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Thursday, November 5, 2026

Liederbuch mit Stephan Eicher – Martin Suter: «Einer allein ist zu wenig für eine gute Idee»

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Liederbuch mit Stephan Eicher Martin Suter: «Einer allein ist zu wenig für eine gute Idee»

Was entsteht, wenn ein Liedermacher und ein Autor sich anfreunden und zusammenarbeiten? Die Antwort liegt auf der Hand: Ein Liederbuch.

Stephan Eicher und Martin Suter wollen es nochmals wissen: Zehn Jahre nach dem ersten «Song Book» erscheint nun ihr neues «Song Book Vol. 2». Begonnen hat die Zusammenarbeit der beiden Schweizer Kultur-Ikonen bereits vor zwanzig Jahren. Als sie sich kennenlernten, war klar: Beide wollten schon lange mit dem jeweils anderen zusammenarbeiten. Aus der anfänglichen Bewunderung entstanden eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit.

Drei Musiker spielen auf einer Bühne, vorne ein Mann mit Akustikgitarre und Mikrofon.
Legende: Bestseller-Autor Martin Suter und Musiker Stephan Eicher arbeiten bereits seit 20 Jahren zusammen. KEYSTONE / Walter Bieri

Wie ein Lied entsteht

Für ihr zweites Songbook hat sich das Duo gemeinsam mit anderen Musikern eine Woche in ein Berghaus zurückgezogen. Fernab von Alltag und Flachland haben sie Worte und Melodien zu Liedern verwoben. Aber wie entsteht ein Lied eigentlich genau?

«Meistens ist jeder für sich im Kämmerchen und dann treffen sich diese Texte und Töne», sagt Martin Suter. Was für manche Menschen fast an Magie grenzt, klingt nach seiner Beschreibung einfach und nachvollziehbar.

Wenn wir in diesen Berufen nicht kritikfähig wären, wären wir schon lange mit schweren Depressionen irgendwo versteckt.

So simpel das klingen mag: In der Zusammenarbeit ist nicht jeder erste Entwurf ein fertiges Lied. Er sei ein Vorschlag und der Anfang eines lebendigen Prozesses, erklärt Suter. Manchmal kommt die Melodie zuerst und dann der Text, manchmal umgekehrt.

Martin Suter und Stephan Eicher verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. 2007 schrieb Martin Suter den Text zu «Weiss nid, was es isch» auf Stephan Eichers Album «Eldorado». Ihr erstes gemeinsames Liederbuch ist 2017 unter dem Namen «Song Book» entstanden.

Zehn Jahre später erscheint die Fortsetzung: «Song Book Vol. 2.0» oder «Café Pinguin». Das Liederbuch ist eine Kombination aus Buch und Album. Premiere des neuen Werks ist am 1. März 2027 im Opernhaus Zürich.

Es ist kein statischer, sondern ein dynamischer Prozess: Singt Eicher einen Text von Suter, verändert sich dieser oft durch Rhythmus und Wiederholungen.

Kritik ist Teil vom Prozess

Manchmal passt alles auf Anhieb. Das war zum Beispiel bei ihrem ersten gemeinsamen Lied der Fall. «Ich war mit der Grippe im Bett und habe ihm einen Text geschickt. Am nächsten Morgen war der Text vertont und ein fast fertiges Lied. Das war ein Wurf», sagt Martin Suter.

Einer allein ist zu wenig für eine gute Idee.

Meistens braucht es aber konstruktive Kritik, Rückmeldungen und Anpassungen, bis man zufrieden ist mit dem Ergebnis. Kritikfähig zu sein, sei entscheidend. «Wenn wir in diesen Berufen nicht kritikfähig wären, wären wir schon lange mit schweren Depressionen irgendwo versteckt.»

Die Kunst der Zusammenarbeit

Kritik und Rückmeldung seien das Schöne an der Zusammenarbeit. «Denn einer allein ist eigentlich zu wenig für eine gute Idee. Perfekt werden Dinge, wenn man sie zusammen macht», so der Erfolgsautor. Zum Beispiel war seine Frau immer seine erste Leserin und Kritikerin. Auch die Rückmeldungen seiner Lektorin sind ein wichtiger Bestandteil seiner Texte.

«Kreative Arbeit ist immer Teamwork», sagt er. Das Duo Martin Suter und Stephan Eicher verbindet aber nicht nur die Zusammenarbeit als Künstler, sondern auch eine langjährige Freundschaft.

Martin Suter spricht in hohen Tönen von seinem Projektpartner Eicher: «Stephan ist ein Mann mit einer grossen Neidfreiheit. Das ist nicht selbstverständlich unter Kreativen.» Er gönne allen Kreativen ihren Erfolg und fördere diesen auch. «Das hat mich immer sehr beeindruckt.»

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