Humor am Arbeitsplatz – Warum wir mehr am Arbeitsplatz lachen sollten

Wozu ist Humor am Arbeitsplatz gut? Humor verbessert die Produktivität und die Kreativität. Gemäss dem Humor-Experten Drew Tarvin führt er auch dazu, dass Menschen einander besser zuhören und Informationen besser behalten. Zwischenmenschliche Barrieren werden abgebaut, Konflikte leichter entschärft. Tarvin hat früher als Ingenieur beobachtet, dass Teams mit Humor besser zusammenarbeiten. Sein Bestseller «Humor that works» fasst wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen, richtet sich aber bewusst an ein breites Publikum.
Idee: Bring was Ungewöhnliches mit
Sollen Vorgesetzte lustig sein? Humor, richtig dosiert, fördert die Beziehung und das Vertrauen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden, wie Marina Pletscher nachgewiesen hat. Sie hat an der Hochschule Luzern im Rahmen ihrer Dissertation untersucht, welche Auswirkungen Humor am Arbeitsplatz hat. Die Interaktion zwischen Chefin und Mitarbeiter ist wichtig, denn sie beeinflusst die Motivation und die Leistung. «Vorgesetzte sollten Humor darum situativ einsetzen», rät Pletscher. Zudem sei Humor ansteckend. «Wenn Vorgesetzte damit anfangen, wird es auch für Teammitglieder einfacher, Humor zu zeigen.» Die Zusammenarbeit und die Innovationen von Teams werden so besser.
Idee: Rate mal, wer deine Kollegen sind
Warum fördert Humor die Karriere? Humor kommt gut an. Humorvolle Mitarbeitende erhalten oftmals höhere Löhne und werden eher befördert. Humor ist aber kein Zufall, sondern gemäss Marina Pletscher lernbar. Humor sei keine Eigenschaft, sondern eine Kommunikationsfähigkeit.
Warum ist Humor nicht Pausensache? In den Pausen wird gelacht, und gescherzt. Zurück am Arbeitsplatz ist die Stimmung ernst. «Obwohl Humor während der Arbeit positive Auswirkungen hätte, wird er oftmals unterdrückt», sagt Marina Pletscher. Dabei wäre er erwünscht: In Umfragen mit mehr als 500 Unternehmen haben 97 Prozent der Angestellten und 98 Prozent der CEO Humor gewünscht. Martina Pletscher spricht darum vom «Kaffeepausen-Paradox». Die Zurückhaltung könnte mit Ängsten zu tun haben, als zu wenig fleissig zu gelten. Damit bleiben aber positive Aspekte von Humor (Teamgeist, Innovationen) aussen vor.
Tipps für Humor: Einfach mal probieren
Box aufklappen Box zuklappen
- Einen lustigen Snack mitbringen, zum Beispiel farbige Donats
- Meetings kreativ benennen als Projektgruppe oder Sitzung
- Mit einem Witz in den Tag starten oder gar Witz-Pausen einplanen
- Situationen «umdefinieren», monotone Arbeiten nutzen für persönliche Gespräche, etwa Erzählungen von den letzten Ferien
- Kein Witz: Humor-Seminare. Humor ist keine Eigenschaft, sondern ein Kommunikationsstil, der lernbar ist
Welcher Humor ist gut? Marina Pletscher bezieht sich für ihre Forschungen auf vier bekannte Humorstile, die in einer Matrix unterschiedlich kombiniert werden. Am unverfänglichsten ist Humor, der positiv ist und alle einbezieht, weil er sich auf eine Sache bezieht und so die Stimmung aufheitert (affiliativer Humor). Marina Pletscher nennt ein Beispiel: «Es ist heiss heute. Schauen wir, ob die Laptops zu heiss haben oder funktionieren.» Positiv ist auch der Humorstil, der selbstaufwertend bei schwierigen Situationen eingesetzt wird. «Bereits fünf Minuten einer stressreduzierenden Tätigkeit wie Katzenvideos schauen können zur Kreativität zurückführen», gibt Pletscher ein Beispiel. Dieser Humorstil wirkt stressreduzierend.
Lachpause mit SRF
Welcher Humor ist negativ? Heikler sind Witze über sich selbst. Dieser sogenannte selbstabwertende Humor sollte gemäss Marina Pletscher am Arbeitsplatz und insbesondere von Vorgesetzten nur gut dosiert eingesetzt werden. Die Selbstabwertung könnte als Inkompetenz ausgelegt werden. Als negativ und aggressiv gilt Humor, der andere bösartig abwertet.
Lass es sein – auch wenn du es lustig findest
Box aufklappen Box zuklappen
- Witze über andere, insbesondere Abwertungen
- Sarkasmus ist heikel
- Tabuthemen sind Religion, Ethnien und allzu Persönliches
- Übermass von Sprücheklopfen vermeiden
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.