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Thursday, October 8, 2026

«Sie liessen meine Tochter sterben»: Jetzt spricht Darjas Mutter

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  • Die Mutter der verstorbenen Laborantin Darja T. (28) wirft den Ärzten am Irkutsker Antipest-Institut schwere Versäumnisse vor.
  • Die 28-Jährige starb am 2. Oktober nach einer schweren Lungenentzündung – die genaue Todesursache ist weiterhin ungeklärt.
  • Die WHO prüft zudem einen Medienbericht über einen möglichen zweiten Todesfall in Irkutsk nach einer Lungenentzündung.

Im rätselhaften Todesfall um die russische Laborantin Darja T. meldet sich nun ihre Mutter zu Wort. Swetlana S., die selbst im Gesundheitswesen arbeitet, wirft den behandelnden Ärzten schwere Versäumnisse vor.

«Ich habe selbst mehr als einen Patienten wie Darja gerettet, aber sie haben meine Tochter einfach sterben lassen», sagte sie gegenüber dem russischen Medium «Glubina», wie «The Independent» schreibt.

Pest oder doch keine Pest?

Die 28-Jährige arbeitete am Irkutsker Antipest-Institut in Sibirien und starb am 2. Oktober nach einer schweren Lungenentzündung. Der Gouverneur der russischen Region Burjatien, Alexej Zydenow, hatte zunächst erklärt, die Frau sei an der Pest gestorben.

Später widersprachen die russischen Behörden: Bei T. seien keine Erreger nachgewiesen worden, die mit ihrer beruflichen Tätigkeit in Zusammenhang stünden. Als Todesursache nannten sie eine «Lungenentzündung unbekannter Herkunft».

Familie konnte sie noch nicht beerdigen

Die Familie befindet sich laut «The Independent» weiterhin in Isolation. Darja sei noch nicht beerdigt worden. «Wer soll sie beerdigen, wenn wir hier eingesperrt sitzen?», fragt ihre Mutter.

Auch Tage nach dem Tod habe die Familie noch kein offizielles Dokument zur Todesursache erhalten. Sie warte darauf, dass diese offiziell festgestellt werde, so S. Medienberichte reichten ihr nicht.

Laut «The Independent» werden rund 100 Menschen, die Kontakt mit Darja hatten, im Spital überwacht. Russische Behörden und die WHO hatten zuvor von rund 200 Kontaktpersonen gesprochen.

«Selbst wenn man es an die Wand schleudert»

Die Mutter zweifelt auch an Berichten über einen möglichen Laborunfall. Anfangs hiess es, Darja könnte sich infiziert haben, nachdem bei der Arbeit ein Reagenzglas mit biologischem Material zerbrochen war.

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«Ich kenne die Wahrheit», sagte sie laut «The Independent». Ein solches Reagenzglas könne nicht einfach zerbrechen. «Selbst wenn man es gegen eine Wand schleudert, ist das nicht möglich.» Die Behälter seien derart gut geschützt, dass auch ihr Inhalt nicht einfach austreten könne.

Auch die russische Seuchenschutzbehörde Rospotrebnadsor dementierte Berichte über einen Laborunfall.

WHO prüft möglichen zweiten Todesfall

Woran Darja tatsächlich starb, bleibt unklar. Die WHO wartet auf weitere Informationen aus Russland. Sie will unter anderem wissen, welche Tests durchgeführt wurden, mit welchem Material Darja gearbeitet hatte und welche Sicherheitsvorkehrungen im Institut galten.

Zudem prüft die WHO einen Medienbericht über einen möglichen zweiten Todesfall nach einer Lungenentzündung in Irkutsk. Der Bericht sei systematisch geprüft und als glaubwürdig eingeschätzt worden, sagte WHO-Experte Abdirahman Mahamud. Eine Bestätigung aus Russland steht aus.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, eine umfassende Risikobewertung sei derzeit nicht möglich. Unterdessen meldete Rospotrebnadsor laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, rund 90 Prozent der überwachten Kontaktpersonen seien untersucht worden. Dabei seien keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten festgestellt worden.

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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