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Sunday, September 20, 2026

Aras lassen ihre Küken verhungern – Gabriela sucht Pflegeeltern

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  • Scharlacharas lassen jüngere Küken oft verhungern und gefährden damit heute die Erholung der Art.
  • Forschende retten vernachlässigte Küken, indem sie diese bei wilden Pflegeeltern unterbringen.
  • Seit 2020 kommen die Küken direkt nach dem Schlüpfen zu Pflegeeltern, was Kosten spart und bereits Leben rettet.

Im Tierreich geht es mitunter wild zu und her. Der Umgang untereinander ist nicht immer zimperlich. So lassen Scharlacharas (Ara macao) etwa ihre jeweils jüngsten Küken absichtlich verhungern. «27 Prozent aller zweitgeschlüpften Küken verhungerten, ebenso fast alle dritt- und viertgeschlüpften Küken», berichteten Forschende um Gabriela Vigo-Trauco von der Texas A&M University 2024 im Fachjournal «Diversity». «Die elterliche Nahrungsverteilung begünstigt klar die zuerst geschlüpften Küken.»

Evolutionsbedingt machte das früher Sinn. Denn indem sie ihre Kräfte auf einen Nachkommen konzentrierten, sicherten die Vögel den Fortbestand ihrer Sippe. Heute ist es genau umgekehrt. Das Vorgehen stellt ein «erhebliches Hindernis» für die Erholung der Art dar (siehe Box), wie die BBC schreibt.

Unterart vom Aussterben bedroht

Laut Roter Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzorganisation IUCN geht die Zahl der Scharlacharas weltweit zurück. Zwar gelten sie global betrachtet nicht als gefährdet, doch Wilderei und Abholzung haben eine Unterart von ihnen – Ara macao cyanoptera – in Mexiko und Mittelamerika bereits an den Rand des Aussterbens gebracht.

Selbst der Tod weniger Küken ist eine Katastrophe

Abgewöhnen können die Menschen den Scharlacharas die brutale Aufzucht nicht. Trotzdem wollte Vigo-Trauco dem Vorgehen etwas entgegensetzen – vor allem in Ländern, in denen Wilderer und Holzfäller ein Problem darstellen. Dort sei selbst der Tod weniger Küken eine Katastrophe, zitiert sie die BBC. Deshalb hat sie 2017 eine ganz besondere Rettungsaktion gestartet: Gemeinsam mit ihrem Team sucht sie wilde Pflegeeltern.

Aufzucht per Hand nur kurzfristig möglich

Die Jungtiere von Hand aufzuziehen, wäre grundsätzlich möglich, ist aber eine langwierige Angelegenheit. Über Monate brauchen die Küken etwa alle zwei Stunden Futter. Zudem ist die Überlebensrate der so aufgezogenen Tiere sehr gering. Deshalb päppelt das Team um Vigo-Trauco nur so lange auf, bis Ersatz in Form von Pflegeeltern gefunden ist. Auch das ist keine einfache Angelegenheit (siehe Box). Während einer ersten Projektphase (2017–2019) retteten Vigo-Trauco und ihre Kolleginnen und Kollegen so insgesamt 26 Küken.

Vogelrettung ist aufwändig und teuer

Um eine geeignete Pflegefamilie zu finden, die dem von seinen eigenen Eltern vernachlässigten Küken beibringt, wie man als Wildvogel lebt, müssen die Forschenden mitunter stundenlang den Wald durchstreifen. Das kostet Zeit, aber auch jede Menge Geld. Es fielen Kosten für Löhne, Unterkunft und Ausrüstung für ein 20-köpfiges Team an. Im Rahmen des Projekts war das möglich. Doch das «lässt sich nicht so einfach wiederholen», zitiert die BBC Vigo-Trauco.

Projekt ging in eine zweite Runde

Ihren Traum der Scharlachara-Rettung aufgegeben hat die Vogel-Expertin aber nicht. Sie hat ihr Vorgehen jedoch optimiert. Seit 2020 überspringt sie die Phase der Handaufzucht und platziert die verhungernden Küken direkt nach dem Schlüpfen bei Pflegeeltern. Das erhöhe zwar den Überwachungsaufwand, senke aber die Betriebskosten. Auch dieser Aufwand zahlt sich aus. Bereits konnten die ersten Küken gerettet werden.

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Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

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