Kanton Zürich lanciert Kampagne gegen Hundebisse

- Der Kanton Zürich lanciert die Präventionskampagne «Hunden sicher begegnen», um unter anderem Bissvorfälle zu reduzieren.
- 2025 wurden im Kanton 860 Beissvorfälle gemeldet – besonders Kinder sind gefährdet.
- Die Kampagne vermittelt Verhaltenstipps für neun Alltagssituationen, etwa was zu tun ist, wenn ein Hund auf einen zurennt.
- Bei der Lancierung der Kampagne vor Medienschaffenden ist auch Regierungsrätin Natalie Rickli dabei.
«Seit ich ein Kind bin, habe ich eher Angst vor Hunden», räumt Regierungsrätin Natalie Rickli an der Medienkonferenz zur neuen Präventionskampagne ein. Und genau darum gehe es: einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Hunden zu fördern – für alle.
Um zu zeigen, wie das im Alltag gelingt, lud das Veterinäramt des Kantons Zürich am Freitagmorgen Medienschaffende zur Lancierung der Kampagne ein. Denn auch wenn die Verantwortung dafür, dass ein Hund niemanden beisst, in erster Linie bei den Hundehalterinnen und Hundehaltern liegt, können Erwachsene und Kinder viel dazu beitragen, Hunde richtig einzuschätzen und sicher zu reagieren.

Die meisten Begegnungen zwischen Mensch und Hund verlaufen laut Kanton zwar problemlos – dennoch wurden 2025 insgesamt 860 Beissvorfälle gemeldet. Besonders gefährdet sind Kinder: Weil sie sich häufig auf Augenhöhe mit Hunden befinden, erleiden sie bei Bissen öfter Verletzungen im Kopf- und Gesichtsbereich.
Hattest du mal Angst vor Hunden?
Situation 1: Ein Hund rennt auf dich zu – oder knurrt dich gar an
Es ist ein allzu bekanntes Szenario: Ein fremder Hund rennt aufgeregt auf einen zu. Die Versuchung, wegzulaufen, die Hände hochzuheben oder dem Hund direkt in die Augen zu schauen, mag gross sein – doch genau das Gegenteil sei richtig.

«Still stehen ist Nummer eins. Behalte die Arme und Hände unten und schaue dem Hund nicht in die Augen», erklärt Rita Eppler, Hundeinstruktorin und Mitgestalterin der neuen Kampagne.
Der Grund: Wer wegrennt, kann für den Hund zum Beuteziel werden, das er zum Stillstehen bringen will. Wer aufgeregt mit ihm interagiert, kann sein Verhalten zusätzlich anheizen. Wer den Blickkontakt vermeidet, signalisiert in der Hundesprache hingegen, dass er keinen Konflikt sucht. Knurrt der Hund bereits, ist besondere Vorsicht geboten.
Situation 2: Ein Hund will deine Glace
Besonders im Sommer kann diese Situation schnell entstehen: Man geniesst eine Glace, ein Sandwich oder hält einen anderen Gegenstand in der Hand – und plötzlich zeigt auch ein Hund grosses Interesse daran.
Noch bevor er dich anspringt, um sich das Essen oder den Gegenstand zu schnappen, gilt: «Lass den Gegenstand los und mache die Hände frei», sagt Eppler.
Gerade Kindern sollen dabei zwei Dinge vermittelt werden: Dass ein Hund ihre Sachen nimmt, ist nicht in Ordnung – und die Hundehalterin oder der Hundehalter soll den Gegenstand ersetzen. Gleichzeitig gilt: Auch wenn es für Kinder im ersten Moment ärgerlich sein mag, steht die Sicherheit an erster Stelle.

Comic-Hund Lupo zeigt, wie es geht
Mit einer Broschüre, einem Malbuch und einem Erklärfilm stellen Lupo, Cleo und Tim neun typische Alltagssituationen mit Hunden dar – vom Auf-einen-Zurennen über das Streicheln bis hin zum Hund hinter einem Zaun. Spielerisch soll gezeigt werden, wie man sich in diesen Situationen richtig verhält – für Kinder ebenso wie für Erwachsene.
Josephine Schertenleib (jos), Jahrgang 2001, arbeitet seit September 2024 für 20 Minuten und ist Teil des Regionen-Teams.
Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.
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