Dieses Wasser solltest du in den Ferien besser stehen lassen

Sechs Flaschen Wasser haben Sonja und ihr Kollege in Italien gekauft, zwei Liter davon hat er bereits getrunken. Weil es «richtig Ar*** schmeckt», haben die beiden das Etikett inspiziert und gegoogelt. «Es enthält mega viele Sulfate, fördert die Verdauung und hat eine abführende Tendenz. Man soll nur maximal zwei Gläser täglich trinken», sagt Sonjas Kollege im Video. Das sei also die Erklärung dafür, warum sein Darm nach den zwei Litern deutlich reagierte.
Welche Wasserflasche würdest du im Supermarkt in den Ferien am ehesten kaufen?
Unter dem Clip erkennen einige das Wasser aus ihren eigenen Ferien wieder. Zig Userinnen und User schreiben von vergleichbaren Mineralwassern aus anderen Ländern.
Eine ganze Flasche gegen Verstopfung
Auf Reddit erzählt ein User von Donat Mg aus Slowenien. Er habe nicht geglaubt, dass nur von Mineralwasser viel passieren könne, und deshalb über den Tag fast eine ganze Flasche getrunken. Am nächsten Tag habe sich nach langer Verstopfung endlich etwas getan – allerdings gleich mit Durchfall. Danach habe er die Menge auf die empfohlene Dosis reduziert.
Der Grund steckt in der Zusammensetzung: Sulfat- und magnesiumreiche Mineralwasser können Wasser im Darm halten und dadurch den Stuhl weicher machen. Vor allem Magnesiumsulfat wirkt osmotisch: Es bindet Wasser im Darm, der Stuhl wird weicher und der Transport kann beschleunigt werden. Donat Mg enthält beispielsweise rund 2000 Milligramm Sulfat und etwa 1000 Milligramm Magnesium pro Liter. Eine herstellerfinanzierte randomisierte Studie mit Menschen mit funktioneller Verstopfung fand bei 500 Millilitern täglich einen Effekt auf die Darmfunktion.
«Hat meine Verdauung komplett in Gang gebracht»
Das italienische Fonte Essenziale sorgt bei Touristen und Touristinnen immer wieder für Überraschung. In einem Forum schreibt eine Nutzerin etwa, das Wasser habe ihre Verdauung nach rund zehn Tagen «komplett in Gang gebracht». Sie habe sich dabei an die Empfehlung gehalten: zwei Gläser morgens auf nüchternen Magen. Eine andere Nutzerin beschreibt den Geschmack hingegen schlicht als «ekelhaft».
Das passt zur Erfahrung von Sonja und ihrem Kollegen: Auch dort fällt zuerst auf, dass das Wasser alles andere als gewöhnlich schmeckt. Nur landeten statt zwei Gläsern gleich rund zwei Liter des abführenden Wassers im Magen.
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Auch in anderen Ländern verbreitet
Frankreich führt mit Hépar ebenfalls ein stark mineralisiertes Wasser. Es enthält viel Magnesium und Sulfat. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass es abführend wirken kann.
Tipp: Wer im Ferien-Supermarkt eine unbekannte Flasche entdeckt, sollte bei Angaben wie «reich an Sulfat» oder «reich an Magnesium» genauer hinschauen. Sonst wird aus dem vermeintlichen Durstlöscher schnell ein unerwünschter Verdauungshelfer.
Meret Steiger (mst), arbeitet seit 2016 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Living und Auto & Mobilität und berichtet über Wohnen, Einrichten und Architektur.
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