Wasserknappheit in der Schweiz – Wasserknappheit im Herbst: Gemeinden schreiten ein

Wasserknappheit in der Schweiz Wasserknappheit im Herbst: Gemeinden schreiten ein
Auch nach dem Ende der grossen Hitze rufen Gemeinden zum Wassersparen auf. Wittnau AG spart seit Juni. Es gab auch Bussen.
Die Sommerhitze ist vorbei, Kantone und Gemeinden haben die Einschränkungen des Wasserverbrauchs wegen der Trockenheit gelockert. Vielerorts ist das Wasser aber weiterhin knapp. Vor wenigen Tagen kündigte die Stadt Winterthur an, die meisten ihrer über 300 öffentlichen Brunnen abzustellen, bis sich die Lage entspannt. Auch das bündnerische Schiers hat kürzlich zum Wassersparen aufgerufen. In anderen Gemeinden gelten die Einschränkungen seit Monaten.
Sparaufrufe und Verbote seit Juni
Als eine der ersten dieses Jahr hatte Wittnau AG gehandelt. Die Gemeinde mit knapp 1500 Einwohnerinnen und Einwohnern bezieht ihr gesamtes Trinkwasser aus Quellen, die aufgrund der Trockenheit deutlich weniger liefern.
Bereits Mitte Juni liess der Gemeinderat die Brunnen im Dorf abstellen, die Feuerwehr verzichtet seitdem auf wasserintensive Übungen. Und die Bevölkerung wurde zum Wassersparen aufgerufen: Pools sollen nicht befüllt und Rasen nicht bewässert werden. Seit Juli kann die Gemeinde Bussen verteilen, wenn sich jemand nicht an die Vorgaben hält.
Wassermenge weiter sinkend
Unterdessen sieht es in der Gemeinde wieder mehr nach Fricktal als nach Toskana aus. Die Wiesen sind leicht grüner als im Hochsommer. Aber den Blumengarten bewässern oder das Auto waschen ist weiterhin verboten.
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Bild 1 von 2. Der Fussballplatz ist Ende September mit ein bisschen grünem Gras wieder als solcher erkennbar. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 2. Derselbe Rasen im Juli: eher Steppe als Fussballplatz. Bildquelle: SRF.
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Die Trinkwassersituation in Wittnau hat sich nicht entspannt – im Gegenteil. Aus den drei Quellen fliesst noch weniger Wasser als mitten im Sommer. «Das Dorf braucht tagsüber rund 200 Liter in der Minute. Das Dargebot (nutzbare Menge) aller Quellen ist 231 Liter», sagt Brunnenmeister Ruwen Bähler. Normal wären für diese Jahreszeit 500 bis 600 Liter pro Minute.
«Das Dargebot ist gesunken, weil die Niederschläge fehlen. Eine kleine Entspannung beim Verbrauch gab es, weil es nicht mehr so warm ist und darum weniger gegossen wird.»
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Bild 1 von 3. Reservoir Ortholden in Wittnau. Die Gemeinde wird über drei Quellen versorgt. Eine Grundwasserfassung gibt es nicht. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 3. Brunnenmeister Ruwen Bähler hat Netz und Verbrauch im Überblick. Das verfügbare Trinkwasser wird aber immer weniger. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 3. Die Reserve beträgt derzeit noch 31 Liter in der Minute. Ein Leitungsleck hat grossen Einfluss auf die Wasserversorgung. Bildquelle: SRF.
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Der schlimmste Tag des Jahres war der 12. September. Durch ein Leck in der Zuleitung eines Bauernhofs flossen fast 170 Kubikmeter Trinkwasser auf ein Feld, bevor der Schaden behoben wurde.
Bussen bis 2000 Franken
Regeln muss die Wasserknappheit in Wittnau Denise Schmid, seit Anfang des Jahres Frau Gemeindeammann. Auch sie kann nicht abschätzen, wie lange der Wasserbezug noch eingeschränkt bleibt. Erst bräuchte es mehrere Wochen intensiven Regens.
Was die Daten zeigen: Die Bevölkerung hält sich offenbar an die Vorgabe. Die Gemeinde verbraucht derzeit ein Drittel weniger Wasser als in anderen Jahren. Trotzdem machen die Behörden Kontrollen in den Haushalten, überprüfen stichprobenweise die Wasserzähler und verteilen auch Bussen.
«Eine Busse ist zwischen 500 und 2000 Franken.» Zu konkreten Fällen äussert sich die Gemeinde nicht. Bussen verteilt Schmid nur ungern: «Es ist eine Kontrolle über die Leute, die wir ausführen müssen. Wir Schweizer sind eine freiheitsliebende Bevölkerung. Einschränkungen hat niemand gern.»
Freude, wenn es richtig regnet
Schon vor der Trockenheit war klar, dass die Gemeinde Wittnau besser mit Trinkwasser versorgt werden soll. Eines der Reservoire ausbauen oder eine Notwasserleitung in eine Nachbargemeinde sind Optionen. Diese Ideen dürften nach diesem Sommer konkreter werden.
Die Frau Gemeindeammann bilanziert: «Alle, die von der Wasserknappheit betroffen sind, wurden für das Thema sensibilisiert. Man hat Freude, wenn man bei schönem Wetter draussen sitzen kann. Jetzt hat man dann auch Freude, wenn es richtig regnet.
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