Entlassungen bei Sucker Punch: Sony baut weiter Stellen ab
Das Sony-Studio Sucker Punch hat am Montag 24 Mitarbeiter entlassen, berichtet das Spielemagazin Aftermath. Der Entwickler von „Ghost of Tsushima“ und „Ghost of Yotei“ hat insgesamt weniger als 200 Angestellte. Rein rechnerisch trifft der Einschnitt also mehr als ein Zehntel der Belegschaft.
Aftermath beruft sich auf einen ehemaligen Sucker-Punch-Mitarbeiter und hatte zunächst von 26 Betroffenen geschrieben, die Zahl später aber auf 24 korrigiert. Sony hat die Entlassungen bislang nicht bestätigt und laut Aftermath auch nicht auf eine Anfrage reagiert.
In einer internen Mail, die Aftermath einsehen konnte, begründet die Studioleitung den Schritt mit dem Marktumfeld und dem nächsten Projekt: „Nach sorgfältiger Beobachtung der Herausforderungen am Markt und einer Prüfung des Personalbedarfs für unser nächstes Projekt haben wir uns zu Personalkürzungen entschieden.“ Weitere Details zur Zukunft des Studios will die Leitung laut der Mail in der kommenden Woche mitteilen.
Kein PC-Port für „Ghost of Yotei“
„Ghost of Yotei“ ist im Oktober 2025 exklusiv für die Playstation 5 erschienen und hat sich Sony zufolge in den ersten 32 Tagen 3,3 Millionen Mal verkauft. Vor wenigen Wochen hat Sucker Punch die Erweiterung „Echoes of Sekigahara“ nachgelegt. Anders als der Vorgänger „Ghost of Tsushima“ kommt das Spiel aber nicht auf den PC: Sony hat die Pläne für einen PC-Port eingestampft, berichtete Bloomberg-Journalist Jason Schreier im März. „Ghost of Yotei“ war eines der ersten Spiele, die Sonys Kurswechsel direkt traf.
Im Mai soll Playstation-Studiochef Hermen Hulst den Beschäftigten bei einer internen Versammlung bestätigt haben, dass storylastige Einzelspieler-Titel künftig Playstation-exklusiv bleiben. Laut Schreier haben die PC-Ports von Sony-Spielen keinen großen Umsatz eingebracht. Zudem fürchte Sony, mit den Portierungen der Playstation 5 und künftigen Konsolen zu schaden. Mehrspieler-Titel bringt Sony dagegen weiterhin auch auf den PC.
Sony streicht seit Jahren Stellen
Sucker Punch ist nicht das erste Sony-Studio, das in diesem Jahr Stellen verliert. Ende Juni hat Sony den Großteil des „Destiny“-Teams bei Bungie entlassen, nachdem „Destiny 2“ sein letztes großes Update erhalten hatte. Laut einer WARN-Meldung bei den Behörden des US-Bundesstaates Washington fallen allein am Bungie-Standort in Bellevue 292 Stellen weg. Für Bungie war es die dritte Entlassungsrunde seit der Übernahme durch Sony im Jahr 2022: Im Oktober 2023 verlor das Studio rund 100 Stellen, im Juli 2024 folgten 220 weitere.
Im Februar hatte Sony bereits das Studio Bluepoint Games geschlossen, das mit Remakes von „Demon’s Souls“ und „Shadow of the Colossus“ bekannt wurde. Rund 70 Angestellte verloren ihren Job. Die bislang größte Welle traf Sonys Spielesparte im Februar 2024: Damals strich das Unternehmen 900 Stellen, etwa 8 Prozent der Belegschaft, und schloss das London Studio komplett.
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Bei Microsoft fällt der Stellenabbau noch umfangreicher aus. Xbox-Chefin Asha Sharma hat im Juli angekündigt, bis Ende Juni 2027 insgesamt 3200 Stellen zu streichen, etwa ein Fünftel der Xbox-Belegschaft.
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