Entlassen von der UBS – Job weg – die Chancen der ehemaligen Banker

Wer derzeit einen ehemaligen Mitarbeiter der UBS einstellen will, kann aus einem grossen Topf schöpfen. Stefan Hamilos vermittelt unter anderem ehemalige Bankangestellte. Er ist Partner und Mitglied der Geschäftsleitung beim Personalvermittler Alixio Schweiz. Seitdem die UBS die Credit Suisse übernommen hat, habe er deutlich mehr Menschen aus den Bereichen Banking und Versicherungen begleitet.
Diese seien in unterschiedlicher Verfassung. «Es gibt Personen, die wir persönlich und psychologisch auffangen müssen, weil es ihnen einfach schlecht geht, weil sie Angst haben wegen der Unsicherheit», sagt er. «Es gibt aber auch Personen, die noch glücklich sind, wenn ich das so umschreiben darf, dass sie sich neu orientieren dürfen. Denn Sie sehen die Chance in diesem Prozess.»
22'000 Angestellte weniger
Die UBS baut durch die Integration der Credit Suisse im grossen Stil Jobs ab. Global waren bei der UBS und der Credit Suisse Ende 2022 noch über 120'000 Mitarbeitende beschäftigt, per Ende September 2026 sind es noch knapp 98'000. Allein in der Schweiz sollen es 3000 Stellen weniger werden.
Wie vermittelbar diese Personen sind, hänge von mehreren Faktoren ab: Alter, Dienstalter, Funktion und persönliche Situation. Stefan Hamilos fasst zusammen: «Je älter er oder sie ist, desto länger geht es in der Regel.» Zweitens: «Je länger er oder sie in einer Unternehmung arbeitet, desto länger geht es, bis die Person loslassen kann.» Drittens: «Je höher jemand in der Hierarchie ist, desto weniger Positionen gibt es.» Und viertens: «Jemand, der zum Beispiel nur Englisch oder Französisch spricht, hat es schwieriger, in der Schweiz etwas zu finden.»
Besonders schwierig bei Personalwesen, IT und Finanzen
Zuletzt kommt die generelle Lage auf dem Arbeitsmarkt hinzu, die er als «durchzogen» bezeichnet. Wer ersetzbare Funktionen etwa im Personalwesen, in der IT oder in den Finanzen ausgeübt hat, sei bedroht. Diese würden hierzulande abgebaut und teilweise durch künstliche Intelligenz ersetzt.
Generell seien sich die Entlassenen dessen bewusst. «Es hat ein gewisser Mental-Shift stattgefunden, im Wissen, dass es sehr viele andere Personen gibt und ich wissen muss, was meine Kompetenzen wirklich sind und wie ich sie einsetzen kann.» In einigen Fällen sei eine komplette Neuorientierung notwendig.
Die UBS verdankt ihre robusten Zahlen auch den Zehntausenden Angestellten, die sie entlassen hat. Die Bank vermeldet heute einen Quartalsgewinn von 2.7 Milliarden US-Dollar.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.