ESPNBuzz: Week 6 scoring leaders through Sunday Night FootballPunchJigawa gov pledges upward review of corps members’ allowanceInquirer1PWD party-list: ADHD diagnosis not an excuse to mock PWDsThe Jerusalem PostHamas planned to detonate bombs at Gaza refugee camps to cover terrorists' escape, IDF revealsBollywood HungamaTiger Shroff Firing Incident: Three accused arrested by Kota police while travelling on Pune-Jaipur expressZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioWirtualna PolskaKosiniak-Kamysz o dronie na Litwie. "Strona ukraińska przeprosiła"Complete SportsSemenyo Out For Two Months With Knee InjuryVarietyMiley Cyrus Fires Back at Criticism of Hollywood Bowl Concert and Considered Not Doing Second Show: ‘It’s Hard for Me to Stand Up Here’VilaWebLa UE demana de distingir les protestes pacífiques dels aldarulls i accions de pillatge a Françaالشرقبريطانيا تحذر من المشاركة في مناقصات مخطط E1 الاستيطاني بالضفةNHK 社会渋谷区マンション建設工事めぐり住民が最高裁に特別抗告
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 19, 2026

Ich liebe Zeug! Warum dieses Wort viel mehr Aufmerksamkeit verdient

Translate

Eine Liebeserklärung

Ich liebe Zeug! Warum dieses Wort viel mehr Aufmerksamkeit verdient

Werkzeug, Flugzeug, Turnzeug, Bastelzeug, Backzeug, Malzeug, Feuerzeug: Kaum ein Wort ist so vielseitig und gleichzeitig so herrlich unspektakulär wie «Zeug». Ich finde darum, es verdient hier endlich meine Liebeserklärung.

Publiziert: vor 22 Minuten

Bildschirmfoto 2024-10-30 um 12.41.38.png

Gunda BosselSEO-Redaktorin

Ich weiss nicht genau, wann es angefangen hat. Aber ich liebe dieses Wort. Zeug. Ich sage es gern, ich höre es gern, und manchmal freue ich mich fast ein bisschen, wenn mir wieder eines dieser wunderbaren Zeug-Wörter im Alltag begegnet. Andere sammeln schöne Tassen oder haben eine Schwäche für Schuhe. Ich habe eine Schwäche für Zeug.

Dabei klingt das Wort zunächst nicht gerade nach grosser Sprachkunst. Zeug! Das hört sich nach Gerümpel an, nach Dingen, die seit drei Umzügen in einer Kiste liegen. «Was hast du denn da für ein Zeug?» ist selten als Kompliment gemeint. Auf Schweizerdeutsch kann man es dann immer noch richtig schön in die Länge ziehen. «Lug mal das vile Züüüüg aa!» Seufzend gesagt, ist diese Aussage klar negativ aufzufassen.

Und trotzdem: Schaut euch diese Wortfamilie an

Da wäre das Werkzeug. Hammer, Zange, Schraubenzieher. Dinge, mit denen man etwas zustande bringt. Dann das Flugzeug, das uns in wenigen Stunden ans andere Ende der Welt befördert. Ein Zeug, das fliegt! Eigentlich eine ziemlich kühne Beschreibung für eine Maschine, in der Hunderte Menschen sitzen und über den Wolken Tomatensaft trinken.

Auch das Fahrzeug ist herrlich pragmatisch. Es fliegt nicht, es fährt. Also ist es ein Fahrzeug. Ende der Geschichte. Kein Marketing, kein englischer Begriff, der nach Zukunft klingt. Einfach ein Fahrzeug.

Und dann das Turnzeug. Schon als Kind musste man es dabeihaben, wenn die Turnstunde anstand. Das Wort allein weckt Erinnerungen: eine Tasche, die nach Umkleidekabine riecht, ein T-Shirt, das garantiert noch feucht ist, und Turnschuhe, die man am liebsten ganz hinten im Schrank vergessen würde. Turnzeug ist nicht glamourös. Aber unverwechselbar.

