Deutsche Volleyballer trotz Aus voll auf Olympia-Kurs
Im dritten Satz keimte noch einmal Hoffnung auf. Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft lag im Viertelfinale der Europameisterschaft bereits mit zwei Sätzen gegen den Weltranglisten-Ersten Polen zurück, führte jedoch im dritten Durchgang zeitweise mit vier Punkten.
Doch nach einem perfekt abgewehrten Hinterfeld-Angriff von Tobias Brand übernahmen die Polen beim Stand von 16:16 wieder die Spielkontrolle und ließen bis zum Spielende lediglich einen weiteren Punkt der Deutschen zu. So schieden Deutschlands Volleyballer letztlich deutlich mit 0:3 (23:25, 17:25, 17:25) aus dem Turnier aus.
Deutschlands Volleyballer waren nach einer dramatischen Aufholjagd gegen den starken Gastgeber Bulgarien ins Viertelfinale der Europameisterschaft eingezogen.
20.09.2026 | 0:45 minSo muss auch Chef-Bundestrainer Christian Dünnes bilanzieren: "Zu diesem Niveau fehlt uns noch ein bisschen." Bereits in der Gruppenphase hatte Olympiasieger Frankreich dem deutschen Team die einzige Niederlage beigebracht und mit einem 3:0-Erfolg "erstmals die Grenzen aufgezeigt", wie Ex-Nationalspieler Dünnes befindet.
In Europa muss die DVV-Auswahl nur drei Nationen fürchten
Doch die positive Erkenntnis der EM ist: Es sind nur drei Nationen, die die Mannschaft um Kapitän Jan Zimmermann in Europa fürchten muss: neben Polen und Frankreich auch Weltmeister Italien. Mit den übrigen Konkurrenten ist die DVV-Auswahl auf Augenhöhe und schlug bei der EM gleich zwei vor dem Turnier in der Weltrangliste besser platzierte Gegner: zum Auftakt die Türkei und in einem epischen Achtelfinal-Match Gastgeber Bulgarien.
Die deutschen Volleyballer gingen ohne ihren verletzten Führungsspieler Georg Grozer in die EM. Das Turnier findet in Rumänien, Finnland, Bulgarien und Italien statt.
10.09.2026 | 0:50 minWie die Mannschaft dann ohne den verletzten Topscorer Georg Grozer ins Spiel und Turnier fand, war durchaus beeindruckend. Erik Röhrs, der im Klub eigentlich gar nicht auf der Diagonalposition spielt, lernte im Verlaufe dieses Sommers um und vertrat den Routinier nicht nur als Punktelieferant, sondern auch als emotionaler Leader. So ist das Turnier auch als Abnabelung vom mittlerweile 41-jährigen Ausnahmespieler zu interpretieren, der die Mannschaft in den vergangenen knapp 20 Jahren getragen hatte. Zuspieler Jan Zimmermann erklärt:
Man hat gesehen, dass es hier keinen einzigen Leader mehr gibt. Jeder hat seinen Bereich und jedem ist bewusst, dass so eine große Leaderlast keiner alleine mehr tragen wird.
Jan Zimmermann, Zuspieler
Das sei "kein Problem, sondern einfach eine andere Art von Mannschaftsgefüge, wie es sein muss". Das heißt nicht, dass Grozer nun überflüssig wäre und dem Team nicht mehr helfen könnte. Doch die Mannschaft hat gezeigt, dass sie eben auch ohne Grozer zu überzeugen weiß, erklärt Zimmermann weiter.
Deutsche Volleyballer mit "Ausrufezeichen" gegen Bulgarien
Ihren Höhepunkt hatten die Deutschen zweifellos im Achtelfinale gegen Vize-Weltmeister Bulgarien. Wie sich das Team vor über 12.000 Fans der Gastgeber in Sofia dem ungeheuren Aufschlagdruck widersetzte, geduldig blieb und auf die eigenen Chancen und Stärken vertraute, um sich schließlich selbst in einem Flow zu spielen, war ein Meilenstein in der Entwicklung dieses Teams auf dem Weg zu den Olympischen Spielen.
Das war ein absolutes Ausrufezeichen, was Leistung und Moral betrifft. Riesenkompliment, ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft.
Christian Dünnes, Chef-Bundestrainer
Dabei ließen sich die deutschen Schmetterkünstler auch nicht von den zahlreichen personellen Rückschlägen abbringen. Zuspieler Johannes Tille und Außenangreifer Moritz Karlitzek mussten während des Turniers abreisen. Auch unter diesen Umständen ist der Viertelfinaleinzug als Erfolg zu werten.
Den deutschen Volleyballern gelang bei der EM ein großer Schritt Richtung Achtelfinale, aber mit viel Mühe. 3:2 (25:22, 25:23, 22:25, 15:25, 15:13) hieß es gegen Rumänien nach 2:19 Stunden.
13.09.2026 | 0:50 minSo lautet der Kurs für den nächsten Sommer, die Konstanz in allen Elementen weiter auszubauen sowie den starken Kern der Mannschaft mit personellen und damit auch taktischen Optionen zu bereichern. Dünnes kann nach der starken Europameisterschaft mit Überzeugung sagen: "Wir sind auf Olympia-Kurs und werden jeden Prozentpunkt herauskitzeln, der vielleicht noch fehlt."
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Über das Thema berichtete das ZDF in den heute-Nachrichten am 20.09.2026 um 17:00 Uhr.
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