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Wednesday, October 14, 2026

Resistente Keime in Import-Poulet von Migros, Lidl und Denner

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  • Bei einer Untersuchung von «Kassensturz» und «K-Tipp» sind in drei importierten Pouletprodukten antibiotikaresistente Keime aufgetaucht.
  • Betroffen sind Poulet von Lidl (Deutschland), Denner (Niederlande) und Migros (Ungarn) mit ESBL-Keimen.
  • Alle zehn getesteten Schweizer Produkte blieben unauffällig.
  • Die Migros will künftig auf resistente Keime testen.

In mehreren importierten Pouletprodukten sind antibiotikaresistente Keime nachgewiesen worden. Für eine gemeinsame Untersuchung haben die «SRF»-Sendung «Kassensturz» und das Konsumentenmagazin «K-Tipp» insgesamt 16 Pouletbrustprodukte aus Schweizer Supermärkten im Labor testen lassen.

Darunter waren zehn Produkte aus der Schweiz und sechs aus EU-Ländern. Während sämtliche Schweizer Proben bei den untersuchten Keimen unauffällig blieben, wurden bei drei Importprodukten sogenannte ESBL-Keime entdeckt. Dabei handelt es sich um Bakterien, die gegen bestimmte Antibiotika resistent sind und dadurch Infektionen schwieriger behandelbar machen können.

Günstigste Produkte betroffen

Konkret betroffen waren Pouletprodukte aus Deutschland von Lidl und aus den Niederlanden von Denner, die jeweils 13.50 Franken pro Kilogramm kosteten, sowie Poulet aus Ungarn von der Migros für 15 Franken pro Kilogramm. Die belasteten Produkte gehörten damit zum günstigsten Preissegment der Untersuchung. Allerdings waren auch zwei weitere Importprodukte für je 15 Franken pro Kilogramm unauffällig.

Zum Vergleich: Die beiden teuersten Produkte – Migros Bio und Coop Naturaplan aus der Schweiz – kosten jeweils 56 Franken pro Kilogramm und damit mehr als viermal so viel wie die günstigsten belasteten Produkte. Doch auch deutlich günstigeres Schweizer Poulet schnitt unauffällig ab: Schweizer Produkte von Denner und Aldi kosten beispielsweise je 22.50 Franken pro Kilogramm.

Insgesamt wurden damit bei drei der sechs untersuchten Importprodukte ESBL-bildende Bakterien nachgewiesen. Aus der kleinen Stichprobe lässt sich allerdings nicht ableiten, dass günstiges oder importiertes Poulet generell stärker belastet ist.

Die Untersuchung ist eine Stichprobe und lässt keine allgemeingültigen Rückschlüsse auf sämtliche Schweizer und importierten Pouletprodukte zu.

Die Untersuchung ist eine Stichprobe und lässt keine allgemeingültigen Rückschlüsse auf sämtliche Schweizer und importierten Pouletprodukte zu.Foto: Adrian Moser

Migros kündigt zusätzliche Kontrollen an

Die betroffenen Detailhändler nehmen die Ergebnisse laut SRF ernst und wollen die Befunde mit ihren Lieferanten prüfen. Migros kündigte gegenüber SRF zudem an, künftig Untersuchungen auf antibiotikaresistente Keime in das eigene Kontrollprogramm aufzunehmen. Bisher habe das Unternehmen auf Antibiotikarückstände getestet, wobei laut Migros keine Auffälligkeiten festgestellt worden sind.

Ist das Poulet noch sicher?

Antibiotikaresistente Keime können insbesondere dann zum Problem werden, wenn sie auf Menschen übertragen werden und eine Infektion auslösen. Bei einer Infektion mit solchen Keimen würden die meisten Antibiotika nicht mehr wirken, wie Diego Andrey, Infektiologe am Universitätsspital Genf, gegenüber «SRF» sagt.

Wer Poulet korrekt zubereitet, kann das Risiko jedoch deutlich reduzieren, denn Keime werden beim vollständigen Durchgaren abgetötet. Entscheidend ist zudem eine sorgfältige Küchenhygiene, weil Bakterien bei der Zubereitung etwa über Hände, Messer oder Schneidbretter auf andere Lebensmittel gelangen können. Rohes Poulet sollte deshalb getrennt von anderen Lebensmitteln verarbeitet werden. Hände und verwendete Küchenutensilien sollten danach gründlich gereinigt werden.

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Martine Anastasiou

Martine Anastasiou (man), Jahrgang 2001, arbeitet seit 2025 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Wirtschaft.

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