Seaglider: Militär-Tests für elektrisches Ground-Effect-Vehicle intensiviert
Das elektrisch angetriebene Bodeneffektfahrzeug Viceroy Seaglider des US-Herstellers Regent Craft hat 5 Millionen US-Dollar des U.S. Marine Corps Warfighting Lab erhalten. Das Geld soll dazu genutzt werden, um die Leistungsfähigkeit des Prototyps für die militärische Nutzung aufzuzeigen. Dafür stellt das Militär Führungs- und Kontrollsysteme bereit, die in die Seaglider integriert werden sollen.
Am 2. September 2026 hatte der Prototyp der Seaglider einen Testflug in der Narragansett Bay bei Rhode Island absolviert. Das Bodeneffektfahrzeug ist dafür entworfen worden, sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 290 km/h dicht über Wasseroberflächen unter Ausnutzung des Bodeneffektes zu bewegen. Das Fahrzeug kann allerdings auch bootähnlich schwimmen und energiesparend auf Hydrofoils über das Wasser gleiten.
Ausgerüstet ist die etwa 16,8 m lange Maschine mit zwölf Elektromotoren, die sich zu je sechs Einheiten auf die beiden Tragflächen verteilen. Die Spannweite beträgt ungefähr 19,8 m. Im Bodeneffektflug soll das Fahrzeug etwa 290 km/h erreichen und rund 333 km weit kommen. Diese Daten sind jedoch noch theoretisch, evaluiert worden sind sie bisher nicht. Die Zuladung soll bis zu 1,6 t betragen. Betrieben wird die Seaglider von einer zweiköpfigen Crew. Bis zu 12 Passagiere finden in dem Fahrzeug Platz.
Militärische Nutzung
Diese Konfiguration und die Daten des Fahrzeugs machen es interessant für das Militär. Vor allem die Möglichkeit, das Fahrzeug dicht über dem Wasser zu bewegen, soll für eine schwierigere Ortung durch Radar sorgen. Denn die Seaglider kann sich so unterhalb der Radarerfassung bewegen, liegt aber zugleich oberhalb der Reichweite maritimer Sonarsysteme. Hinzu kommt, dass das Fahrzeug durch den Elektroantrieb weniger Hitze emittiert und daher eine geringe Wärme- und Infrarotsignatur zur Erfassung über Wärmeortungssysteme bietet. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Einsatz eines solchen Fahrzeugs keinerlei Start- und Landeinfrastruktur benötigt, da es sich ausschließlich über dem Wasser bewegt. Die Aufladung der Batterien des elektrischen Ground-Effect-Vehicles kann von Land als auch von einem Schiff aus erfolgen, sodass weitgehend eine durchgängige Einsatzbereitschaft der Seaglider gegeben ist.
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Regent gibt an, dass die Seaglider sehr einfach konstruiert ist und nur aus wenigen Bauteilen besteht. Dadurch soll sie weniger wartungsintensiv und reparaturanfällig sein, Kriterien, die für den militärischen Einsatz mitentscheidend sind.
Nachdem in den ersten beiden Testphasen die technische Machbarkeit der Seaglider im Vordergrund standen, ging es in der dritten Phase um die Erprobung des Prototyps in Originalgröße. In diesen Phasen hatte das U.S. Marine Corps Warfighting Lab bereits etwa 15,25 Millionen Dollar für die Entwicklung des Bodeneffektfahrzeugs beigesteuert. Nun fließen für die aktuelle Testphase weitere 5 Millionen Dollar. In ihr soll das Fahrzeug für militärische Operationen flott gemacht werden, indem Führungs- und Kontrollsysteme integriert werden. Danach soll die Erprobung der Tauglichkeit für militärische Operationen erfolgen.
Das US-Militär sieht den Einsatz der Seaglider vor allem in der Logistik in umkämpften Gebieten. Das Bodeneffektfahrzeug könnte schnell und unbemerkt in die Gebiete eindringen und Soldaten und Ausrüstung in die Konfliktzonen transportieren.
Die Regent Craft Viceroy Seaglider ist aber nicht nur für militärische Operationen entwickelt worden. Sie kann auch zur Versorgung von maritim stationierten Plattformen, zur Seenotrettung und für den zivilen Personentransport eingesetzt werden.
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