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Monday, October 5, 2026

Interview mit Florida-Torhüter – Akira Schmid: «Ich bin beim besten Team – mit Strand und Meer»

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Der Emmentaler NHL-Goalie Akira Schmid hat im Sommer eine neue sportliche Heimat gefunden. Der Kontrast vom Westen in den Osten ist gross, auch abseits des Eisfeldes. Im SRF-Interview spricht der 26-Jährige, wie glücklich er sich nach herausfordernden letzten Monaten bei Vegas nun in Florida fühlt.

Akira Schmid

Der frühere SCL-Tigers-Junior ist bereits im Alter von 18 Jahren nach Nordamerika aufgebrochen. Im Mai 2021 erhielt der heute 26-jährige Keeper seinen ersten NHL-Vertrag bei New Jersey. Seine Feuertaufe erlebte er am 11.12.2021, als er bei der 2:4-Niederlage in New York gegen die Islanders das Devils-Tor hütete und 25 Schüsse parierte. Bis heute bestritt Schmid 83 NHL-Einsätze in der Regular Season sowie 10 Playoff-Matches. Nach 3 Saisons in Newark und deren 2 bei den Vegas Golden Knights sind seit diesem Sommer die Florida Panthers seine neue sportliche Heimat. An seiner 3. NHL-Station einigte sich der 1,95-m-Hüne nach dem Trade aus der Wüste auf einen 2-Jahres-Vertrag.

Schmid gehört auch dem Schweizer Nationalteam an, steht aber erst bei 4 Partien mit der A-Auswahl. Zuletzt wurde er einmal bei den Olympischen Winterspielen 2026 berücksichtigt und gehörte an der WM 2024 als Back-up zur Mannschaft, die die Silbermedaille errang.

SRF Sport: Sie sind neu an der Ostküste im Sunshine State zuhause. Während der letzten beiden Jahre war die schillernde Casino-Stadt in der Wüste im US-Westen Ihre Heimat. Wo fühlen Sie sich wohler?

Akira Schmid: Las Vegas war auch schön, ich bewegte mich dort aber eher ausserhalb. Nur wenn Freunde zu Gast waren, besuchte ich den Strip. Meiner Frau und mir sagt der Strand eher zu, wir waren in der Anfangszeit oft da. Ein anderer grosser Unterschied ist, dass die Luft hier sehr feucht ist und man schnell schwitzt.

Wie haben Sie sich in Florida eingelebt?

Ich bin bestens angekommen. Klar, der Umzug war etwas stressig und das Packen mühsam. Aber der Klub unterstützte mich bei der Wohnungssuche, so konnte ich mich sofort niederlassen. Ich verbrachte zu Beginn viel Zeit mit meinen Teamkollegen. Jetzt befinden wir uns gerade auf einem Road Trip. Das hilft, um sich kennenzulernen.

Lag vor dem Saisonstart auch ein Abstecher ins Emmental drin?

Diesmal nicht. Ich blieb zunächst länger in Las Vegas und wartete ab, wie es weitergeht. Dann kam der Trade zu Florida zustande, entsprechend gab es viel zu organisieren. Gewöhnlich gehe ich jeden Sommer in Langnau aufs Eis. Das ist mir wichtig, mich verbindet noch immer viel mit den Tigers.

Man könnte nach dieser Erfahrung verkrampft sein. Das Team aber tritt komplett locker auf.

Matthew Tkachuk gilt als grosser Star in Ihrem neuen Team. Wie ist sein Status?

Völlig normal. Er ist jetzt hier neu vereint mit seinem Bruder Brady. Aber nicht nur sie beide, sondern das ganze Team ist sehr eng. Einen solchen Zusammenhalt hatte ich noch nie zuvor erlebt. Nicht nur wir Spieler verkörpern dieses Gefühl, sondern der ganze Staff. Ich bin hier wirklich beim besten Team in meiner Karriere – mit Strand und Meer, das passt.

Die Panthers standen zwischen 2023 und 2025 je im Final um den Stanley Cup, die letzten beiden Male eroberten sie den Titel. Letzte Saison aber verpassten sie die Playoffs. Ist das Tief durchschritten?

