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Saturday, September 19, 2026

«Grösster Diebstahl menschlicher Arbeit in der Geschichte»

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  • In der Milliardenklage der «New York Times» gegen OpenAI und Microsoft sind bisher geschwärzte interne Aussagen veröffentlicht worden.
  • Microsoft-Forscher Brent Hecht bezeichnete das KI-Training mit fremden Inhalten intern als möglicherweise «grössten Diebstahl menschlicher Arbeit in der Geschichte».
  • Hecht warnte intern auch vor einem Teufelskreis: Entziehe KI den Verlagen Einnahmen, fehle ihr künftig neues Material.

Microsoft-Forscher Brent Hecht sprach intern vom möglicherweise «grössten Diebstahl menschlicher Arbeit in der Geschichte». Gemeint war das Sammeln von Inhalten für das Training von KI, wie das Tech-Magazin Ars Technica berichtet.

Das Zitat stammt aus einem Dokument aus der Klage der «New York Times» und weiterer Verlage gegen OpenAI und Microsoft. Am 17. September wurden bisher geschwärzte Passagen daraus öffentlich. Hecht schrieb darin auch, Millionen Menschen würden es als «erstaunlichen Diebstahl von beispiellosem Ausmass» ansehen, wenn KI-Firmen ihre Inhalte nutzen, so Reuters.

Neuer Schriftsatz

Der Gerichtsschriftsatz mit den zuvor geschwärzten Aussagen ist als PDF öffentlich einsehbar. Das Dokument enthält die Argumentation der klagenden Verlage und Zitate aus internen Unterlagen. Es ist kein Gerichtsurteil. Ob die Firmen Urheberrechte verletzt haben, hat das Gericht noch nicht entschieden.

Bezahlschranke umgangen: «Ah nice»

Die Verlage werfen den Firmen vor, Millionen Artikel ohne Erlaubnis für KI-Training genutzt zu haben. Damit hätten sie Angebote entwickelt, die den Verlagen Leser wegnehmen. Die Kläger verlangen Milliarden US-Dollar Schadenersatz.

Dabei geht es auch um Artikel hinter Bezahlschranken. Ein Mitarbeiter berichtete OpenAI-Mitgründer Greg Brockman von einem Trick, um die Bezahlschranke der «New York Times» zu umgehen. Brockman antwortete laut dem Schriftsatz: «Ah nice».

Wie beurteilst du den Vorwurf, dass KI-Firmen journalistische Inhalte fürs Training nutzen?

Microsoft-Chef Satya Nadella sagte dagegen unter Eid, für Inhalte hinter Bezahlschranken sollten Firmen vor dem KI-Training die Nutzungsrechte einholen, wie TheWrap berichtet. Microsoft erklärte dazu, Nadella habe allgemeine Grundsätze beschrieben. Seine Aussagen seien keine rechtliche Bewertung des Falls.

Bis zu 93 Prozent tiefere Klickraten

Auch bei OpenAI warnten Mitarbeiter vor den Folgen für Verlage. ChatGPT-Chef Nick Turley schrieb laut der «Financial Times» von einer «existenziellen Bedrohung». KI-Produkte seien bereits weitgehend ein Ersatz für Verlagsangebote. Das werde sich mit ihrer Weiterentwicklung verstärken.

Laut den von den Klägern angeführten Microsoft-Daten lagen die Klickraten zu den Websites der «New York Times» bei Bing Chat um 87 bis 93 Prozent unter denen der klassischen Bing-Suche. Das berichtet TheWrap. Die Zahl beschreibt keinen Rückgang der gesamten Websitebesuche. Ein Microsoft-Dokument warnte laut Ars Technica vor einem «doom loop», einem Teufelskreis: KI nutze journalistische Inhalte, entziehe den Verlagen aber Leser und Einnahmen. Werde dadurch weniger Journalismus produziert, fehle auch der KI neues Material.

Microsoft widerspricht

Microsoft bezeichnete Hechts Aussagen laut Reuters als persönliche Sicht eines Mitarbeiters. Sie seien keine juristische Analyse und entsprächen nicht der Position des Unternehmens. Gegenüber TheWrap bestritt Microsoft, dass ihre KI den Journalismus der Verlage ersetze.

Microsoft und OpenAI halten das Training mit den Artikeln für rechtlich zulässig, weil daraus neue Inhalte entstünden. OpenAI beantwortete eine Anfrage von Reuters zu den Aussagen bis jetzt nicht.

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Michael Andai

Michael Andai (mia) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Er ist seit 2025 AI-Journalist und schreibt über alles rund um künstliche Intelligenz.

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