«Sölden und ich sind noch keine Liebesgeschichte»

Darum gehts
- Camille Rast wird beim Riesenslalom in Sölden als beste Schweizerin Sechste.
- Nach dem 1. Lauf war sie auf Podestkurs, im 2. Lauf schneite es dicht und die Sicht war schlecht.
- Rast gibt sich die Schulnote 4 und sagt: «Sölden und ich sind noch keine Liebesgeschichte.»
- Als Nächstes steht am 14. November der Slalom im finnischen Levi an.
Es war nicht der erhoffte Saisonstart für die Schweizer Frauen. Camille Rast beendete den Riesenslalom in Sölden auf Rang sechs, Wendy Holdener wurde 20., Simone Wild 24., Stefanie Grob direkt dahinter und Vanessa Kasper auf Platz 28. Immerhin: Fünf von zehn Schweizerinnen haben es in den zweiten Lauf geschafft und damit wichtige Punkte gesammelt.
«Ich gebe mir die Schulnote 4», sagte Camille Rast auf ihre Leistung angesprochen nach dem Rennen. «Jetzt gerade bin ich sicher etwas enttäuscht, vor allem weil ich nach dem 1. Lauf auf Podestkurs war.»
Wetterumschwung soll keine Entschuldigung sein
Im 1. Lauf wurde der Rettenbachgletscher mit Kaiserwetter verwöhnt. In der Mittagspause schlug das Wetter um. Dichte Wolken zogen auf und es begann immer stärker zu schneien. Das wirkte sich natürlich auch auf die Piste aus.
«In Sölden brauchst du immer auch ein wenig Glück mit dem Wetter», so Rast. «Wenn man nicht sieht, wo die Füsse hingehen, ist es nicht so einfach. Man weiss nie, ob es einen Schlag gibt oder nicht», erklärt die Walliserin. «Das soll aber keinesfalls eine Entschuldigung sein. Aber wir sind die Besten der Welt, wir müssen auch mit solchen Bedingungen fahren können. Es war nie wirklich mein Lieblingsrennen, heute weiss ich auch, warum», so Rast lachend.
Es sei für sie jedes Jahr das Gleiche auf dem Rettenbachgletscher. «Sölden und ich sind noch keine Liebesgeschichte», sagt Rast. «Aber das Resultat nehme ich so. Wenn ich unter den ersten sechs bin, ist es sicher ein Schritt in die richtige Richtung.»
Schliesslich ist es ihre bisher beste Leistung auf dieser Piste. «Es waren sicher gute Sachen drin, es ist nicht alles schlecht. Am Anfang der Saison habe ich immer ein wenig Mühe, den Rennrhythmus zu finden.» Darum freue sie sich auf die Zeit, wenn jedes Wochenende ein Rennen stattfindet – dann komme auch der Rhythmus.
Nächster Halt: Lappland
Nun pausiert der Skizirkus wieder bis zum 14. November. Dann steht der Slalom im finnischen Levi an. Die Siegerin des Slaloms im hohen Norden wird Patin eines Rentiers und darf dieses taufen. Eine Ehre, die Rast bisher noch nicht zuteil wurde.
«Das wäre mega schön! Wobei ich sagen muss, dass auch Levi nie wirklich mein Rennen war. Ich glaube, das Slalom-Niveau wurde dieses Jahr nochmals besser. In den Top 7 ist es wirklich sehr eng und andere drücken auch von hinten. In Levi ist für alle alles möglich.» Auch, dass ein Rentier bald auf einen von Camille Rast gewählten Namen hört.
Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.
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