Sport in Young-Adult-Literatur: Heißes auf Eis und am Kreis

Selten gab es so viel Sport im Roman. Eine Begegnung mit verliebten Eishockeyprofis, Footballern mit riesigem Herz und Romantik unter Handballern.
Foto: Andreas Rüttenauer
E ishockey ist gerade das ganz große Ding in der Literatur. Auf den Gedanken musste kommen, wer bei der Frankfurter Buchmesse Mitte Oktober die Festhalle auf dem Messegelände betreten hat. Die Halle, in der sich die bunten Bücher für die Freundinnen und Freunde romantischer Romane recht blumig eingerichtet hatten, wurde dominiert von einem riesigen Pappaufsteller, der zwei Eishockeyspieler zeigte. Es war eine Szene aus der kanadischen Erfolgsserie „Heated Rivalry“, in der es um die unwahrscheinliche Liebe zweier harter Eishockeyburschen geht.
Am Stand des Adrian-Verlags, den Eltern kleiner Kinder vielleicht wegen seiner Wimmelbildbücher kennen, lassen sich viele junge Leute vor dem Pappaufsteller fotografieren, nachdem sie in den Romanen, die die Vorlage für die Serie geliefert haben, geblättert haben. Es gibt jetzt auch ein Buch zum Making-of der „epischen Enemies-to-Lovers-Eishockey-Romance von Bestsellerautorin Rachel Reid“, wie es im Verlagskatalog heißt.
Wer gar nicht genug bekommen kann von den heißen Eishockeyjungs, kann selbst zum Farbstift greifen. Ein Ausmalbuch für Erwachsene mit mehr und weniger erotischen Bildern der verliebten Burschen gibt es auch am Stand. Auch als Geruch kann man sich die Eishockeyserie in die Wohnung holen. Eine Duftkerze mit Eishockey-Motiven hat der Second-Chances-Verlag im Angebot. „In my Hockey Romance Era“ steht auf dem Glas, in dem das Wachs verkauft wird.
Eishockeyromantik ist also im Trend. Jede Menge Jugendromane aus diesem, nun ja, Genre gibt es zu bestaunen auf der Messe. „Hat Trick – kaltes Eis und heiße Liebe“ von Eden Finley etwa, den fünften Band der „Fake Boyfriends“-Reihe. Es gibt dann auch noch die „Puck Boy“-Reihe, die Eden Finley zusammen mit Saxon James geschrieben hat. Gerade ist Band fünf erschienen. „Clueless Puckboy“ heißt er.
Rugbyliebe in Schottland
Schwule Sportlerromantik gibt es auch im American Football. Gleich neben dem Stand, an dem Bücher und Accessoires unter dem Label „Büchermädchen“ angepriesen werden, kann man in den Roman „Spielplan für die Liebe“ hineinblättern, in dem zum Beispiel diese Weisheit zum Besten gegeben wird: „Verlieb dich nie in deinen besten Freund. Vor allem nicht, wenn du ihm berufsbedingt ständig auf den Hintern starren musst.“ Es geht um die unmögliche Liebe eines NFL-Profis zu einem anderen. Aufgeschrieben hat es, na klar. Eden Finley, aus dessen Feder auch der Eishockeyroman „Was sich liebt, das checkt sich“ stammt.
Was wohl passiert, wenn ein Schwimmer auf die Cheerleadinggruppe an einem College trifft?
Wer unter den Neuerscheinungen der Saison nach Sport in der Literatur sucht, der wird vor allem an den betont kitschig gestalteten Messeständen fündig. An einem steht ein Rugbyspieler aus Karton in Lebensgröße. Es ist Alex Corbeau-Green, ein milliardenschwerer Erbe aus bestem Haus und Rugbyspieler an der Sorrowsong University in den schottischen Highlands.
Im Roman „Nightshade“ von Autumn Woods bekommt er es mit der Schwimmerin Ophelia Winters zu tun, die er erst hasst, dann liebt. „Enemie to Lovers“, siehe oben. Es scheint nicht einfach zu sein und Tote gibt es auch. Kein Wunder, dass der Roman zum Genre der „Dark Academia Romance“ gezählt wird.
Wer dann noch wissen will, was passiert, wenn das Schwimmteam und die Cheerleadinggruppe an einem College aufeinandertreffen, kann ja „Love is like a Tsunami“ von Ronja Madeleine lesen. Das gibt's auch als Hörbuch bei Random House Audio.
Eine neue „Academia Romance“ gibt es auch von Julia Hausburg. „Flaming Secrets“ heißt das Werk der Autorin. Es spielt in der noblen schwedischen „Rävholm Academy“, wo die besten Handballer des Landes trainieren und studieren. Handball Romance also. Was es alles gibt.
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