Wegen Zoll-Puff mit Trump: «Einzigartige Allianz» – jetzt sucht Kanada die Nähe zur EU
Wegen Zoll-Puff mit Trump
«Einzigartige Allianz» – jetzt sucht Kanada die Nähe zur EU
Die USA und Kanada haben sich zuletzt gegenseitig mit neuen Strafzöllen eingedeckt. Das Problem für den kanadischen Premierminister Mark Carney: Sein Land ist wirtschaftlich stark von den südlichen Nachbarn abhängig. Nun strebt er eine Partnerschaft mit der EU an.
Publiziert: vor 17 Minuten
Aktualisiert: vor 9 Minuten
Darum gehts
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- Kanada plant «einzigartige Allianz» mit der EU, keine Mitgliedschaft angestrebt
- Trump verhängt Importverbote, betroffen Wodka, Bier, Wein und Motorräder
- 70 Prozent von Kanadas Exporten gehen in die USA, sucht Alternativen
Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk
Kanada hat genug vom Machtgebaren des US-Präsidenten Donald Trump (80). Premierminister Mark Carney (61) will sich von der wirtschaftlichen Abhängigkeit seines Landes von den USA lösen – und sucht nun neue Partner. Gefunden hat er sie in Europa. Denn Kanada strebt eine «einzigartige Allianz» mit der Europäischen Union an, wie das «Wall Street Journal» berichtet.
Der EU beitreten will Kanada nicht. Man strebe keine Mitgliedschaft an, betonte Carney. Stattdessen prüft er, ob sein Land ein «assoziiertes Mitglied» des europäischen Staatenbunds werden könne. Konkret soll es eine engere Partnerschaft zwischen Kanada und der EU geben, um Handelsbeschränkungen weiter abzubauen. In den Bereichen Energie, künstliche Intelligenz, Verteidigung und kritische Rohstoffe will man den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Arbeitnehmern erleichtern.
Zollstreit ist zuletzt eskaliert
Hintergrund ist der Zollstreit zwischen den beiden Ländern, der seit Trumps Rückkehr ins Weisse Haus brodelt. Zuletzt griff Trump zu Einfuhrverboten. Ab dem 29. September dürfen bestimmte kanadische Produkte nicht mehr in die USA importiert werden. Darunter: Wodka, Bier und Wein. Von den Dekreten des US-Präsidenten betroffen sind auch Motorräder, Mopeds und bestimmte Milchprodukte wie Molkenprotein. Der Wert der betroffenen Waren soll im einstelligen Milliarden-Dollar-Bereich liegen.
Washington will damit Ottawa im festgefahrenen Zollstreit zum Einlenken zwingen. Letzte Woche traten Gegenzölle von 50 Prozent auf amerikanische Waren in Kraft. Sie waren eine Reaktion auf die 50-Prozent-Strafzölle, die Trump im August verhängt hatte.
Der kanadische Premierminister Carney gibt sich zäh. Und ist gewillt, dem Druck aus dem Oval Office standzuhalten. Gleichzeitig ist die Wirtschaft des Landes extrem stark von den USA abhängig. 70 Prozent der exportierten Waren gehen in die Vereinigten Staaten. Durch eine klar definierte Partnerschaft mit der EU will Kanada neue Absatzmärkte in Europa erschliessen. Schon mehrfach hat das Land der Europäischen Union Avancen gemacht. Jetzt wird eine engere wirtschaftliche Kooperation mit dem alten Kontinent konkreter.
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