim «Axkid Minikid Core» gravierende Mängel entdeckt.
- Britax Römer untersucht die Ursache des Gurtschloss-Versagens; Axkid hat den Verkauf bereits gestoppt und einen Rückruf eingeleitet.
Während der derzeit laufenden Frontalaufprallversuche zum Kindersitztest Herbst 2026 wurden bei der Babyschale Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z und beim Kleinkindersitz Axkid Minikid Core gravierende Sicherheitsprobleme festgestellt.
«Bei einem schweren Unfall besteht bei beiden Modellen ein hohes Verletzungsrisiko für das Kind», teilt der TCS am Dienstag mit. Vom Kauf der genannten Produkte wird deshalb dringend abgeraten. Der komplette Kindersitztest mit den Ergebnissen aller untersuchten Modelle wird am 20. Oktober 2026 veröffentlicht.
Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z
Beim Frontalaufpralltest mit dem Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z in Liegeposition öffnet sich das Gurtschloss des integrierten Hosenträgergurtes. Der Dummy wird aus der Babyschale geschleudert. Die Kunststoff-Rasthaken der Gurtzunge brechen unter der Belastung ab.
Eltern, die den Sitz bereits gekauft haben, wird empfohlen, die Babyschale möglichst in der aufrechten Position und/oder ohne Vario Base 5Z zu nutzen und sie stattdessen mit dem Dreipunktgurt im Auto anzuschnallen. «Bei den durchgeführten Versuchen bot die Babyschale so einen ausreichenden Schutz. Beim Einbau ist auf den richtigen Gurtverlauf und auf ein straffes Anziehen des Fahrzeuggurtes zu achten», schreibt der TCS.
Axkid Minikid Core
Beim Versuch mit dem Dummy in Liegeposition entriegelt sich der Stützfuss und fährt vollständig ein. Gleichzeitig bricht die Kunststoff-Sitzschale rund um das Gurtschloss des integrierten Fünfpunktgurtes, das Gurtschloss wird aus der Schale gerissen und das Becken des Dummys schleudert nach oben. Aufgrund des hohen Verletzungsrisikos wird auch der Schutz dieses Sitzes beim Frontalaufprall mit «nicht empfehlenswert» bewertet.
So reagieren die Hersteller
Die Hersteller wurden laut TCS vorab über die Ergebnisse ihrer Produkte informiert. «Britax Römer hat nach eigenen Angaben unverzüglich Untersuchungen eingeleitet, um die Ursache für das Versagen des Gurtschlosses zu bestimmen.» Über mögliche weitere Massnahmen wie Austausch, Reparatur oder einen freiwilligen Rückruf soll nach Abschluss der technischen Untersuchung entschieden werden.
Der Hersteller Axkid hat den Verkauf des Minikid Core eingestellt und einen freiwilligen Rückruf eingeleitet. Kunden wird ein kostenloser Austausch gegen einen Axkid Minikid 4 Pro angeboten. Eltern, die dieses Angebot nutzen möchten, können sich beim Hersteller unter Angabe der Seriennummer ihres Kindersitzes registrieren.
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Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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