Noch lieber mag ich Bastelzeug. Schere, Leim, Papier, Glitzer und ein Tisch, auf dem hinterher alles klebt. Bastelzeug hat etwas Versöhnliches. Man muss damit nichts Weltbewegendes erschaffen. Es reicht, wenn am Ende etwas entsteht, das schief ist, aber selbst gemacht. Und wenn nicht, hat man immerhin gebastelt.

Fürs Backen steht das Backzeug parat. Das können einerseits verschiedene Formen für Kuchen sein, aber auch die Box, in der ich mein Backpulver, das Zitronat oder die Trockenhefe für Notfälle aufbewahre.

Dann das Malzeug, Eltern kennen es: Wasserfarben, Pinsel, Farbstifte und Filzstifte, bei denen die Hälfte eingetrocknet ist. Malzeug klingt nach einem Nachmittag, an dem man nicht produktiv sein muss. Man darf einfach herumkritzeln. Das ist doch viel sympathischer, als anzukündigen, man werde sich jetzt künstlerisch betätigen. «Hol doch mal dein Malzeug» klingt für Kinder bei Langeweile doch einfach wunderbar unbeschwert.

Zeug ist ein (m)ein sprachlicher Alleskönner

Es kann praktisch sein wie Nähzeug, gemütlich wie Bettzeug, musikalisch wie Schlagzeug oder kindlich wie Spielzeug. Es gibt Schreibzeug, Strickzeug, Badezeug, Schwimmzeug und Feuerzeug. Man kann sein Zeug packen, sein Zeug erledigen oder sich ordentlich ins Zeug legen. Und manchmal redet jemand schlicht dummes Zeug.

Natürlich gibt es auch Zeug, das herumliegt und nervt. Das Zeug in der Schublade, von dem wir nicht mehr wissen, wozu es gehört. Das Zeug im Keller, das wir beim nächsten Aufräumen ganz bestimmt entsorgen werden. Und das Zeug, das wir behalten, weil man es vielleicht irgendwann noch brauchen könnte. Ich nehme mich davon nicht aus. Auch ich habe (sinnloses) Zeug.

«Ach, hüt hani wider es Züüg gha»

Und nicht genug: Zeug kann sogar in einer gewissen Art eine Emotion ausdrücken, aber ich glaube, das geht nur auf Schweizerdeutsch: «...ein Zeug haben». Heisst soviel wie: da war irgendwas nerviges los, ich war im Stress, ich konnte mich bei irgendwas nicht entscheiden oder war genervt. Irgend ein Zeug war da halt los heute, und das war eher negativ.

Lass das Zeug doch einfach sein

Vielleicht ist genau das der Punkt: Zeug darf einfach Zeug sein. Nicht alles braucht einen ausgefeilten Namen. Nicht alles muss einen Zweck erfüllen, eine Geschichte erzählen oder unverzichtbar sein. Manchmal reicht es, dass es da ist. Zeug macht wenig Aufhebens um sich macht. Es ist unkompliziert, bodenständig und ein bisschen frech. Es nimmt die Dinge nicht wichtiger, als sie sind. Und das kann in einer Welt, in der alles optimiert, kuratiert und neu erfunden werden muss, ziemlich befreiend sein.

Vielleicht sollte ich mir eine Sammlung anlegen. Nicht von Dingen, sondern von Wörtern. Werkzeug, Flugzeug, Bettzeug, Picknickzeug, Fahrzeug, Spielzeug, Turnzeug, Malzeug, Bastelzeug, Schreibzeug, Nähzeug, Putzzeug, Waschzeug, Badezeug, Reisezeug, Esszeug, Flickzeug, Angelzeug, Reitzeug, Rüstzeug, Schlagzeug, Grünzeug, Schulzeug, Schleckzeug... Und wenn jemand fragt, was das alles soll, sage ich einfach: Das ist alles mein Zeug.

Und ich liebe es.

Hast du auch Zeug? Schreib es mir in die Kommentare!

Externe Inhalte

Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

View the original on Blick →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.