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Thursday, October 15, 2026

Nachfolge von Parmelin – Diese Positionen vertritt Céline Amaudruz

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Die Genferin Céline Amaudruz hat sich nun entschieden, für den Bundesrat zu kandidieren. Sie ist Mitglied der SVP, 47 Jahre alt und hat zwei kleine Töchter. Sie hat Rechtswissenschaften studiert und arbeitet als Vermögensverwalterin. Im Nationalrat ist sie seit 2011. Dass sie zwei Kleinkinder hat und in dieser Situation in Betracht zieht, Bundesrätin zu werden, gab in mehreren Medien bereits zu reden.

So agiert sie im Parlament

Aktuell ist Amaudruz im Nationalrat in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben sowie in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit. Betrachtet man ihr Abstimmungsverhalten in der Herbstsession 2026, so stimmte sie wenig überraschend mit der SVP.

Hier nur einige Beispiele: Sie weibelte dafür, den Sondersteuersatz bei der Mehrwertsteuer für Beherbergung beizubehalten, also dass Hotels weiterhin weniger Mehrwertsteuer abgeben müssen. Dem Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Mercosur stimmte sie zu. Amaudruz vertrat auch die Meinung, die Ausgaben zur Rüstungsbeschaffung der Armee sollten aus dem ordentlichen Bundeshaushalt finanziert werden.

In der ausserordentlichen Session zu EU und Asyl war sie dafür, dass Doppelbürger bei Terrorismus und Schwerverbrechen ausgebürgert werden sollen und gegen den Vorschlag für mehr Integration von Asylsuchenden. Zur Vorlage, bei der es um die Frage ging, ob die Praxis gegenüber Afghaninnen, die in die Schweiz kommen und um Asyl ersuchen, geändert – also verschärft – werden soll, stimmte sie zu, ganz gemäss der SVP-Linie.

Weitere Positionen

Die SVP-Linie vertrat sie schon lange – wie auch ihr längerfristiges Stimmverhalten verrät. Die Erhebung von Smartmonitor beschreibt ihre Parteigeschlossenheit mit 95.9 Prozent. Auch die Auswertung der Smartvote-Umfrage aus dem Jahr 2023 lässt daran keine Zweifel aufkommen. In den Bereichen Sozialstaat und Familie, Gesundheit und Migration und Integration stand sie stramm für rechte Anliegen. Sie wollte damals die Elternzeit nicht ausbauen und den gemeinnützigen Wohnungsbau nicht fördern. Sie wollte keine Impfpflicht für Kinder, keine Zuckersteuer und die bundesrätlichen Kompetenzen bei Pandemien begrenzen. Sie wollte auch die Anforderungen für Einbürgerungen nicht lockern, keine Asylverfahren ausserhalb Europas und kein Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer sowie keine engeren Beziehungen zur EU.

Frau spricht in ein Mikrofon mit einem grünen Banner im Hintergrund.
Legende: Wird Céline Amaudruz die erste SVP-Frau, die in den Bundesrat gewählt wird? Keystone/Urs Flüeler

Ganz klar war ihre Haltung damals zu Atomkraftwerken: Die soll man wieder bauen dürfen. Das würde ihren potenziellen Bundesratskollegen Albert Rösti sicher freuen.

Verletzung der sexuellen Integrität

Und doch gibt es auch bei ihr eine Aussage, die eher überrascht: 2017 – als die Metoo-Bewegung das Bundeshaus erreicht hatte – sagte sie gegenüber der Presse aus, sie sei im Parlament Opfer unangemessener Gesten und Übergriffe eines anderen Parlamentsmitglieds geworden. Den Namen nannte sie nicht, das sei ihre Privatsache.

Leicht unkonventionell klingt auch ihre letzte Motion im Parlament. Sie will ein Impulsprogramm für Hülsenfrüchte ins Leben rufen. Allerdings verknüpfte sie das Anliegen ganz konventionell mit der protektionistischen Forderung, durch Zölle den Import von Hülsenfrüchten aus dem Ausland zu erschweren.

Für ihre Partei wäre eine Bundesrätin Céline Amaudruz ein Fels in der Brandung.

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