Man könnte nach dieser Erfahrung verkrampft sein. Das Team aber tritt komplett locker auf, wir wissen, was es braucht. Letztes Jahr hatte Florida mit vielen Verletzungen kämpfen, das hat nicht geholfen. Jetzt aber sind alle topfit und bester Laune, die Vorfreude auf die Saison war spürbar. Das Ziel Stanley Cup steht bei uns über allem. Auch im Trainingscamp war stets die Rede davon, wie wir dann in den Playoffs auftreten wollen. Klar, müssen wir diese zuerst erreichen. Aber mit solch einem Team muss dies einfach zu schaffen sein.

Was macht denn die Stärke Floridas aus?

Ich traf letztes Jahr einmal auf sie – und habe verloren (lacht). Uns zeichnet ein aggressives, intensives Spielsystem aus. Die Checks werden immer fertig gemacht, und wir ziehen das konsequent über 60 Minuten durch. Das können nicht alle Teams.

Nebst Ihnen stiess auf der Goalieposition Jacob Markström neu zu den Panthers. Wie ist die Rollenverteilung?

Die Verantwortlichen definierten keine Nummer 1 und 2. Es wurde kommuniziert, dass wir uns zu Beginn die Einsätze aufteilen. Ich weiss allerdings nicht, wie lange diese Hierarchie so bleibt: je nach Spielplan einige Wochen oder vorläufig während der Hälfte der Saison. Für mich geht es darum, zu versuchen, die Nummer 1 zu werden. Diesen Platz möchte ich mir erkämpfen.

Bislang durften Sie in 3 Partien einmal ran: beim 3:4 n.V. auswärts gegen San Jose. Wie haben Sie sich dabei geschlagen?

Ich war sehr zufrieden mit meinem Einsatz. Trotz Niederlage fühlte ich mich wirklich gut. Ich konnte mit dem Goalie-Coach intensiv zusammenarbeiten und vieles umsetzen.

Der von den Devils geholte Markström ist bereits 36 Jahre alt. Wie sehen Sie ihn?

Er ist schon lange dabei. Natürlich habe ich ihn bei New Jersey verfolgt und davor in Calgary. Als er in Vancouver wirkte, war ich noch etwas zu jung. Ich kann viel von ihm lernen. Eigentlich haben wir einen recht ähnlichen Spielstil. Allerdings bin ich eher ruhiger, er hingegen aggressiver. Das kann ich auch noch von ihm abschauen.

Zuletzt bei den Golden Knights waren Ihre Dienste nicht mehr gefragt. Wie gingen Sie mit der unbefriedigenden Situation um?

Es war ein Auf und Ab. Anfangs konnte ich mir die Nummer 2 erspielen und kam regelmässig zum Zug. Später wurde Carter Hart geholt, das fühlte sich wie ein Tritt in den Magen an. Und nach dem Trainerwechsel war's dann vorbei (Anm. d. Red. im März kam John Tortorella für Bruce Cassidy). Das war schwierig, und bereithalten musste ich mich trotzdem.

In den Playoffs bis und mit der Final-Niederlage gegen Carolina blieben Sie aussen vor. Erschwerend kam dazu, dass parallel in der Schweiz die Heim-WM stattfand.

Ja, das war ein schlechter Zeitpunkt gewesen, denn ich wäre sehr gerne dabei gewesen, das hat geschmerzt. Sofern es möglich war, schaute ich jedes Spiel der Nati. Ich verpasste glaub nur eines. Einmal spielten sie, während wir nach Carolina flogen. Ich musste auf VPN zurückgreifen.

Welche Ambitionen haben Sie mit der Nati in naher Zukunft?

Logischerweise möchte ich immer für die Schweiz auflaufen, wenn es möglich ist. Das Leibchen anziehen zu dürfen, ist für mich eine Ehre. In der Hierarchie ist Leo (Leonardo Genoni) für mich noch immer die Nummer 1. Aber ich möchte mich weiter aufdrängen und definitiv dabei sein, wenn wir dieses Gold dereinst gewinnen.

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